Dead or Alive (jap. ; kurz DOA) ist eine Computerspielreihe von überwiegend Fighting Games des japanischen Entwicklers Tecmo. Sie ist bekannt für die stark sexualisierten Darstellungen seiner weiblichen Spielfiguren, für die die Reihe seit dem Erscheinen auch kritisiert wurde.
Die Handlung sowie die spielbaren Charaktere gehen auf ein Konzept des Spieleentwicklers Tomonobu Itagaki zurück. Der Serientitel nahm Bezug auf die schwierige finanzielle Krise des Tecmo-Konzerns, der dringend einen Verkaufserfolg benötigte, um den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können. Für die weitere Entwicklung der Spiele wurde innerhalb des Unternehmens die Entwicklungsabteilung Team Ninja gegründet. Seit der Fusion Tecmos mit Koei 2008 liegen die Rechte der Serie bei Koei Tecmo.
Chronologie Dead or Alive
Dead or Alive erschien 1996 in japanischen Spielhallen. Im Oktober 1997 kam dort eine Umsetzung für den Sega Saturn auf den Markt. Die PlayStation-Version von Dead or Alive erschien im März 1998 in Deutschland.
Der erste Teil der DOA-Serie erschien damals für den Spielautomaten Model 2 in Japan. Tecmo war von dem Erfolg so sehr überrascht, dass man sich entschloss, das Spiel auf den Sega Saturn zu portieren und in Japan herauszubringen. Wie sich später herausstellte, war dies ein großer Fehler, da sich DOA auf dem Sega Saturn schlecht verkaufte. Auf Segas 32-Bit-Konsole dominierte Segas hauseigene Virtua-Fighter-Reihe die Prügelspielszene mit zwei gelungenen Portierungen und einem Remix des ersten Teils. Allgemein hatte Dead or Alive das Nachsehen. Auch Tekken, eine Fighting-Game-Videospielreihe des japanischen Entwicklers Namco, war zu dieser Zeit sehr populär und konnte sich in der Spielhalle gegen Dead or Alive durchsetzen.
Im März 1998 erschien die letzte Portierung von Dead or Alive für die PlayStation. Die PlayStation-Version wurde gegenüber der Originalversion grafisch an die Hardware der Heimkonsole angepasst und um zusätzliche Moves sowie zwei neue Charaktere (Bass und Ayane) erweitert.
Der Spieler durfte schon damals aus den heute DOA-typischen Spielemodi (Survival, Kumite, Team Battle, Versus, Tournament, Time Attack) auswählen. Im Training Mode trainiert der Spieler seinen Lieblingskämpfer und erlernt neue Moves. Im Danger Zone Mode, der nur im ersten Teil der DOA-Serie vorkommt, verliert der Kämpfer durch das Verlassen des Rings Energie oder wird durch die herumstehenden Minen in die Luft geschleudert.
Eine Besonderheit von Dead or Alive liegt unter dem Menüpunkt Bouncing Breast. Das Bouncing-Breast-Feature lässt die Brüste der weiblichen Charaktere (physikalisch übertrieben) auf- und abbewegen.
Das Kampfsystem und die Spielmechanik orientieren sich am Fighting-Game Virtua Fighter 2 des Konsolenherstellers und Spieleentwicklers Sega. Im Spiel kommen drei Tasten (Schlagen, Treten und Konterangriff) zum Einsatz. Erst in den späteren Teilen wird das Kampfsystem komplexer und herausfordernder. Dem Spieler stehen elf Charaktere (darunter zwei freispielbare), 100 Moves und 84 Kostüme zur Auswahl.
Die elf spielbaren Charakter:
Jann Lee Hayabusa Lei Fang Zack Gen Fu Kasumi Tina Bass Bayman Raidou (freispielbar) Ayane (freispielbar)
Dead or Alive 2
Dead or Alive 2 (DOA2) erschien 2000 auf dem Spielautomaten Naomi in Japan. Die Dreamcast-Version kam im März 2000 in Deutschland auf den Markt. Im Dezember 2000 erschien eine erweiterte Version von Dead or Alive 2 für die PlayStation 2.
Die Handlung knüpft an die Geschehnisse des ersten Teils an. Fame Douglas, der Begründer des ersten Dead-or-Alive-Turniers, ist am Ende des ersten Teils ermordet worden. Seitdem ist die Welt in Chaos verfallen. Tengu, der Mörder von Fame Douglas, will die Welt unterwerfen und kündigt deshalb ein zweites Turnier an. Das Ziel ist es, den Endgegner Tengu zu besiegen und dadurch die Welt vor seiner Herrschaft zu bewahren.
