mini|Dick Dale (2005) Dick Dale (* 4. Mai 1937 in Boston, Massachusetts, Vereinigte Staaten; † 16. März 2019 in Loma Linda, Südkalifornien, Vereinigte StaatenEmily S. Rueb, Jon Pareles: Dick Dale, King of the Surf Guitar, Is Dead at 81. In: The New York Times, 17. März 2019. Abgerufen am 18. März 2019.; eigentlich Richard Anthony Monsour) war ein US-amerikanischer Musiker und Pionier der Surfmusik. Dale war einer der einflussreichsten Gitarristen der frühen 1960er-Jahre. Zusammen mit Link Wray gilt er als stilbildend für Gitarristen wie Jimi Hendrix, Pete Townshend und Eddie Van Halen. Er benutzte speziell gefertigte Fender-Gitarren und -Verstärker und experimentierte mit Nachhall-Effekten (Reverb).
Karriere Dick Dale wurde in Boston (Massachusetts) als Sohn eines Libanesen und einer Polin geboren. Bald lernte er Schlagzeug, dann Ukulele und schließlich Gitarre. Als Kind wurde er musikalisch von seinem Onkel, einem Oud-Spieler, beeinflusst. Seine frühe Musik zeigt starke Einflüsse aus der orientalischen Musik.
Mit seiner Band, den Del-Tones, war Dale Anfang der 1960er Jahre auf lokaler Ebene recht erfolgreich. Neben der Single Mr. Moto der Belairs gilt Dales Stück Let’s Go Trippin’ von 1961 als stilbildend für die Surf-Rock-Szene. Bevor er 1962 zu Capitol Records wechselte, brachte er auf seinem eigenen Label Deltone einige Singles heraus, die jedoch nicht den erhofften Durchbruch schafften.
1962 schaffte Dale mit dem Album Surfers’ Choice den Durchbruch. Er wurde in die The Ed Sullivan Show eingeladen und trat in Hollywoodfilmen (zum Beispiel Beach Party, 1963) auf. Bis 1964 war Dale ein nationaler Star, dann jedoch ebbte der Erfolg seiner Instrumentalmusik ab. Britische Bands wie die Beatles dominierten die Hitparaden. Zudem war Dale durch eine Krebserkrankung gesundheitlich angeschlagen und zog sich für längere Zeit aus der Öffentlichkeit zurück.
1979 begann er, sich für den Naturschutz einzusetzen. Er hatte sich eine kleinere Verletzung beim Schwimmen zugezogen, die durch die Umweltverschmutzung des Wassers so schlimm wurde, dass er beinahe ein Bein verlor.
1986 nahm er ein neues Album auf und wurde für einen Grammy Award nominiert. Seither veröffentlichte er wieder Alben. Durch die Verwendung seines erfolgreichsten Titels Misirlou (eine Interpretation eines bekannten griechischen Liedes aus den 1920er Jahren) in Quentin Tarantinos Pulp Fiction wurde Dale seit den 1990er Jahren auch einem jüngeren Publikum wieder ein Begriff.
2008 erkrankte Dale an Dickdarmkrebs und musste sich operieren lassen. Im Jahr 2010 konnte er wieder eine Tour durch die USA und Europa starten.
Technik Dale war ein sehr expressiver Gitarrist. Er behauptete stets, kein guter Gitarrist im klassischen Sinne zu sein. Mit seiner experimentellen Spieltechnik entwickelte er seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Klang.
Dales Markenzeichen ist der schnelle Staccato-Anschlag der Gitarrensaiten (zum Beispiel bei Misirlou). Zudem machte er den exzessiven Gebrauch von Hall in der instrumentalen Surfmusik populär. Aufgrund seiner nicht herausragenden Gesangsstimme bat Dale den befreundeten Leo Fender, ihm ein Gerät zu entwickeln, mit dem es möglich sei, wie bei einer Hammondorgel einen Hall auf die Stimme zu legen. Die Ingenieure in Fenders Produktionsstätte bauten das entsprechende Teil einer Hammondorgel so um, dass ein Mikrofon angeschlossen werden konnte. Der experimentierfreudige Dick Dale schloss auch die Gitarre an das Gerät an und war begeistert vom dichten Klang. Dieses Gerät kann heute noch als „Fender Reverb Unit“ gekauft werden.
