Die Alpen-Wiesenraute (Thalictrum alpinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wiesenrauten (Thalictrum) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung mini|Illustration aus Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mini|Blütenstand Vegetative Merkmale Die Alpen-Wiesenraute ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 3 bis 15 Zentimetern erreicht. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl.

Meist stehen alle gestielten Laubblätter in einer grundständigen Rosette, selten ist auch ein Stängelblatt vorhanden. Die Blattspreite ist einfach bis zweifach gefiedert. Die kleinen Teilblättchen sind bei einer Länge von 2 bis 4 Millimetern rundlich, grob gezähnt bis tief geteilt und oberseits dunkelgrün sowie unterseits heller.

Generative Merkmale Alpen-Wiesenraute ist protogyn, also vorweiblich. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die zuletzt nickenden, gestielten Blüten stehen in einem endständigen traubigen Blütenstand zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die Blütenhülle ist einfach und besteht aus vier bis fünf weißlich-purpurnen Blütenhüllblättern, die Kronblätter fehlen. Die früh abfallenden Kelch- bzw. Perigonblätter sind höchstens 2,5 Millimeter lang und wie die Staubfäden rötlich. Es viele lange Staubblätter mit großen, länglichen und bespitzten Antheren vorhanden. Die oberständigen, kurzen und freien Stempel sind kurz gestielt. Die kleinen, leicht rippigen und kurz geschnäbelten Früchte sind sitzend oder undeutlich gestielt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Vorkommen Die Alpen-Wiesenraute gedeiht in den subarktischen und -alpinen Gebieten der Nordhalbkugel. Sie kommt in vielen Ländern Eurasiens, in Nordamerika und in Grönland vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht nördlich bis Grönland und südlich bis Vietnam. In Afrika und in Deutschland fehlt diese Art. In der Schweiz wächst sie in Hraubünden in Krummseggenrasen des Verbands Caricion curvulae. In Österreich kommt siue in Salzburg, Kärnten und in der Steiermark vor. Sie steigt bis 2700 Meter Meereshöhe auf.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).

Taxonomie und Systematik Die Erstveröffentlichung von Thalictrum alpinum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1 Seite 545.

Man kann folgende Unterarten und Varietäten unterscheiden: Thalictrum alpinum subsp. alpinum: Sie kommt im Gebiet der Art vor. Thalictrum alpinum var. elatum : Sie kommt in China, Myanmar, Nepal, Tibet und im östlichen Himalaja vor. Thalictrum alpinum var. microphyllum : Sie kommt in China und in Tibet vor. Thalictrum alpinum var. minutissimum : Sie kommt in Nepal vor. Thalictrum alpinum var. stipitatum : Sie kommt in Japan vor. Thalictrum alpinum subsp. udocanicum : Sie kommt in Sibirien vor.

Literatur A. R. Clapham, T. G. Tutin, D. M. Moore: Flora of the British Isles. Third Edition, Cambridge Univ. Press, 1987, ISBN 0-521-30985-9, S. 51 f.

Weblinks

Thomas Meyer: Flora von Deutschland. Datenblatt und Fotos.

Einzelnachweise Ralf Hand (2014): Thalictrum. – Datenblatt Thalictrum alpinum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 545. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.

Jens G. Rohwer: Ranunculaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 349.

Kategorie:Hahnenfußgewächse