Dem Spieler stehen 14 Charaktere (u. a. Kasumi und Bass, Tengu ist freispielbar) und acht Spielemodi (u. a. Story-Mode und Versus-Mode) zur Verfügung. Neben den typischen DOA-Charakteren wie Tina, Zack oder Kasumi sind zwei neu hinzugekommen: die Hobby-Opernsängerin Helena und der italienische Söldner Leon. Bei dem Charakter Ein handelt es sich um Hayate, den Bruder von Kasumi, der allerdings sein Gedächtnis verloren hat. Zu Spielbeginn stehen jedem Charakter zwei Kostüme zur Auswahl. Weitere sind freischaltbar, was die Anzahl der jeweils verfügbaren Kostüme auf bis zu acht erhöht.
Eine Besonderheit von Dead or Alive 2 stellen die Arenen (Stages) dar. Die Stages sind nicht nur deutlich größer und umfangreicher als in der Vorgängerversion, sondern auch zum ersten Mal in mehrere Ebenen/Stockwerke unterteilt und durch Wände und Gelände begrenzt.
Die Erweiterung von Dead or Alive 2 erschien unter dem Titel Dead or Alive 2: Hardcore für die PlayStation 2. Die hohen Verkaufszahlen und guten Kritiken der Spieletester waren der Grund für eine PlayStation-2-Umsetzung. DOA2: Hardcore war trotz der starken Konkurrenz von Namco, Tekken Tag Tournament, ein großer Erfolg in Europa und den USA. Das Spiel ist, bis auf ein paar Neuerungen, mit der Originalversion inhaltlich gleich geblieben. Zu den Neuerungen gehören: Die Charaktermodelle, Kostüme und Moves wurden dezent verändert Der Survival-Mode ist nur noch in den Danger Zones enthalten Eine Item-Collection wurde hinzugefügt Neue Kostüme und Moves Schnelleres Spieltempo
Die 14 spielbaren Charaktere: Kasumi Hayabusa Gen Fu Helena Tina Bass Zack Leon Jann Lee Lei Fang Ayane Ein (Hayate) Bayman (freispielbar) Tengu (freispielbar)
Dead or Alive 3
Dead or Alive 3 (DOA3) erschien im März 2002 exklusiv für die Xbox.
Die Handlung des Vorgängers, Dead or Alive 2 für PlayStation 2, wird an einigen Stellen weitergeführt. Ryu Hayabusa, ein 23-jähriger Ninja, hat das Geschöpf Tengu am Ende des zweiten Teiles besiegt. Professor Dr. Victor Donovan, Mitglied der Organisation DOATEC, „erschafft“ ein neues „Monster“ (ursprünglich ein Mensch) namens Genra.
Dem Spieler stehen insgesamt neun Spielmodi (Story-Mode, Time-Attack-Mode, Team-Battle-Mode, Survival-Mode, Tag-Battle-Mode, Sparring-Mode, Versus-Mode, Watch-Mode und Theater-Mode), 17 Charaktere und 14 Stages (u. a. Wald und Strand) zur Verfügung. Der Story-Mode ist das Kernstück von Dead or Alive 3. Dort muss man einen Kämpfer auswählen und ihn gegen andere Kämpfer antreten lassen. Sobald man mit einer Figur alle Gegner, einschließlich des Endgegners Omega (Projekt-Codename von Genra), besiegt hat, erhält der Spieler eine von 16 gerenderten FMV-Sequenzen, die die Geschichte des jeweiligen Charakters weitererzählen. Diese Sequenzen kann man dann jederzeit im Theater-Modus ansehen.
Die 14 „Kampfarenen“ bzw. Stages sehen alle unterschiedlich aus, und sind, wie im Vorgänger Dead or Alive 2, interaktiv aufgebaut. Der Spieler kann durch einen gezielten Faustschlag den Gegner mehrere Etagen nach unten werfen. Dabei gehen herumliegende Objekte (z. B. Neonlichter) zu Bruch.
Das Spiel bietet drei neue Charaktere (Hitomi, Brad Wong und Christie), zwei neue Spielemodi (Tag-Battle- und Team-Battle-Mode) und neue Moves/Kostüme/Stages.
Aerosmith ist für den Soundtrack und die Musik verantwortlich.
Die 17 spielbaren Charaktere:
Kasumi Hitomi (neu hinzugekommen) Gen Fu Tina Leon Jann Lee Christie (neu hinzugekommen) Hayate Hayabusa Zack Brad Wong (neu hinzugekommen) Bass Bayman Leifang Helena Ayane Ein (Versteckter Charakter, ist jedoch dieselbe Person wie Hayate)
Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball
Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball (DOAXBV) ist ein Sportspiel, das im März 2003 exklusiv für die Xbox erschien. Der Spieleentwickler Tomonobu Itagaki hatte zwei Jahre zuvor die Idee eines Volleyball-Spiels mit den DOA-Charakteren gehabt.
Der Spieler muss aus insgesamt acht weiblichen Charakteren (u. a. Hitomi und Tina) zwei auswählen, die in einem Match gegeneinander antreten. Im Spiel gibt es zwei verschiedene Modi. Im ersten Modus, Spielen, kann der Spieler allein oder mit einem zusätzlichen Spieler Beachvolleyball spielen.
