Kurt Knuth alias Kurt Quedenfeld (* 10. August 1902Ralf Meindl, „Ostpreußens Gauleiter. Erich Koch – eine politische Biographie“, fibre Verlag, Osnabrück 2007, S. 508, ISBN 978-3-938400-19-7. https://perspectivia.net//servlets/MCRFileNodeServlet/ploneimport_derivate_00011474/meindl_koch.pdf. S.a.: „Der Fall Knuth. »Mein Herz schlägt für den Süßmost«“, in: Das Ostpreußenblatt, 16. Januar 1954, S. 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_16_03.pdf in BerlinLaut Ostpreußenblatt vom 16. Januar 1954, Seite 3, „Der Fall Knuth“, wurde in einem Prozess vor dem Landgericht in Braunsberg in Ostpreußen festgestellt, dass Kurt Knuth in einem Standesamt in Berlin-Wedding als Findelkind registriert gewesen sei; siehe: „Der Fall Knuth. »Mein Herz schlägt für den Süßmost«“, in: Das Ostpreußenblatt, 16. Januar 1954, S. 3, online (PDF). Dem widersprach Kurt Knuth in einer Gegendarstellung im Ostpreußenblatt vom 30. Januar 1954, Seite 3, wie folgt: „1. Falsch ist, daß ich als Findling in Berlin-Weddingen [sic!] registriert worden bin. Richtig ist, daß ich als ehelicher Sohn des Waffenrevisors Friedrich Knuth und seiner Ehefrau Margarete, geb. Willuweit, in Berlin geboren bin.“, siehe: „Eine Berichtigung von Knuth. Süßmostereibesitzer und Likörfabrikant Kurt Knuth in Riemsloh, Kreis Melle, schickt uns zu dem Artikel »Der Fall Knuth«, der in Folge 3 des Ostpreußenblattes vom 16. Januar 1954 auf den Seiten drei und vier veröffentlicht worden ist, die folgende Berichtigung“, in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3 / 4, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf; † 1977 in Kassel)Uwe Plaß, „Die Affäre Kurt Quedenfeld. Wie ein alter Nazi in Melle eine zweite Karriere startete“, in: Neue Osnabrücker Zeitung, 19. Mai 2017, https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/897662/wie-ein-alter-nazi-in-melle-eine-zweite-karriere-startete war von 1933 bis 1945 NSDAP-Funktionär, nach dem Zweiten Weltkrieg Süßmost- und Likör-Fabrikant sowie Kreistagsabgeordneter des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) in Niedersachsen. Er wurde wegen Unterschlagung, Konkursvergehen und Betrugs in mehreren Fällen zu mehrjähriger Haft und dem Verbot verurteilt, seinen Beruf auszuüben.siehe Uwe Plaß, „Die Affäre Kurt Quedenfeld. Wie ein alter Nazi in Melle eine zweite Karriere startete“, in: Neue Osnabrücker Zeitung, 19. Mai 2017, https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/897662/wie-ein-alter-nazi-in-melle-eine-zweite-karriere-startete: „Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn wegen Unterschlagung, Bankrottvergehen und Betrugs in mehreren Fällen zu einem Jahr und acht Monaten Haft. Vom Bundesgerichtshof wurde er zu drei Jahren Haft und fünf Jahren Berufsverbot verurteilt.“
In der Zeit des Nationalsozialismus war Kurt Knuth NSDAP-Bürgermeister von Angerburg,„Der Fall Knuth. »Mein Herz schlägt für den Süßmost«“, in: Das Ostpreußenblatt, 16. Januar 1954, S. 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_16_03.pdf Kreisleiter der NSDAP in Heiligenbeil, Osterode und Angerburg in Ostpreußen, Landesdirektor im deutsch besetzten Rowno im Reichskommissariat Ukraine, Beauftragter für die „Führerpakete“,„Knuth unter falschem Namen“, in: Das Ostpreußenblatt, 9. Januar 1954, S. 2, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_09_02.pdf ; abgerufen am 3. Mai 2020 Gaustabschef des Volkssturmes und „Kraft durch Freude“-Leiter für das Gaugebiet von Ostpreußen.„Kurt Knuth: »Iwan, der Schreckliche«. Das Porträt eines Schuftes – Ein Verbrecher gegen die Menschlichkeit! – Knuth muss sofort inhaftiert werden! Wir fordern gerechte Sühne für seine Untaten“, in: Ostpreußen-Warte, Folge 02 vom Februar 1954, Seite 2, https://www.ahnen-spuren.de/Members/inge4013/ostpreussische-nachrichten/ostpreussen-warte/ostpreussen-warte-folge-02-vom-februar-1954 Er galt als Vertrauter seines Vorgesetzten Erich Koch,„Er genoß das ganz besondere Vertrauen des Gauleiters Koch, war einer seiner engsten Mitarbeiter und maßgeblich beteiligt an seinen bekannten Aktionen.“ dem Gauleiter der NSDAP in Ostpreußen, der von 1941 bis 1945 auch Chef der Zivilverwaltung im Bezirk Białystok und von 1941 bis 1944 Reichskommissar des Reichskommissariats Ukraine war. Nach der Kapitulation Deutschlands lebte Kurt Knuth bis Mitte der 1950er Jahre unter dem falschen Namen „Kurt Quedenfeld“.
