mini|Angelo Branduardi 2008 in Dachau Angelo Branduardi (* 12. Februar 1950 in Cuggiono bei Mailand) ist ein italienischer Musiker und Cantautore. Zu seinen bekanntesten Liedern gehören Alla fiera dell’est, La pulce d’acqua und Cogli la prima mela.

Als Cantautore in der Nähe der Genueser Schule angesiedelt, verbindet Branduardi Alte Musik mit traditioneller Volksmusik und gibt sich stilistisch als menestrello (Ménestrel), inspiriert von der keltischen und nordeuropäischen Tradition.

Leben und Karriere Herkunft und Ausbildung Angelo Branduardi wurde 1950 in Cuggiono, westlich von Mailand geboren.Musik aus der Magie in: Die Zeit vom 30. September 1983 Wenige Monate nach seiner Geburt zog die Familie nach Genua, wo er am Conservatorio Niccolò Paganini di Genova das Violindiplom erwarb. Als er 15 Jahre alt war, zog die Familie nach Mailand, wo er sich schließlich an der Philosophischen Fakultät der Universität Mailand einschrieb. In dieser Zeit begann Branduardi, eigene Gedichte und die seiner Lieblingslyriker zu vertonen und zur Gitarre zu singen.

1974–1999: Debütalbum und internationale Erfolge 1974 produzierte Paul Buckmaster sein Debütalbum Angelo Branduardi, das jedoch noch unbeachtet blieb. Der große Erfolg kam zwischen 1977 und 1979 mit den Alben Alla fiera dell’est, La pulce d’acqua und Cogli la prima mela, die ihn auch international bekannt machten. In Deutschland war Branduardi zunächst ein Insider-Tipp der Liedermacher-Szene, bis 1979 sein Lied La pulce d’acqua („Der Wasserfloh“) ein Radio-Hit wurde, auch ausgelöst durch Branduardis Europatournee im Rahmen des Projekts La Carovana del Mediterraneo. Sein erfolgreichstes Album in Deutschland ist Cogli la prima mela (1/80 D-LP 12). Von Branduardis Alben erschienen einige in englischer Übersetzung (Texte: Peter Sinfield und Keith Christmas) sowie in französischer Übersetzung (Texte: Etienne Roda-Gil). Erschienen sind fünf englischsprachige und acht französischsprachige Albumversionen. 1985 war Branduardi im Benefiz-Projekt MusicaItalia per l’Etiopia zu hören.

Nach drei Soundtracks in den 1980er Jahren (darunter „Momo“, 1985 nach Michael Ende, Regie: Johannes Schaaf) hat Branduardi sich in den 1990er Jahren zunächst bodenständigeren Sounds und schließlich dem Irish Folk (Il dito e la luna, 1998) zugewandt. Im Projekt Futuro Antico („Alte Zukunft“, bisher acht Alben 1996 bis 2014) präsentiert er sich als Interpret vor allem italienischer Renaissancemusik.

Seit 2000: L’infinitamente piccolo, Kirchentour 2014 und Auftritte Sein im Jahre 2000 erschienenes Album L’infinitamente piccolo ist dem Heiligen Franziskus gewidmet und enthält 11 Lieder, die auf franziskanischen Quellen basieren.

mini|hochkant|Auftaktveranstaltung Kirchentour 2014 Ab Januar 2014 präsentierte Branduardi im Rahmen seiner Kirchentour Deutschland 2014 zusammen mit einem Multi-Percussionisten und seinem Weggefährten an der Gitarre, Maurizio Fabrizio, Ausschnitte aus seinem Gesamtwerk, besonders seiner frühen Werke, sowie Lieder aus dem aktuellen Studioalbum Il Rovo e la Rosa. Die Konzerte fanden in Kirchen deutscher Großstädte statt.

2013 trat Branduardi zum ersten Mal bei den Songs an einem Sommerabend auf, 2016 spielte er mit seiner Band dort beim 30-jährigen Jubiläum, auf der CD ist er mit Alla fiera dell’est und Ballo in fa diesis minore vertreten.

Privates Anfang der 1970er Jahre lernte Angelo Branduardi Luisa Zappa kennen, während sie Englische Literatur an der Universität Mailand studierte. Das Paar heiratete 1975 und hat zwei Töchter, Sarah (* 1976) und Maddalena (* 1981). Branduardi lebt in der Gemeinde Bedero Valcuvia.

Musikstil und Einflüsse mini|Branduardi in typischer Haltung Seine Liedtexte, meist geschrieben von oder zusammen mit seiner Ehefrau Luisa Zappa, sind häufig Adaptionen und Übersetzungen alter Gedichte, Sagen, Märchen, sowie Texte aus der jüdischen Überlieferung. So ist etwa das Lied Alla fiera dell’est / Highdown Fair (1976) eine Bearbeitung des jüdischen Passah-Liedes Chad gadja. Sotto il tiglio / Under the Lime Tree (1976) wiederum führt Under der linden des Minnedichters Walther von der Vogelweide weiter. In seinen Kompositionen greift Branduardi oft auf traditionelle Volkslieder und Werke der Alten Musik zurück. Beispielsweise basiert die Melodie von Ballo in fa diesis minore auf dem Stück Schiarazula Marazula aus der Sammlung Il primo libro de’ balli des Renaissancekomponisten Giorgio Mainerio aus dem 16. Jahrhundert. Ebenso beruht das Lied Donna ti voglio cantare auf einer Komposition von Pierre Attaingnant aus derselben Musikepoche. Stimmlich ist Branduardi wie sein musikalisches Vorbild Cat Stevens vor allem als Balladen-Interpret erfolgreich. Viele Instrumente spielt er auf seinen Alben selbst: Geige (sein erstes Instrument), diverse Flöten und Gitarren, Laute, Hackbrett etc.

Diskografie

Studioalben

Weitere Alben 1983 – State buoni se potete (Soundtrack) 1988 – Pane e rose 1988 – Die wundersamen Erlebnisse des Pontius Pilatus (Secondo Ponzio Pilato) (Soundtrack) 1990 – Il ladro 1996 – Futuro Antico I 1999 – Futuro Antico II: Sull’orme dei patriarchi 2002 – Futuro Antico III: Mantova. La musica alla corte dei Gonzaga 2009 – Futuro Antico V: Musica della Serenissima 2010 – Futuro Antico VI: Roma e la festa di San Giovanni 2011 – Futuro Antico VII: Il carnevale Romano 2014 – Futuro antico VIII: Trentino: musica alla corte dei Principi vescovi

Kompilationen (Auswahl)

Livealben

Weitere Livealben 1980 – Concerto 2015 – Camminando camminando in tre

Singles (Auswahl)

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1980: für das Album La Demoiselle 1980: für das Album Va Où Le Vent Te Mène

Weblinks

Offizielle Website

Angelo Branduardi bei Rockol.it (italienisch)

Angelo Branduardi bei discogs.com

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist (Italien) Kategorie:Multiinstrumentalist (Popularmusik) Kategorie:Popsänger Kategorie:Chansonsänger Kategorie:Cantautore Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Offizier) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann