mini|Schloss Lodersleben von der Gartenseite her.

Das Schloss Lodersleben ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk in Lodersleben, einem Ortsteil der Stadt Querfurt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Schloss unter der Erfassungsnummer 094 20970 als Baudenkmal verzeichnet.Landtag von Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. PDF, Stand 11. November 2020.

Allgemein Das Bauwerk befindet sich mitten im Ort unter der Adresse Straße des Friedens. Der ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Park befindet sich südlich des Schlosses und ist durch die Querne vom Schloss getrennt.

Geschichte Das Schloss Lodersleben wurde nach Entwürfen von David Schatz im Auftrag von Carl Ludolph von Danckelmann gegen Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. 1870 wurde das Schloss umgebaut. Die zum Schloss gehörende Parkanlage entstand bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts. Mehrere Generationen besaß die Familie von Kotze das Gut mit Anwesen und bildete genealogisch eine eigene Familienlinie Lodersleben heraus.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 399 f. Besitzer waren u. a. Wilhelm von Kotze sen. (1793–1867), verheiratet mit Caroline von Kotze-Kl. Oschersleben (1798–1856), dann ihr Sohn Wilhelm jun. von Kotze (1840–1901).Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1957. Band III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1957, , S. 280 f. Einige Jahre lebte Leopold von Ranke in dem Schloss. Maximiliane von Kotze (1846–1922), Ehefrau des Letztgenannten, war eine geborene von Ranke. 1901 erbte die Tochter Lily von Kotze (1866–1940) Gut Lodersleben. Da sie mit Alexander Graf von der Schulenburg (1856–1922) verheiratet war, kam der Besitz 1940 in die Hand von dessen Familie.

Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone im Jahr 1945 wurde die Familie von der Schulenburg enteignet. Nach 1945 wurde das Schloss als Flüchtlingsunterkunft und im Anschluss bis in die 1970er Jahre als Schule genutzt. 1990 und 1997 wurde das Bauwerk saniert und wird heute als Pension betrieben.Hans und Doris Maresch: Sachsen-Anhalts Schlösser, Burgen & Herrensitze. Husumer Verlagsgesellschaft, Husum 2015, ISBN 978-3-89876-776-7, S. 150–151.Alleburgen.de.: Schloss Lodersleben., Stand 20. September 2020.

Beschreibung Beim Schloss handelt es sich um ein zweigeschossiges Barockbauwerk mit Mansardwalmdach. Auf der Hofseite wurde ein anschließender Seitenflügel in gleichen Formen erbaut. Die westliche Hauptfassade verfügt über einen übergiebelten Portalrisalit mit Balkon. Die Gartenseite verfügt ebenfalls über einen übergiebelten Mittelrisalit mit Balkon auf ursprünglich offener Pfeilerhalle. Beim Mittelrisalit befindet sich ein Allianzwappen.

Innerhalb des Schlosses sind in einigen Räumen die Stuckdecken noch hervorragend erhalten geblieben.

Literatur Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Sachsen-Anhalt. Verlag Theiss, Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1101-9.

Weblinks

Einzelnachweise

Lodersleben Kategorie:Bauwerk in Querfurt Kategorie:Kulturdenkmal in Querfurt Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Saalekreis Lodersleben Kategorie:Ehemalige Schule in Sachsen-Anhalt Kategorie:Barockbauwerk in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert Lodersleben Kategorie:Organisation (Querfurt) Kategorie:Geschichte (Querfurt) Kategorie:Danckelmann (Adelsgeschlecht) Kategorie:Schulenburg (Adelsgeschlecht)