Frühe Jahre bis 1933 Über Knuths Kindheit und Jugend ist wenig bekannt.
Angeblich wurde in einem Prozess vor dem Landgericht Braunsberg in Ostpreußen festgestellt, dass Kurt Knuth als Findelkind in einem Standesamt in Berlin-Wedding registriert gewesen sei. Nach Kurt Knuths eigener Aussage hingegen wurde er als ehelicher Sohn des Waffenrevisors Friedrich Knuth und seiner Ehefrau Margarete, geborene Willuweit, in Berlin geboren.„Eine Berichtigung von Knuth. Süßmostereibesitzer und Likörfabrikant Kurt Knuth in Riemsloh, Kreis Melle, schickt uns zu dem Artikel »Der Fall Knuth«, der in Folge 3 des Ostpreußenblattes vom 16. Januar 1954 auf den Seiten drei und vier veröffentlicht worden ist, die folgende Berichtigung:“, „1. Falsch ist, daß ich als Findling in Berlin-Weddingen [sic!] registriert worden bin. Richtig ist, daß ich als ehelicher Sohn des Waffenrevisors Friedrich Knuth und seiner Ehefrau Margarete, geb. Willuweit, in Berlin geboren bin.“, in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3 / 4, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf Sein Vater stamme aus dem Kreis Insterburg und seine Mutter aus dem Kreis Königsberg, er selbst habe von seinem zweiten Lebensjahr an, also ab 1904, bis 1945 in Ostpreußen gelebt.„Eine Berichtigung von Knuth...“ in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf
Kurt Knuth war Textilkaufmann. Nach seiner eigenen Aussage hat er eine Ausbildung in einem Betrieb in Vlotho und einen Betriebsleiterfachkurs auf der Fachschule Obererbach absolviert. Im Jahr 1924 war Knuth Eigentümer des Textilwarenhauses Georgenburg in Königsberg.„Knuth: »Wenn noch Krieg wäre…« Konkurs eröffnet – Polizeipräsident von Osnabrück beurlaubt. Untersuchung des Bundesvertriebenenministeriums“, in: Das Ostpreußenblatt, 6. Februar 1954, S. 3 / S. 4, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_02_06_06.pdf
In dem Ort Bladiau im Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen betrieb Knuth zeitweilig ein kleines Manufaktur- und Kurzwarengeschäft. Im Jahr 1926 meldete Kurt Knuth damit Konkurs an.„Der Kreditskandal Knuth. Ueber eine halbe Million Gesamtschulden. Anzeige bei der Staatsanwaltschaft / Wer sind die Helfer des Knuth? Der betrügerische Konkurs von Bladiau“, in: Das Ostpreußenblatt, 23. Januar 1954, Seite 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_23_04.pdf 1928 oder 1929 ging Knuth erneut mit einem ostpreußischen Unternehmen in Konkurs. 1931 wurde ein Vergleichsverfahren wegen Überschuldung gegen ihn eröffnet.(Autorenkürzel: w.e.), „Über eine halbe Million Gesamtschulden – Kredit-Skandal Knuth vor Gericht – Die III. Strafkammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt gegen den Ex-Gaustabschef von Ostpreußen“, in: Ostpreußenblatt, 24. Mai 1958, S. 4; https://archiv.preussische-allgemeine.de/1958/1958_05_24_21.pdf : „Auch die Frage: »Haben bei der Firma oder den Inhabern früher Zwangsvollstreckungen oder Leistung des Offenbarungseides, Konkurs- oder Vergleichsverfahren stattgefunden?« verneinte er, obwohl er mindestens einmal, und zwar 1926 in Ostpreußen, in Konkurs gegangen war. 1931 war zudem gegen Knuth ein Vergleichsverfahren eröffnet worden.“
Insgesamt sollen Kurt Knuth und seine Familie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens dreimal in Konkurs gegangen sein, und zwar zweimal in Königsberg und einmal in Bladiau in Ostpreußen.
