mini|Tilman Spengler (2024) Tilman Spengler (* 2. März 1947 in Oberhausen) ist ein deutscher Sinologe, Schriftsteller und Journalist.

Leben und Wirken Nach dem Ostern 1966 abgelegten Abitur am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium SterkradeSterkrader Abiturjahrgänge auf der Website von Horst Fleig. studierte Spengler in Heidelberg, Taipeh und München Sinologie, Politikwissenschaft und neuere Geschichte und war mehrere Jahre am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg tätig. 1972 promovierte er in München.

Danach war er sechs Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker tätig. Neben seiner akademischen Tätigkeit publizierte er unter anderem regelmäßig in der Zeit und in GEO. Im Jahre 1991 veröffentlichte er die Romanbiografie Lenins Hirn, die in einundzwanzig Sprachen übersetzt wurde. 1992 wurde Spengler Feuilletonchef der Wochenzeitschrift Die Woche. 2003 erschien sein Erzählband Wenn Männer sich verheben.

Spengler ist Gründungsmitglied des Lübecker Literaturtreffens „Gruppe 05“. Seit Mai 2006 steht er dem „Sinologie Heidelberg Alumni Netzwerk“ (SHAN) e. V. (Sinologisches Seminar der Universität Heidelberg) als Kuratoriumsmitglied zur Seite. Von 1980 bis zu ihrer vorübergehenden Einstellung 2008 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Kursbuch. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Spengler ist ein China-Kenner und war u. a. 1976 beim großen Erdbeben dort.ZDF Spezial vom 13. Mai 2008 19:25 Auch begleitete er 2001 den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie im Mai 2008 den damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei Besuchen des Landes. In einem Interview beschrieb er 2010 sein Verhältnis zu China folgendermaßen: „Für die Intensität der genauen Beobachtung ist mir das Gefühl der Fremdheit sehr wichtig. Nach ein paar Wochen sieht, hört und riecht man die Besonderheiten nicht mehr. […] China ist für mich ein Ort mit ziemlich hoher Verdichtung in sehr vielen Lebensbereichen. Wie lange das das Nachdenken anregt, weiß ich nicht. Ich habe China immer früh genug wieder verlassen, bevor es in eine Flachphase übergehen konnte.“Ulrike Münter: . Auf: goethe.de im Januar 2010. In jüngerer Zeit konstatiert Spengler, dass große Teile der deutschen Sinologie zu den gegenwärtigen chinesischen politischen Verhältnissen schweigen. Immerhin stehe dies im Kontrast zur früheren Beweihräucherung des Maoismus.Zur Meinungsfreiheit gehöre auch „die Freiheit, das Maul zu halten“, zitiert nach Kai Strittmatter: Das Schweigen der China-Kenner. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 286 vom 10. Dezember 2010, S. 15. (sueddeutsche.de) Im Jahre 2010 hielt Spengler die Laudatio anlässlich der Verleihung des Hermann-Kesten-Preises an Liu Xiaobo, der auch wenig später mit dem Friedens-Nobelpreis geehrt wurde. Der Sinologe war an der Vorbereitung der Ausstellung Kunst der AufklärungDie Ausstellung wurde verantwortet von drei Einrichtungen: den staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der bayrischen Staatsgemäldesammlung in München. im chinesischen Nationalmuseum in Peking beteiligt, die seit dem 1. April 2011 ein Jahr lang gezeigt wurde.Ruth Kirchner: "Kunst der Aufklärung" endet in Peking. Auf: dw.de am 26. März 2012. Im März 2011 wurde Spengler, zum Zeitpunkt der Eröffnung dieser Ausstellung, seines Einsatzes für Liu Xiaobo und anderer Dissidenten wegen, die Einreise nach China als Begleitung von Außenminister Guido Westerwelle verwehrt.Zur Eröffnungsveranstaltung, siehe: Nationalmuseum Peking. Spektakel und Debakel im weltgrößten Museum, auf: ZEIT online, 2. April 2011. Als Begründung für das Einreiseverbot hieß es seitens eines chinesischen Kulturfunktionärs, Spengler habe „die Gefühle des chinesischen Volkes“ verletzt.Zit. nach Silke Müller: Kants Schuhe, Maos Macht. In: stern 15, 7. April 2001, S. 145. In einem Interview bezeichnete Spengler das Projekt als „sinnvolle Veranstaltung“, jedoch gingen von solchen Veranstaltungen auch „legitimatorische Impulse“ aus.Tilman Spengler interviewt von Stephan Maus: Man muss bereit sein, sich die Pfoten zu waschen. In: stern 15, 7. April 2001, S. 146–149.

Für den Fernsehsender BR-alpha schrieb und moderierte Spengler die 101-teilige Sendereihe Klassiker der Weltliteratur, deren Folgen erstmals von 2009 bis 2011 ausgestrahlt wurden.Klassiker der Weltliteratur. Auf: fernsehserien.de

Spengler lebt in Ambach am Starnberger See und in Berlin.2004 veröffentlicht in auf literaturfestival.com Er ist mit der Schauspielerin Daphne Wagner verheiratet und hat eine Tochter. Tilman Spengler ist der Großneffe von Oswald Spengler.Tilman Spengler zum 70.: Chinas Hirn, 2. März 2017.

Auszeichnungen 1999 Mainzer Stadtschreiber 2003 Ernst-Hoferichter-Preis 2008 Literaturpreis der Landeshauptstadt München

Werke Schriften

Als Herausgeber Joseph Needham. Wissenschaftlicher Universalismus. Über Bedeutung und Besonderheit der chinesischen Wissenschaft. Herausgegeben, eingeleitet und übersetzt von Tilman Spengler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-518-07455-5.

Als Übersetzer Leonora Carrington: Das Hörrohr. übers. aus dem Englischen. Insel, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-458-04919-3. Mao für Anfänger. Von Rius und Freunden. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1980 (Mao for Beginners; dt.)

Weblinks

Klassiker der Weltliteratur: Mit Tilman Spengler durch die Literaturgeschichte – Sendereihe mit Spengler auf der Internetpräsenz von ARD-alpha

Einzelnachweise

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