Der zweite Modus, Geh zu Zacks Insel, kann mit dem Story-Modus in den DOA-Spielen verglichen werden. Zuerst sucht sich der Spieler einen Charakter aus insgesamt acht wählbaren Charakteren aus und startet ein neues Spiel.
Im Introfilm erfährt man, dass Zack sich eine Insel gekauft hat und unter dem Vorwand ein Dead-or-Alive-Turnier zu veranstalten alle weiblichen Kämpfer auf seine Insel lockt.
Zacks Insel ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Im Spiel können beispielsweise Badeanzüge, Sonnenbrillen, Schuhe und andere Accessoires zur Veränderung der Figuren gekauft werden. Zudem können die Charaktere mit einem Zoom betrachtet werden oder an drei Glücksspielen (Black Jack, Poker, Roulette) teilnehmen oder einen Spielautomaten verwenden.
Die acht spielbaren DOA-Charaktere:
Hitomi Kasumi Lei Fang Tina Helena Ayane Lisa Christie
Dead or Alive Ultimate
Dead or Alive Ultimate (DOAU), das bei seiner Ankündigung Dead or Alive Online hieß, erschien im Februar 2005 exklusiv für die Xbox.
Das Spiel enthält die ersten zwei Teile der Fighting-Game-Videospielreihe in einem Doppelpack. Bei Teil 1 handelt es sich um die Sega-Saturn-Version des ursprünglichen Arcade-Spiels. Der zweite Teil, der damals für Dreamcast sowie PlayStation 2 erschien, wurde technisch an die Xbox angepasst. Als spielerische Neuerung wurde das Kontersystem überarbeitet.
Weitere Neuerungen gegenüber dem Original sind die drei neuen wählbaren Charaktere (Bayman, Tengu und Hitomi) und ein neues Intro-Video, das außerdem viel über die Vorgeschichte der Charaktere erzählt. Außerdem gibt es neue Areale, Songs und zusätzliche Kleider (bis zu 20 Outfits pro Charakter). Der erste sowie der zweite Teil sind damit auf der Xbox online spielbar. Bis zu acht Spieler können sich in einer Lobby aufhalten und dann in einem der zahlreichen Modi gegeneinander antreten. Zu den neuen Songs gehören beispielsweise:
Dream On (Aerosmith) ULTIMATE Link Wired Zacks Remix Hayabusa Remix Gen fu Remix Lei fang Remix Jan Lee Remix Tina Remix Bass Remix Helena Remix Leon Remix Ayane Remix Ein Remix Kasumi Remix Tengu Remix Bayman Remix
Dead or Alive 4
Dead or Alive 4 erschien in Deutschland am 24. Januar 2006. Laut Tomonobu Itagaki, Entwickler von DOA4, liegt der Schwerpunkt des Spiels auf den Online-Matches. So gibt es neben dem Online-Versus-Modus, der bis zu vier Spieler gleichzeitig erlaubt, Online-Ranglisten für Time Attack, Survival, die am häufigsten benutzten Charaktere, die besten Charaktere und die Möglichkeit, sich Videos anderer Spieler herunterzuladen. Der Spieler kann auch eine sogenannte Online-Lobby nutzen. Das Spiel hat eine gegenüber dem Vorgänger nochmals verbesserte HD-Grafik. Es gibt außerdem ein erweitertes „Ground Play“, das es ermöglicht, am Boden liegende Gegner mit Attacken zu treffen statt wie in den Vorgängerversionen nur mit bestimmten Bewegungen. Dem Spieler stehen im vierten Teil 20 Charaktere zur Auswahl; darunter sind vier neue Charaktere und ein wiederkehrender.
Die Charaktere Ayane Bass Bayman Brad Wong Christie Ein (freischaltbar) Eliot (neu) Gen Fu (freischaltbar) Hayabusa Hayate Helena (neu; freischaltbar) Hitomi Jann Lee Kasumi Kokoro (neu) La Mariposa (neu) / Lisa (neu; alternativer Kostüm; freischaltbar) Leifang Leon (freischaltbar) SPARTAN-458 (neu: freischaltbar; Gast) Tengu (freischaltbar) Tina Zack
Im Intro wird das Lied Eat the rich von Aerosmith verwendet, im Outro Amazing.
Nach der Vernichtung Omegas in Teil drei beschließt Hayate, der wieder zum Anführer des Ninja-Dorfes wurde, DOATEC, die Organisation, die seinem Dorf soviel Leiden gebracht hat, für immer zu vernichten. Helena, die Tochter des getöteten Firmengründers versucht indes DOATEC neu und friedfertig aufzubauen, muss sich dabei aber mit dem machthungrigen DOATEC-Wissenschaftler Donovan auseinandersetzen.