Die Kokoda-Track-Kampagne, oder auch Kokoda-Trail-Kampagne, war ein Konflikt im Pazifikkrieg während des Zweiten Weltkriegs und fand zwischen dem 21. Juli bis zum 16. November 1942 im damaligen australischen Territorium Papua statt. Das japanische Ziel bestand darin, Port Moresby durch einen Überlandvorstoß von der Nordküste aus zu erobern. Dazu sollte der Kokoda-Pfad, der über die Berge des Owen-Stanley-Gebirges führt, genutzt werden. Die Einnahme von Port Moresby war Teil der japanischen Strategie zur Isolierung Australiens von den Vereinigten Staaten.

Die Kampagne war in erster Linie eine Landschlacht zwischen den japanischen Südseestreitkräften unter Generalmajor Horii Tomitarōs Südseeabteilung und den australischen und papuanischen Landstreitkräften unter dem Kommando der New Guinea Force.

Vorgeschichte

Die alliierte Situation Seit 1902 war das Territorium Papua eine australische Kolonialbesitzung im Südosten der Insel Neuguinea mit Port Moresby als Hauptstadt. Dort war auch eine kleine australische Garnison stationiert. Mit Beginn des Pazifikkriegs und dem japanischen Vormarsch nach Südostasien verlegten weitere Truppen dorthin und bildeten zur Verteidigung im April 1942 die New Guinea Force unter dem Kommando von Generalmajor Basil Morris. Die speziell für die Verteidigung von Port Moresby vorgesehene Einheit der New Guinea Force wurde unter dem Codenamen „Maroubra“ gegründet. Auch die Maroubra Force stand unter dem Kommando von Basil Morris.

Nach der Eroberung von Lae und Salamaua durch die Japaner verwarf General MacArthur das vorherrschende Konzept einer rein passiven Verteidigung Australiens und beschloss, seine Mission durch offensive Operationen in Neuguinea zu erreichen.

So wurden Truppen, Schiffe, Flugzeuge und Vorräte in Australien und Neuseeland versammelt und ein Gegenangriff vorbereitet, um einige der Inseln zurückzuerobern, die jetzt von den Japanern besetzt waren.

Hier war besonders Port Moresby als Stützpunkt von strategischer Bedeutung, da von hier aus Luftunterstützung für Attacken gegen japanische Basen im Norden und Osten Neuguineas, sowie in Neubritannien; hier besonders Rabaul, und Neuirland geflogen werden konnte. mini|Die Generäle MacArthur und Blamey (v.l.n.r) Daher erwartete MacArthur auch feindliche Bewegungen entlang des Kokoda Trail, der einzigen befahrbaren Route über die Berge von Buna an der Ostküste Papuas nach Port Moresby. Er war überzeugt davon, dass die Japaner beabsichtigten, diese Route entweder zum direkten Angriff auf Port Moresby oder als Versorgungsbasis für eine mögliche amphibische Streitmacht zu nutzen, die auf dem Seeweg durch den Louisiade-Archipel angreifen würde. Um den Japanern zuvorzukommen, bat er General Blamey, ihn über den Plan der New Guinea Force zum Schutz von Kokoda und strategischer Orte entlang des Kokoda-Trail zu informieren. General MacArthurs Einschätzung der aktuellen Lage war korrekt. Drei Tage nach dieser Anfrage an General Blamey befahl das kaiserliche japanische Hauptquartier dem Kommandeur der 17. Armee, mit der Marine zusammenzuarbeiten und sofort Landangriffspläne gegen Port Moresby auszuarbeiten.

Die japanische Situation Schon seit 1938 hatte der Generalstab der japanischen Marine die Einnahme von Port Moresby an der Südostküste Neuguineas innerhalb der Planung zum Aufbau der Großostasiatischen Wohlstandssphäre als einen wichtigen Schritt vorgesehen. Zum Ausbau ihrer Luftüberlegenheit plante die japanische Armee dort ein Flugfeld zu errichten. Dieser Vorposten hätte es ihnen erlaubt, Australien zu bedrohen und weiter in den Südostpazifik vorzudringen (→ Operation MO). Diese Operation schlug fehl, unter anderem bedingt durch die Schlacht im Korallenmeer.

Die japanische Führung erkannte, dass die Verwendung der wenigen verbleibenden Flugzeugträger zur Unterstützung eines zweiten amphibischen Vorstoßes gegen Port Moresby wahrscheinlich bedeuten würde, sie an überlegene Trägerkräfte der US-Pazifikflotte zu verlieren – ein unvertretbares Risiko, das sie nicht eingehen wollten. So blieb einzig ein landgestütztes Unternehmen als Lösung übrig.

