Der Torre del Lebbroso (nach ausgangssprachlichem Genus auch die Torre del Lebbroso; ) ist ein in die alte römische Stadtmauer von Aosta eingebauter Wohnturm, der auf der Westseite der Stadt an der Via Jean-Boniface Festaz steht.

Geschichte mini|hochkant|Nord- und Ostfassade des Torre del Lebbroso (von der Via Jean-Boniface Festaz aus)

Der Torre del Lebbroso wurde auf den Resten eines römischen Wachturms erbaut und hieß ursprünglich „Tour Friour“ oder „Tour de Friours“ nach dem Namen der Familie, die darin wohnte. Die De Friours, deren Name erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1191 erwähnt ist, bewohnten auch das Torhaus der Porta Decumana, die heute nicht mehr besteht. In der Folge wurde der Turm aufgegeben und hieß dann „Tour de la Frayeur“ (übersetzt ‚Spukturm‘ oder ‚Schreckensturm‘).

Nach einigen Besitzerwechseln kaufte 1773 der Ritterorden der hl. Mauritius und Lazarus den Turm. Aus dieser Zeit stammt der heutige Name, der mit der Anwesenheit von Pietro Bernardo Guasco aus Oneglia, einem Aussätzigen, der von 1773 bis zu seinem Tod 1803 mit seiner Schwester in dem Turm eingeschlossen wurde, um die Ansteckung der ganzen Stadt zu verhindern. Der Turm was so Teil des Hospice de charité, das von Jean-Boniface Festaz gegründet worden war. Seine Geschichte war die Inspiration für die Geschichte des Romans Le lépreux de la cité d’Aoste (dt.: „Der Aussätzige von Aosta“) des savoyardischen Schriftstellers Xavier de Maistre, der 1811 veröffentlicht wurde.

1890 ließ die Denkmalbehörde für Piemont und Ligurien das Bauwerk unter der Leitung von Alfredo d’Andrade restaurieren. Heute gehört es der Autonomen Region Aostatal, die dort ein Museum eingerichtet hat.

Beschreibung Der Torre del Lebbroso wurde auf dem Fundament eines römischen Turms errichtet, wie die Restaurierungsarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts ans Licht brachten. An diesen Turm wurde im 15. Jahrhundert ein mittelalterlicher Wohnturm mit quadratischem Grundriss angebaut, in dem man über eine überdachte Außentreppe gelangte und in dem sich eine Wendeltreppe befand, die Zugang zu den einzelnen Stockwerken vermittelte. Die römischen Fenster wurden größtenteils zugemauert, im Aufgangsbereich sind jedoch einige verblieben und werfen Licht die einzelnen Stockwerke.

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Quellen

Weblinks

Einzelnachweise Carlo Nigra: Torri e castelli e case forti nel Piemonte dal 1000 al secolo XVI. La Valle d’Aosta. Musumeci, Quart 1974, S. 100–101 (italienisch).

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