mini|St. Georg mini|Innenraum (2026) Die evangelisch-lutherische denkmalgeschützte Kirche St. Georg steht in Mellendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover von Niedersachsen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen im Sprengel Hannover der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover.

Beschreibung Die durch Strebepfeiler gegliederte Saalkirche hat ein Langhaus mit drei Jochen und einen einjochigen Chor mit 3/8-Schluss. Sie entstand 1497 durch Umbau der Vorgängerkirche, die in der Zeit zwischen 1310 und 1450 gebaut wurde, wie dem südöstlichen Strebepfeiler des Chors zu entnehmen ist. Am Ende des Chors befindet sich die dreiseitig abgeschlossene Sakristei aus Holzfachwerk, die 1714 angebaut wurde. Der querrechteckige neugotische Kirchturm aus Backsteinen wurde laut Inschrift 1894 nach Plänen von Eduard Wendebourg errichtet. Er hatte einen hölzernen Vorgängerbau. Die spitzbogigen Fenster im Langhaus und im Chor haben kein Maßwerk. Der Westbau ist durch Friese horizontal gegliedert. Sein oberstes Geschoss hat Klangarkaden, hinter dem sich der Glockenstuhl befindet, in dem eine von der Radlerschen Glockengießerei 1928 gegossene Kirchenglocke hängt und zum anderen eine Glocke aus dem Jahre 1950. Er ist mit einem verschieferten Walmdach bedeckt, aus dem sich ein schlanker Dachreiter erhebt. Die Turmuhr hat die Firma J. F. Weule gefertigt.

Der Innenraum des Langhauses hat schlichte Kreuzrippengewölbe, die Rippen sind mit einfachen Birnstäben profiliert, wie sie auch für die Gurtbögen verwendet werden. Nur das westliche Langhausjoch hat einen getreppten, bis zum Boden herabgeführten Gurtbogen. Die Kirchenausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert. Vom ehemaligen Kanzelaltar ist das Mittelfeld mit freistehenden kannelierten Säulen korinthischer Ordnung, das ursprünglich den Kanzelkorb enthielt, erhalten geblieben.

Orgel mini|hochkant|Schuke-Orgel von 1978 mini|hochkant|Orgelempore Vor 1763 wurde eine kleine Orgel aus der Kirche in Schwarmstedt erworben, die aber vermutlich nicht aufgebaut wurde. In alten Handschriften heißt es darüber „[Die Orgel] lieget aber unaufgebauet auf dem Boden des Leichhauses“. 1833 erwarb die Gemeinde eine kleine gebrauchte Orgel, die zuvor im Besitz des Uhrmachers Heinrich Panning aus Düshorn war.

1850–52 erfolgte der erste Orgelneubau für die Mellendorfer St. Georgs Kirche durch Eduard Meyer aus Hannover mit 11 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Im Jahr 1956 wurde eine Notorgel aus der St. Michaelis Kirche in Hildesheim erworben, die 1948 von Emil Hammer Orgelbau aus Empelde erbaut wurde. Sie hatte ursprünglich 18 Register auf zwei Manualen und Pedal (Opus 1294), wurde aber bereits 1952 auf 22 Register erweitert (Opus 1346) und bei der Umsetzung nach Mellendorf auf 21 Register umgebaut (Opus 1403).

Die heutige Orgel wurde 1978 von der Orgelbauwerkstatt Karl Schuke aus Berlin gefertigt. Sie verfügt über 15 Register (davon drei Transmissionen) auf zwei Manualen und Pedal. Im Jahr 2020 fand eine Renovierung, Neuintonation und Änderung der Disposition durch Orgelbauer Jörg Bente aus Helsinghausen statt.

Die heutige Disposition lautet: I Hauptwerk C–g3 Principal 8′ Gedackt 8′ Octave 4′ Principal 2′ Mixtur IV Dulcian 8′ II Brustwerk C–g3 Holzgedackt 8′ Rohrflöte 4′ Nasat ′ Blockflöte 2′ Terz ′ Pedal C–f1 Subbaß 16′ Gedackt (aus HW) 8′ Octave (aus HW) 4′ Dulcian (aus HW) 8′ Koppeln: II/I, I/P, II/P (als Fußtritte) Spielhilfen: Schwelltüren für das Brustwerk (Bedienung per Hand) Tremulant Tonhöhe: a1 = 440 Hz bei 18 °C

Literatur Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bremen, Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, Berlin und München 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 940–941.

Weblinks

St. Georg Mellendorf (Website der Kirchengemeinde) kirchengemeindelexikon.de Orgel auf organindex.de Orgel auf der Seite von Orgelbau Jörg Bente St. Georg-Kirche im Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

Mellendorf Mellendorf Mellendorf Mellendorf Kategorie:Bauwerk in Wedemark Mellendorf Kategorie:Erbaut in den 1490er Jahren Kategorie:Disposition einer Orgel