Zeit des Nationalsozialismus Knuth war bereits zum 1. Dezember 1931 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 831.131).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/21430323 Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ im Jahr 1933 wurde er zunächst Kreisleiter der NSDAP in Heiligenbeil, Osterode. Er veranlasste dort eine Roggenspende der Landwirte des Kreises Heiligenbeil zugunsten der NSDAP„9. Falsch ist, daß diese Roggenspende für die Winterhilfe gestartet wurde. Richtig ist, daß als Zweck der Spende eine Sammlung für die Partei angegeben wurde.“, so Kurt Knuth in: „Eine Berichtigung von Knuth...“, in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf. Aus Erträgen dieser Spende soll Knuth für sich selbst einen Mercedes-Pkw gekauft, seine Büroräume und seine Privatwohnung luxuriös eingerichtet haben.Kurt Knuth hat das dementiert: „Die Spende wurde restlos dem Gauschatzmeister gemeldet und unterstand dessen Verfügungsrecht. Falsch ist, daß aus der Spende ein Mercedes-Pkw gekauft wurde. Richtig ist, daß die Gauleitung bzw. der Reichsschatzmeister alle Kreisleitungen mit Dienstfahrzeugen, und zwar fast nur mit Mercedesfahrzeugen, ausrüstete. Auch der Kreis Heiligenbeil, dem ich über zwei Jahre mein Privatfahrzeug zur Verfügung gestellt hatte, erhielt jetzt ein Dienstfahrzeug. Falsch ist, daß auch meine Privatwohnung luxuriös ausgestattet wurde, und daß auch aus dieser Spende die Kosten der Einrichtung meiner Freunde finanziert wurde. Richtig ist, daß meine Wohnungseinrichtung in Heiligenbeil aus außerordentlich einfachen und schlichten Möbeln bestand […]. Weder meine Freunde noch ich konnten an die Gelder, die der Abrechnung und der Revision durch den Gauschatzmeister bzw. durch den Reichsschatzmeister unterstanden, in irgend einer Form herankommen. Die Kassenführung lief, unabhängig von der politischen Leitung, völlig für sich.“, in: „Eine Berichtigung von Knuth...“, in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf Er soll sich zudem beleidigend über Hermann Göring geäußert haben, worauf der Leiter der Staatspolizeistelle Königsberg, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Erich von dem Bach-Zelewski, Knuth im Jahr 1934 auf Befehl Görings festnehmen ließ.Ralf Meindl, „Ostpreußens Gauleiter. Erich Koch – eine politische Biographie“, fibre Verlag, Osnabrück 2007, S. 213, https://perspectivia.net//servlets/MCRFileNodeServlet/ploneimport_derivate_00011474/meindl_koch.pdf Knuth wurde jedoch alsbald auf Druck seines Freundes Erich Koch wieder freigelassen. Offenbar war Knuth bis zum 31. Dezember 1933 in Heiligenbeil tätig.„Eine Berichtigung von Knuth...“, in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf „Da ich mit Wirkung vom 1.1.34 von Heiligenbeil versetzt war, hatte ich im Frühjahr 1934 dort aber keinerlei Funktionen.“
Am 1. Februar 1935 wurde Knuth als NSDAP-Kreisleiter und Bürgermeister nach Angerburg in Ostpreußen versetzt„Eine Berichtigung von Knuth...“, in: Das Ostpreußenblatt, 30. Januar 1954, Seite 3, https://archiv.preussische-allgemeine.de/1954/1954_01_30_05.pdf : „14. Falsch ist, daß ich nur mehrere Monate den Kreis Osterode leitete. Richtig ist, daß ich erst am 1. Februar 1935 als Kreisleiter und Bürgermeister nach Angerburg versetzt wurde.“ und blieb es bis zum Kriegsende 1945.
Knuth galt als Vertrauter und Protegé von Erich Koch, dem Gauleiter der NSDAP in Ostpreußen, der von 1941 bis 1944 Reichskommissar des Reichskommissariats Ukraine war. Unter Gauleiter Erich Koch wurde Knuth NSDAP-Gauamtsleiter in Ostpreußen.