Die Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK Hamburg) ist eine staatliche Kunsthochschule in Hamburg. Die HFBK Hamburg ist eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule, an der ein Studium der Bildenden Künste und ihrer Theorien absolviert wird.

Studium mini|hochkant|Teilansicht der Schulgebäude mini|hochkant|EingangsbereichBildhauer Richard Luksch mini|hochkant|Uferstraße mini|Hofseite

Auswahlverfahren Von bis zu über 1600 Bewerbern werden im jährlichen Auswahlverfahren ca. 120 zum Studium zugelassen. Im akademischen Jahr 2025/26 waren an der HFBK Hamburg 979 Studierende eingeschrieben. Die Anzahl der Absolventen pro akademischem Jahr beträgt ca. 100: 101 (2010/11), 111 (2011/12), 147 (2012/13), 147 (2013/14), 143 (2014/15), 166 (2015/16), 136Graduates 2025. In: graduates.hfbk.net (englisch). (2024/25).

Studiengänge Im Wintersemester 2008/09 wurde der konsekutive Bachelor-/Master-Studiengang Bildende Künste anstelle der bisherigen Diplom-Studiengänge eingeführt. Dieser interdisziplinäre Studiengang umfasst alle an der HFBK vertretenen künstlerischen und wissenschaftlichen Fächer. Die Immatrikulierten studieren ausnahmslos das Fach Bildende Künste, es liegt in der Entscheidung der Studierenden, verschiedene Studienschwerpunkte zu kombinieren oder sich auf einen einzelnen zu konzentrieren. Dies soll ihnen erlauben, ein individuelles künstlerisches und/oder wissenschaftliches Profil auszubilden. Die Studienzeiten belaufen sich auf 4 Studienjahre (8 Semester) für den Bachelor-Studiengang und 2 Studienjahre (4 Semester) für den darauf folgenden Master-Studiengang. Seit 2008 vergibt die HFBK auf dem Weg der Promotion den Titel eines Dr. phil. in art. (Doctor philosophiae in artibus). Im Januar 2015 nahm das Graduiertenkolleg Ästhetiken des Virtuellen seine Arbeit an der HFBK auf. Seit 2025 bietet die HFBK Hamburg den Promotionsstudiengang PhD in Art PracticePhD in Art Practice. In: hfbk-hamburg.de. an.

Studienschwerpunkte Es liegt in der Entscheidung der Studierenden, verschiedene Studienschwerpunkte zu kombinieren oder sich auf einen einzelnen zu konzentrieren.

Bildhauerei Bühnenbild/Bühnenraum Design Film Grafik/Typografie/Fotografie Malerei/Zeichnen Theorie und Geschichte Zeitbezogene Medien

Das Architekturstudium wurde 2006 durch Zusammenlegung aller Hamburger Architekturstudiengänge (HFBK und HAW) in die neu gegründete HafenCity Universität Hamburg ausgegliedert.

Internationalität Die HFBK forciert mit großem Engagement die Internationalisierung der Hochschule und ihrer Studierenden. Neben der Berufung von internationalen oder international erfahrenen wie renommierten Professorinnen und Professoren fördert sie nachdrücklich den internationalen Austausch von Studierenden. Die große Zahl an Partnerhochschulen im Rahmen des von der EU geförderten Erasmus-Austauschprogramms ermöglichen eine hohe internationale Mobilität. Seit 2010 wird diese maßgeblich durch die gemeinsam mit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. initiierte Art School Alliance (ASA) auch über den europäischen Rahmen hinaus vorangetrieben. Das Stipendiatenprogramm ermöglicht bis zu 18 internationalen Kunststudierenden pro Jahr, im Rahmen von Stipendien ein Semester mietfrei und ohne Studiengebühren in einem ehemaligen Fabrikloft gemeinsam zu wohnen und zu arbeiten. Im Gegenzug gehen jährlich bis zu 18 HFBK-Studierende für ein Semester an die Partnerhochschulen, ohne dort Studiengebühren bezahlen zu müssen.