Dick Dale spielte mit extrem dicken Saiten (.016–.060) durch einen modifizierten „Fender Showman“-Verstärker in sehr hoher Lautstärke. Als Linkshänder spielte er eine Linkshänder-Gitarre mit umgekehrt aufgezogenen Saiten. Dies beeinflusste den Klang seines Spiels auf eine kaum imitierbare Weise.
Seine Fender Stratocaster nannte Dale liebevoll „the Beast“ (das Biest) und behielt sie bis zu seinem Tod.
Sonstiges Nach seinen Erfolgen mit Teenager-Strand-Filmen lebte Dale mit Löwen und Tigern in einer großen Villa. Die erste Version seines größten Hits Misirlou wurde ohne Reverb-Effekt aufgenommen.DickDale.com: Dick Dale betonte immer wieder, man solle nicht mit Plattenfirmen zusammenarbeiten, sondern seine Musik selbst vertreiben und seine Rechte behalten, da man sonst ausgebeutet werde. So mache er es auch.Dick Dale Interview Dale war an der Entwicklung der „Fender Reverb Unit“, des „Fender Showman“-Verstärkers, der Fender-Stratocaster-Gitarre sowie des JBL-D130F Lautsprecher beteiligt. Dick Dale gilt wegen seiner wilden, lauten Spieltechnik als Vater des Heavy Metal. Als Kind war er beeindruckt vom Jazz-Schlagzeuger Gene Krupa, dessen Rhythmen er auf der Gitarre imitieren wollte. Dale trägt den inoffiziellen Titel „King of the Surf Guitar“. Später wollte er jedoch nicht mehr so genannt werden.http://www.surfguitar101.com/ Der Rolling Stone listete ihn 2011 auf Rang 74 der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. In einer Liste aus dem Jahr 2003 hatte er Rang 31 belegt.
Diskografie Singles von Dick Dale & The Del-Tones
Alben von Dick Dale & The Del-Tones
Alben von Dick Dale
Compilations
Bandmitglieder Gründungsmitglieder der Del-Tones The Del-Tones wurden 1961 gegründet.
Nick O’Malley – Gitarre Rick Rillera – Bass Billy Barber – Klavier Jerry Stevens – Schlagzeug Armon Frank – Saxophon
Spätere Mitglieder der Del-Tones Ed Quarry – Klavier Barry Rillera – Saxophon Hal Blaine – Schlagzeug Glen Campbell – Gitarre Leon Russell – Klavier Art Munson – Gitarre Drew Johnson – Schlagzeug Jack Lake – Schlagzeug Lee Farell – Saxophon Steve Douglas – Saxophon Larry Gillette – Saxophon Dusty Watson – Schlagzeug
Heutige Band Sam Bolle – Bass Dusty Watson – Schlagzeug
Literatur John Blair (Hrsg.): The Illustrated Discography of Surf Music. 1961–1965. J. Bee Productions, Riverside CA 1978, ISBN 0-9601880-0-2. Robert J. Dalley: Surfin’ Guitars. Instrumental Surf Bands of the Sixties. Surf Publications for R.J. Dalley, Azusa CA 1988. Stephen J. McParland: Surfbeat – The Dick Dale Story: From Deltone to Hightone and Beyond. CMusic, Australia, ISBN 0-9592005-5-X.
Weblinks
Offizielle Website von Dick Dale
evolver.at: Dick Dale (deutsch)
Nachrufe Surf-Ikone Dick Dale gestorben: Zweimal unsterblich. In: taz.de vom 18. März 2019 (deutsch) Dick Dale, godfather of surf guitar, dies aged 81. In: The Guardian vom 17. März 2019 (englisch) Dick Dale, King of Surf Guitar, ‘Miserlou‘ Composer, Is Dead. In: The New York Times vom 17. März 2019 (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Rockmusiker Kategorie:Surf Kategorie:Gitarrist Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann