Hanshorst Viehof (* 29. November 1940 in Mönchengladbach; † Juli 2000Informationsdienst (BAG-SB) der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V., Nr. 4/2012, S. 202. in Mönchengladbach) war ein deutscher Geschäftsführer, Ministerialdirektor und Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen HBV (heute ver.di).

Ausbildung Nach Abschluss der Realschule absolvierte Viehof von 1957 bis 1960 eine Berufsausbildung bei der Deutschen Bundespost und war dort anschließend bis 1969 im mittleren und gehobenen Postdienst tätig.

Gewerkschaftliche Arbeit Im Jahr 1960 wurde er Mitglied der Deutschen Postgewerkschaft (DPG) und 1961 Mitglied der CDU und CDA. Von 1960 bis 1969 war er ehrenamtlich gewerkschaftlich bei der DPG und beim DGB aktiv unter anderem als Ortjugendleiter, Mitglied des Bezirksjugendausschusses in Mönchengladbach und des DGB-Kreisjugendausschusses. In der Post war er Vorsitzender der Personaljugendvertretung und im Personalrat beim Postamt Mönchengladbach.Lebenslauf von Hanshorst Viehof ver.di-Archiv Berlin Von 1980 bis 1982 war er Mitglied des Vorstands der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV).

Berufliche Entwicklung Von 1969 bis 1973 war er hauptberuflich beim DGB-Bundesvorstand Referent für Jugendrecht und Jugendsozialpolitik, anschließend leitete er bis 1974 die Abteilung Bildung beim DGB-Bundesvorstand. Von 1973 bis 1980 war er Geschäftsführer des Berufsfortbildungswerkes Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB GmbH. Seit 1973 war er Mitglied im CDA-Bundesvorstand.

1980 wurde Viehof in den geschäftsführenden Hauptvorstand der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen gewählt. Er übernahm im Hauptvorstand die Leitung der Abteilung Wirtschaftspolitik. In dieser Funktion machte er nicht zuletzt durch seine ablehnende Position gegenüber einer lohnpolitischen Zurückhaltung auf sich aufmerksam. Er begründete diese Position mit dem Argument, mit Lohn- und Gehaltsverzicht werde kein einziger Arbeitsplatz neu geschaffen.Munzinger-Archiv

Nach dem Regierungswechsel im Oktober 1982 berief der neue CDU-Minister für Arbeit und Sozialordnung, Norbert Blüm, ihn als Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung und Ausländerpolitik in sein Bonner Ministerium.Munzinger-Archiv.

Als Ministerialdirektor legte er sich dann aber bald politisch mit seinem Minister Blüm an, als der über den Paragrafen 116 Arbeitsförderungsgesetz (AfG) die Streikmöglichkeiten der Gewerkschaften im Sinne der Unternehmer dramatisch einengte. Hanshorst Viehof, der Blüm-Vertrauter und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Sozialausschüsse Rheinland war, verweigerte seine Mitarbeit an einer Änderung des § 116.Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. Dezember 1985. Mit den Gewerkschaften kam es heftigen Auseinandersetzungen, die von großen Demonstrationen begleitet wurden.Der Kampf um den Streikparagraphen 116 ...denn wir geben nicht auf, IG Metall, Frankfurt/Mai 1986, S. 32–33. Viehof wurde von seinem Minister am 22. Dezember 1985 in den sogenannten einstweiligen politischen Ruhestand entlassen, weil er die Regierungsvorlage (Gesetzentwurf zur Änderung des § 116 des Arbeitsförderungsgesetzes) ablehnte.„Der Mist mit dem 116 hat uns noch gefehlt“ Spiegel Online, 10. Februar 1986.Munzinger-ArchivDeutsches Ärzteblatt vom 19. März 1986, S. 820. Anschließend leitete er unentgeltlich den Verein für Arbeitslose „Volksverein Mönchengladbach gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit“.Detlef Schmidt, Gewerkschaftliche Monatshefte 10/2000, S. 597. Er war im Beirat der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung.

Er war verheiratet und hatte drei Kinder.Lebenslauf von Hanshorst Viehof ver.di-Archiv Berlin

Zitat

Literatur Viehof, Hanshorst. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1280.

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Einzelnachweise

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