Die aktuellen Partner im Rahmen der Art School Alliance: School of The Museum of Fine Arts, Tufts University, Boston Universidad del Cine, Buenos Aires China Academy of Art, Hangzhou Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem Goldsmiths, University of London, Department of Art California Institute of the Arts, Los Angeles Kinki Daigaku (Kinki-Universität, kurz Kindai, ), Department of Design, Osaka École nationale supérieure des beaux-arts de Paris San Francisco Art Institute Institute of Design, China Academy of Art, Shanghai Akademie der bildenden Künste Wien School of Arts, University of Haifa Makerere University, Kampala University of Lagos, Visual Arts

Öffentliche Veranstaltungen Viele Veranstaltungen der HFBKKalender – Porous Container. In: hfbk-hamburg.de. sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Neben regelmäßigen Symposien, Vorträgen, Performance-Nächten und Filmvorführungen sind dies vor allem die drei großen jährlichen Ausstellungstermine: Die Ausstellung der Absolventinnen und Absolventen (Anfang Juli), die Jahresausstellung mit Semesterarbeiten aller Studierenden (im Februar) und die Hiscox Kunstpreis-Ausstellung zur Eröffnung des akademischen Jahres (im Oktober). Während des Semesters ermöglichen die Ausstellungspräsentationen in der von wechselnden Studierenden-Teams kuratierten Galerie der HFBK sowie die regelmäßig Dienstagabend stattfindende Ausstellungsreihe Folgendes den künstlerischen Austausch innerhalb der Hochschule ebenso wie mit externen Besuchern.

Geschichte 1767 wurde die Hamburger Gewerbeschule von der Patriotischen Gesellschaft gegründet. 1896 wurde sie zur Staatlichen Kunstgewerbeschule, 1928 zur Landeskunstschule. Das Hauptgebäude am Lerchenfeld 2 im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst wurde von dem Architekten Fritz Schumacher zwischen 1911 und 1913 eigens für die Kunstschule gebaut.

1933–1945 – Die Hansische Hochschule für bildende Künste Eine grundlegende Untersuchung der NS-Geschichte der HFBK-Vorgängerinstitutionen unternahm der Architekturhistoriker Wolfgang Voigt Ende der 1980er Jahre für das Ausstellungs- und Katalogprojekt der Hochschule Nordlicht. 222 Jahre. Die Hamburger Hochschule für bildende Künste am Lerchenfeld und ihre Vorgeschichte.Wolfgang Voigt: Zwischen Bildersturm und Ausbombung. ‚Hansische Hochschule für bildende Künste‘. In: Hartmut Frank (Hrsg.): Nordlicht. 222 Jahre. Die Hamburger Hochschule für bildende Künste am Lerchenfeld und ihre Vorgeschichte. Junius Verlag, Hamburg 1989, S. 211–235. Die Biografien von Lehrenden und Studierenden, die der Verfolgung ausgesetzt waren, wurden seit den 1980er Jahren durch die Hamburger Kunsthistorikerin Maike Bruhns erforscht und in zahlreichen Publikationen veröffentlicht insbesondere die umfassende zweibändige Enzyklopädie Kunst in der Krise. Hamburger Kunst im „Dritten Reich“.Maike Bruhns: Kunst in der Krise. Hamburger Kunst im „Dritten Reich“. 2 Bände. Dölling und Galitz Verlag, München/Hamburg 2001. 2020 hat die Hochschule die Kunsthistorikerin Barbara Uppenkamp beauftragt, die noch existierenden Personalakten aus der Zeit 1933–1945 zu untersuchen.https://hfbk-hamburg.de/media/pages/downloads/209e52edf0-1765302218/lf_56_mit_bildstr.pdf Forschungsbericht 2021 in: Lerchenfeld 56. 2026 ist das Ergebnis als Buch erschienen.Barbara Uppenkamp: Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution. Schaff-Verlag, Hamburg 2026. 2024 hat die HFBK in Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte der Universität Hamburg noch unter dem damaligen Direktor Thomas Großbölting ein Forschungsprojekt zu Zäsuren und Kontinuitäten in der Geschichte der HFBK Hamburg von 1928 bis 1955 beauftragt. Im Juni 2026 wurde das Ergebnis in Form der Studie Gestaltung und Gleichschritt – Die Geschichte der Hochschule für bildende Künste Hamburg im Nationalsozialismus der Historikerin Alina Laura Just veröffentlicht.Alina Laura Just: Gestaltung und Gleichschritt – Die Geschichte der Hochscule für bildende Künste Hamburg im Nationalsozialismus. Forum Zeitgeschichte 34. Metropol Verlag, Berlin 2026, ISBN 978-3-86331-860-4.

