Moria ( ) ist ein Stadtbezirk der Gemeinde Mytilini auf der nordostgriechischen Insel Lesbos in der Region Nördliche Ägäis. Der Stadtbezirk Moria besteht neben dem Hauptort aus drei weiteren Siedlungen mit insgesamt 1450 Einwohnern (2011).
Lage und Geographie mini|links|Ortsteil Larisos mit der Ethniki Odos 36 an der Küste des Golfs von Geras Der Stadtbezirk Moria erstreckt sich im Norden der Amali-Halbinsel () über 16,406 km². Er reicht von der Nordostküste des Golf von Geras () bis zur Straße von Lesbos () an der Ostküste der Insel. Das Gebiet ist überwiegend hüglig und von Olivenkulturen geprägt, nordostwärts zur Küstenebene hin wird es zunehmend flacher. Im Südosten des Stadtbezirks markiert der Profitis Ilias mit 178 Meter über dem Meer die höchste Erhebung. Die beiden Ortsgemeinschaften Afalonas und Panagiouda grenzen nördlich an, im Süden liegen Alyfanda und der Stadtbezirk Mytilini.
Der Ort Moria ist unweit der Ostküste gelegen. Er ist im Westen und Süden von Hügeln umgeben und erstreckt sich ostwärts zwischen zwei Trockenbächen, die zur Ostküste hin entwässern. Der Ortsteil Achlia liegt direkt an der Ostküste, Larisos im Westen am Golf von Geras. Nordwestlich von Moria liegt die Streusiedlung Marmaro und das ehemalige Flüchtlingslager Moria.
Klima
Das Klima in der Gegend ist gemäßigt. Die jährliche Durchschnittstemperatur in der Region beträgt 16 °Celsius. Der wärmste Monat ist August, wenn die Durchschnittstemperatur 28 °C beträgt, der kälteste ist Februar mit 4 °C. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag beträgt 938 Millimeter. Der feuchteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 161 mm Niederschlag und der trockenste der Juli mit 6 mm Niederschlag.
Geschichte Der spätrömische Aquädukt bei Moria stammt vom Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. Der Aquädukt war Teil der 26 km langen Wasserleitung aus der Nähe von Agiasos am Berg Olympos in die Stadt Mytilini. Weitere Überreste der Leitung sind bei Lambou Myli zu finden. Der 27 m hohe Aquädukt ist auf einer Länge von etwa 170 m teilweise erhalten und hatte siebzehn Bögen. Es wird geschätzt, dass der Aquädukt 127.000 m³ Wasser pro Tag in die Stadt liefern konnte.Δέσποινα Τσολάκη (Despina Tsolaki): Πολύτοξη υδατογέφυρα Ρωμαϊκού Υδραγωγείου Μυτιλήνης στη Μόρια. (Spätrömischer Aquädukt) Ministerium für Kultur und Sport (griechisch)
In unmittelbarer Nähe zu Moria befand sich das Flüchtlingslager Moria, ein Hotspot-Lager der EU für Flüchtlinge und Migranten, das seit 2015 überörtliche Bekanntheit erlangte, mehrfach in Brand geriet und durch einen Großbrand in der Nacht auf den 9. September 2020 zerstört wurde. Für die durch den Brand obdachlos gewordenen Menschen wurde in der Folge ein provisorisches Zeltlager in der Nähe des sich ebenfalls in der Gemeinde Mytilini befindlichen Flüchtlingslagers Kara Tepe errichtet.
Verwaltungsgliederung und Bevölkerungsentwicklung Mit dem Ende der osmanischen Herrschaft wurde Moria 1918 Sitz der gleichnamigen Landgemeinde Moria (). Larisos und Marmaro erhielten 1981 die Anerkennung als Siedlungen der Landgemeinde, 1991 folgte Achlia. (Hrsg.): ( Β, λ–ω), Athen 2002, ISBN 960-7509-47-1, Band 2, S. 146. (griechisch) Gemeinsam mit sieben weiteren Landgemeinden erfolgte die Eingemeindung zur damaligen Gemeinde Mytilini nach der Gemeindereform 1997.Gesetz 2539/1997, S. 8819. PDF Online (griechisch) Durch die Verwaltungsreform 2010 wurden die Inselgemeinden zur neu geschaffenen Gemeinde Lesbos () zusammengeführt.Kallikratis-Programm, Gesetz 3852/2010, S. 1791. PDF Online (griechisch) Seit der Korrektur der Verwaltungsreform 2019 zählt der Stadtbezirk Moria () zur neu gegründeten Gemeinde Mytilini.
Bevölkerungsentwicklung von MoriaEinwohnerzahlen von Moria 1920–2011, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch) Ort griechischer Name Code 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 Moria Μόρια 5301010601 1885 2235 2032 1701 1613 1463 1340 1283 1207 1164 Achlia Αχλιά 5301010602 26 56 118 Larisos Λάρισος 5301010603 28 249 264 168 Marmaro Μάρμαρο 5301010604 38 203 135 0 Gesamt 53010106 1885 2235 2032 1701 1613 1463 1406 1761 1662 1450
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Gemeinde Mytilini Kategorie:Geographie (Lesbos) Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video