Planung Mitte Juni 1942 zeigte Prinz Takeda in Davao dem Stab der 17. Armee den Bericht eines englischen Forschers, der einen Weg nach Port Moresby beschrieb. Daraus entwickelte sich eine Studie zu einer Landoperation, um nach Port Moresby zu gelangen.

Die Japaner handelten nicht voreilig bei ihrem Versuch, Truppen über das Owen-Stanley-Gebirge zu schicken. Am 14. Juni, sechs Tage nach der Schlacht um Midway, wurde General Hyakutake, Kommandeur der 17. Armee, aufgefordert, sich auf einen Überlandangriff auf Port Moresby vorzubereiten. General Hyakutake, der sich auf dem Weg nach Davao befand, wurde ausdrücklich darauf hingewiesen keine größeren Streitkräfte unter seinem Kommando nach Neuguinea zu befehlen, bis der Weg gründlich erkundet und die Operation für machbar befunden wurde. Seine Streitkräfte sollten sich aber für sofortige Maßnahmen bereithalten, falls die Aufklärung ein günstiges Ergebnis ergäbe. General Horii, Kommandeur der Südseestreitkräfte, sollte die unmittelbare Verantwortung für die Operation tragen.

Der Kokoda-Trail mini|Owen-Stanley-GebirgeDer Kokoda-Trail führt von Buna an der Nordküste nach Kokoda an den Nordhängen der Owen-Stanley-Berge. In Wairopi, etwa 48 km südwestlich von Buna, überspannte eine Drahtseilbrücke, nach der der Ort benannt wurde, die riesige Schlucht des Kumusi-Flusses, eines breiten turbulenten Stroms mit gefährlichen Senken und Sturzfluten. Zwischen Buna und Wairopi ist das Land relativ flach. Hinter Wairopi wird es dann steil und felsig. Kokoda selbst liegt auf einem kleinen Plateau zwischen den Ausläufern der Ajura Kijala und des Owen-Stanley-Gebirges. Auf diesem Plateau, das etwa 360 m über dem Meeresspiegel liegt, befindet sich ein kleiner Flugplatz, der nur für leichte Verkehrsflugzeuge und kleinere Militärtransporter geeignet war.

Von Kokoda führt der Weg nach Süden entlang der Westseite eines riesigen Canyons, der sogenannten Eora-Creek-Schlucht. Er führt durch die einheimischen Dörfer Deniki und Isurava zu einer Wegkreuzung in Alola, wo ein Weg von Ilimo, einem Punkt südwestlich von Wairopi, über Kobara, Fila, Missima und Abuari in den Hauptweg mündet. Diese Abkürzung ermöglicht es, Kokoda zu umgehen. Von Alola aus kreuzt der Weg zur Ostseite des Eora Creek und steigt zur Templeton’s CrossingDie Bezeichnung wurde dieser Wegkreuzung in Erinnerung an Captain Samuel Victor Templeton gegeben, der seit der Schlacht bei Oivi als verschollen gilt. an, wo die riesigen Ausläufer des Hauptbereichs der Owen Stanleys zum ersten Mal auf einer Höhe von rund 2100 m angetroffen werden. Gleich hinter Templeton’s Crossing befindet sich ein Gebirgspass, genannt The Gap, der über den Sattel führt. The Gap, der nur etwa 31 km südlich von Kokoda liegt, ist ein zerklüfteter, mit Dschungel bedeckter Sattel im Hauptbereich, der an seinem Mittelpunkt etwa 2300 m hoch ist. Der Sattel ist ungefähr 8 km breit, mit hohen Bergen auf beiden Seiten. Der Weg führt ungefähr 9,5 km über einen felsigen, wüsten Pfad, auf dem nicht genügend ebener Platz zum Aufstellen eines Zeltes und Platz für nur einen Mann vorhanden ist. Dahinter geht der Weg steil bergab nach Myola, Kagi, Efogi, Menari, Nauro, Ioribaiwa, der Imita Range und Uberi bis auf 1200 m. Der südliche Rand des Gebirges befindet sich in Koitaki, etwa 48 km von Port Moresby entfernt, wo die Höhe nur noch 600 m beträgt.

Der Weg ist größtenteils ein schmaler Dschungelpfad, der über zerklüftete Berge verläuft und von einigen der schwierigsten Dschungelgebiete umgeben ist.