Personalentwicklung 1933–1945 Ab 1933 wurden der kommissarische Leiter der Schule Max Sauerlandt sowie Lehrkräfte, die ideologisch oder künstlerisch dem Regime suspekt waren, gezwungen, ihre Lehrtätigkeit aufzugeben. Dies waren vor allem die von Sauerlandt neu berufenen Lehrkräfte wie Fritz Schleifer und Alfred Erhardt als Leiter der neu eingerichteten Vorklassen, sowie der 1930 berufene Architekt Karl Schneider, der ein international beachteter Vertreter der Moderne war. Mit Erhardt traf es einen Künstler, der sich in einem Protestbrief als Teil der völkischen Bewegung darstellte. Als vierter wurde Karl Lang entlassen, der dekorative Malerei unterrichtet hatte.Barbara Uppenkamp, Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution, Schaff-Verlag, Hamburg, 2026, S. 33–71. Der beliebte Professor für Gestaltung, Friedrich Adler, wurde als Jude aus rassistischen Motiven zeitgleich entlassen.Barbara Uppenkamp, Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution, Schaff-Verlag, Hamburg, 2026, S. 72–83. Adler wurde 1942 deportiert und im KZ Auschwitz ermordet. Der Professor für Malerei, Arthur Illies, wurde als 63-Jähriger frühpensioniert, um Geld zu sparen. Ideologisch passte Illies in die nationalsozialistische Neuausrichtung der Hochschule. Er hatte schon früh gegen seinen Kollegen Friedrich Adler intrigiert. 1936 wurde der Maler Willi Breest vom Direktor Paul Fliether (NSDAP-Mitglied) als Lehrender berufen, obwohl er Anfang der 1920er-Jahre an Ausstellungen der Novembergruppe teilgenommen hatte und innerlich eher ein Linker war. Breest konnte sich bis 1945 an der Hochschule halten.Barbara Uppenkamp, Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution, Schaff-Verlag, Hamburg, 2026, S. 211–222. Bis Mitte 1943 war die Klasse von Prof. Hugo Meier-Thur ein Zufluchtsort für nonkonformistische Studierende. Meier-Thur hatte bei Carl Otto Czeschka studiert und unterrichtete seit 1926 unter anderem Schriftlehre. 1943 wurde er als angeblicher englischer Spion verhaftet. Freunde erreichten die Verlegung aus Moabit nach Fuhlsbüttel, es wurden dann aber andere Anklagepunkte aus seiner Hochschultätigkeit erhoben. Offenbar hatte die Gestapo länger gegen ihn ermittelt. Am 5. Dezember 1943 starb er nach Misshandlungen in der Haft.Barbara Uppenkamp, Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution, Schaff-Verlag, Hamburg, 2026, S. 247–256. 1933 agierte an der Hochschule eine nationalsozialistische Zelle als treibende Kraft der Veränderungen. Die wichtigste Person war dabei der Verwaltungsangestellte Richard Schrader. Dieser war 1919 als Assistent gegen den Willen des Direktors eingestellt worden und hatte sich im Laufe der Jahre hochgearbeitet, bis er Leiter der Geschäftsstelle war. Die Direktoren ab Paul Fliether waren auf ihn angewiesen.Barbara Uppenkamp, Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution, Schaff-Verlag, Hamburg, 2026, S. 113–130. Auf Empfehlung des NS-Innensenators wurde 1933 der Architekt Rudolf Kühnl zunächst als künstlerisch freischaffender Lehrer angestellt. Über die Jahre arbeitete er nebenbei (teilweise beurlaubt, teilweise von Hamburg bezahlt) erst als Gebietsarchitekt der Hamburger HJ, dann als HJ-Architekt in Österreich. Schließlich wurde er zum Wehrdienst einberufen und arbeitete als „Regierungs-Baurat auf Kriegsdauer“. Ende Juli 1943 wurde die Hochschule von Bomben getroffen und brannte schließlich aus. Der Lehrbetrieb wurde eingestellt und konnte später nur in wenigen Räumen notdürftig wieder aufgenommen worden. Erstaunlicherweise überlebten die von Carl Otto Czscheka gestalteten großen Glasfenster in der Eingangshalle. Sie wurden dann auf Veranlassung vom kommissarischen Direktor Paul Helms ausgebaut und gesichert.Barbara Uppenkamp, Die Hansische Hochschule für Bildende Künste – Gleichschaltung einer Kulturinstitution, Schaff-Verlag, Hamburg, 2026, S. 143–164 u. 231.

Entwicklung der Hochschule nach 1945