Groß Kelle (bis 1998 „Groß-Kelle“) ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.
Geografie Groß Kelle ist eine der kleinsten mecklenburgischen Gemeinden. Sie liegt inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte, nahe dem Westufer der Müritz. Die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde liegt am Kellerbach, der den Groß Keller See und die weiter westlich liegenden Seen zur Müritz entwässert (Großer Kreßinsee). Das leicht hügelige Gebiet westlich von Groß Kelle erreicht 88 m ü. NHN. Die Stadt Röbel/Müritz ist etwa sechs Kilometer entfernt.
Umgeben wird Groß Kelle von den Nachbargemeinden Sietow im Norden, Gotthun im Osten, Röbel/Müritz im Südosten, Leizen im Südwesten sowie Walow im Nordwesten.
Geschichte Im Jahre 1230 tauchte der Ort Kelle erstmals in einer Urkunde auf. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erhielt die Ortschaft früh durch das Erd- und Steinkegelgrab. Als Klein Kelle wurde ein zirka zwei Kilometer entfernt liegendes Dorf bezeichnet, von dem heute nur noch Ruinen vorhanden sind.
Das Gut Groß Kelle befand sich von 1285 bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Familie von Pritzbuer. Es kam dann an die Familie Morin, 1678 kurz in landesherrlichen Besitz, dann an die von Vieregge, denen die von Flotow folgten, danach wieder an die Pritzbuer, sodann an die von Dähn, von Altrock, 1798 von Bülow, wieder von Flotow und von 1883 bis zur Enteignung 1945 an die Familie Glantz.Gutshaus Groß Kelle, gutshaeuser.de
August von Bülow erwarb das Gut 1798 mit seinem Bruder Georg von Bülow, unter den Nachfolgern war der großherzoglich mecklenburg-schwerinsche Kammerherr Hans von Bülow, verheiratet mit Friedrike von L’Estocq. Es blieb danach ein Lehngut mit Klein Kelle, Hauptsmühle und Winkelhof, gesamt 670 ha. Vor der Weltwirtschaftskrise besaßen es der Gerichtsassessor a. D. Emil Glantz mit Wohnsitz in Below und der Oberleutnant d. R. Walter Glantz zu Groß Kelle.
In der DDR-Zeit bestand in Groß Kelle ein Volkseigenes Gut. Der zentrale Punkt im Dorf war das ehemalige Gutshaus. Hier waren ein Kindergarten, eine Verkaufsstelle, ein Saal mit gastronomischer Betreuung sowie einige Wohnungen untergebracht.
Im Jahre 1996 wurde das wegen Baufälligkeit abgerissene Fachwerk-Gutshaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den alten Grundmauern neu errichtet, jedoch nicht im ehemaligen Stil. Heute wird es von der alten pommerschen Adelsfamilie von Heydebreck, die das Gut 1991 erworben hat, als Wohnhaus genutzt. In den letzten Jahren wurden auch die ehemaligen Tagelöhnerkaten zu komfortablen Wohnungen ausgebaut, dazu kamen einige neue Eigenheime.
Politik Gemeindevertretung und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeister) aus sechs Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseWahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de:
Partei/Bewerber Prozent SitzeReihenfolge nach Stimmenanteil Wählergruppe Groß Kelle70,414 CDU29,592
Bürgermeister der Gemeinde ist Axel Krüger, er wurde mit 72,88 % der Stimmen gewählt.Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
Dienstsiegel Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE GROß KELLE“.Hauptsatzung § 1
Regelmäßige Veranstaltungen Eine feste Tradition ist das jährlich zu Pfingsten von der Dorfgemeinschaft organisierte Dorffest.
Verkehr Groß Kelle liegt nahe der Verbindungsstraße von Sietow an der Bundesstraße 192 über Röbel/Müritz nach Mirow an der Bundesstraße 198. Die Autobahn-Anschlussstelle Röbel an der Bundesautobahn 19 (Berlin–Rostock) ist etwa neun Kilometer entfernt. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Malchow und Waren (Müritz).
Sehenswürdigkeiten der Findling Groß Kelle, ein 14 m³ großer Findling südöstlich des Groß Keller Sees Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 7,70 m (2016)
Belege
Weblinks
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