Die Kampagne

mini|Kokoda-Track mit OrtsangabenDa der Ausgangspunkt des Weges nach Port Moresby an der Nordostküste Neuguineas bei Buna liegt, sollte als erstes dort ein Brückenkopf errichtet werden.

Am 21. Juli landeten die Yokoyama Advance Party und eine Sasebo Speziallandungseinheit der Marine bei Buna und Gona. Sie sollten die Vorabroute nach Port Moresby untersuchen und Teilvorbereitungen im Hinblick auf die Operationen der Hauptstärke der Streitkräfte durchführen. Alliierte Luftangriffe sollten die Landung verhindern, führten jedoch nur zu geringer Verzögerung.

Vorrücken der Japaner Die japanischen Einheiten fanden die Straßen rund um die Küste in einem relativ guten Zustand. Die 40 Kilometer lange Straße von Buna und Gona im Landesinneren nach Soputa musste nicht instand gesetzt werden und war mit Kraftfahrzeugen befahrbar. Andernorts wurde ein Vorankommen der Japaner durch den Dschungel, Grasland und steile Schluchten behindert.

Die Vorauseinheit Yokoyama Advance Party bewegte sich schnell von Giruwa über Soputa und Sonbo entlang der Kokoda-Straße. Am 23. Juli besiegte die Einheit in Awala ungefähr dreißig einheimische Gegner und kurz darauf 100 Australier. Die Australier zogen sich dann nach Wairopi zurück und zerstörten die Brücke hinter sich, die dem Dorf den Namen gab. Doch auch diese Stellung konnte nicht lange gehalten werden.

Die Japaner drängten die australischen Einheiten weiter zurück und rückten etwa 16 Kilometer östlich von Kokoda auf die Anhöhe von Oivi vor, wo sich am 26. Juli die nachrückenden Haupteinheiten der Yokoyama Advance Party sich ihnen anschlossen.

Schlacht um Kokoda

Die Australier hatten sich unterdessen nach Kokoda zurückgezogen. Schon kurz nachdem die Japaner gelandet waren, befahl General MacArthur General Basil Morris, Verstärkung nach Kokoda zu schicken. Die Australier verfügten aber nur über ein Transportflugzeug, das auf der kleinen Landebahn bei Kokoda landen konnte. Oberstleutnant William T. Owen, der Kommandeur des 39. Bataillons, wurde am 24. Juli eingeflogen, und zwei Tage darauf wurden dreißig Männer eingeflogen.

Am selben Tag starteten die Japaner einen Angriff auf den Ort. Nach einem weiteren Rückzug gelang es den Australiern unter Owen, Kokoda kurzzeitig zu halten, bis sie schlussendlich den Japanern am 29. Juli Kokoda und das dortige Flugfeld überlassen mussten, da sie den Japanern zahlenmäßig unterlegen waren. Durch den sehr heftigen Widerstand gingen die Japaner davon aus, eine größere Einheit mit mehr als 6000 Mann geschlagen zu haben. mini|Das Flugfeld bei Kokoda im Jahr 2008 Die Australier zogen sich in zuvor vorbereitete Positionen in Deniki zurück, wo sie am nächsten Tag von den restlichen Einheiten aus Oivi verstärkt wurden, denen es gelungen war sich in der Nacht aus der japanischen Umzingelung zu befreien.

Verstärkungen der Japaner und der Alliierten Gemäß der gemeinsamen Vereinbarung vom 31. Juli hatte sich die 8. Flotte verpflichtet, die Flugplätze in Buna und Kokoda bei der Landung der Hauptstreitkräfte in Betrieb genommen zu haben. Allerdings verhinderten alliierte Luftangriffe und andere Widrigkeiten dieses Vorhaben. Am 29. und 31. Juli bombardierte die alliierte Luftwaffe die feindlichen Versorgungsschiffe, beladen mit Fahrzeugen und Baumaterialien für den Einsatz im Feld, während sie auf dem Weg nach Buna waren. Die Kōtoku Maru ging verloren und die anderen Schiffe mussten mit nicht gelieferter Fracht nach Rabaul zurückkehren. Dieser Misserfolg und die Entdeckung, dass der Flugplatz in Buna sehr feucht war und möglicherweise nicht bis zum 7. August in Bereitschaft gebracht werden konnte, führten dazu, dass der X-Day auf den 16. August verschoben wurde. mini|Der japanische Kreuzer Tatsuta