Wolfgang Eduard Schmidtlein (geboren 31. August 1923 in Berlin) ist ein deutscher Architekt. mini|hochkant|Wolfgang Schmidtlein, ca. 1956

Leben Schmidtlein, ein Enkel des Münchner Architekten Friedrich von Thiersch und Neffe des Bildhauers Gerhard MarcksWolfram Hagspiel: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Band 3: P–Z. Böhlau, Köln 2022, S. 307–308., wuchs in der Siedlung Heerstraße in Berlin-Westend auf und besuchte das nahe gelegene Mommsen-Gymnasium.Jan-Luas Schanze: Bösartig und lächerlich – Ein Blick in die Vergangenheit: das Leben eines Jugendlichen im Zweiten Weltkrieg. In: Kölner Stadt-Anzeiger, Nr. 72 v. 26. März 2009. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule München, unter anderem bei Martin Elsaesser und Robert Vorhoelzer. Danach nahm er eine Tätigkeit im Büro von Wilhelm Riphahn in Köln auf (1950 bis 1956)Interview mit Wolfgang Schmidtlein Website des Bühnen Köln. Abgerufen am 30. August 2023.. Später arbeitete er als Architekt bei der DEWOG und bei der Deutschen Lufthansa.

Werk Während seiner Tätigkeit im Büro Riphahn (1950 bis 1956) war Wolfgang Schmidtlein unter anderem an den Planungen für die Zeco-Bauten, das Haus Goerlinger, das Haus Haubrich, den Stoffpavillon Moeller, das Provinzial-Hochhaus in Düsseldorf und die Neue Kölner Oper beteiligt. Daneben war er an Wettbewerbsentwürfen unter anderem für das Griechenmarktviertel in Köln, das Theater Mannheim, die Rhein-Ruhr-Bank in Düsseldorf und die Interbau in Berlin beteiligt. Bei der Entwurfsplanung der Kölner Oper entwickelte Schmidtlein im Entwurfsteam unter anderem die gestaffelte Form der Werkstatttürme.

Bei der DEWOG arbeitete Schmidtlein an zahlreichen Wohnsiedlungen in Köln und Umgebung. Zu den größeren Projekten gehörten die Katholikentagssiedlung in Köln-Longerich (1957–1959; 336 Einfamilien- und 40 Mehrfamilienhäuser), die Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Höhenhaus (1959/60; 98 Einfamilienhäuser), Wohnbebauungen in Köln-Höhenhaus (1960–1963; 247 Einfamilien- und 312 Mehrfamilienhäuser), Köln-Worringen (1960–1963; 236 Einfamilienhäuser), Köln-Seeberg (1961–1966; 567 Einfamilien- und 389 Mehrfamilienhäuser) sowie die Konrad-Adenauer-Siedlung in Köln-Neubrück (1965–1967; 250 Einfamilien- und 1161 Mehrfamilienhäuser).

Neben dem Siedlungsbau entwarf Schmidtlein mehrere Kirchen und Gemeindebauten. Dazu gehören die evangelische Gnadenkirche in Pech (mit Eberhard Zunn, erbaut 1962–1963), die Jesus-Christus-Kirche in Esch (1964–1966, mit Wolfgang Kommke), die evangelische Lutherkirche in Weilerswist (1966), Gemeindebauten der evangelischen Trinitatiskirche in Köln-Neubrück (1966–1972) sowie das evangelische Gemeindezentrum mit der Nathan-Söderblom-Kirche in Hürth-Kendenich (1972/73). Sein eigenes Wohnhaus mit Atelier entstand 1960 in Köln-Dellbrück.

Literatur Wolfgang Schmidtlein in: Wolfram Hagspiel: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. (= Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins, Band 52.) 3 Bände, Böhlau Verlag, Köln 2022, ISBN 978-3-412-52446-3, hier Band 3 P–Z, S. 307 f.

Einzelnachweise

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