mini|Illustration mini|Blütenstand Richardia scabra ist eine Pflanzenart in der Familie der Rötegewächse aus dem mittleren bis nördlichen Südamerika, Mittelamerika bis in den Süden der USA.
Beschreibung Richardia scabra wächst als aufsteigende bis oft niederliegende, meist einjährige krautige Pflanze bis 50(80) Zentimeter hoch, bleibt aber oft einiges niedriger. Die grünen bis rötlichen Stängel sind langborstig.
Die einfachen Laubblätter sind gegenständig und kurz gestielt. Die Blattspreite ist ganzrandig, stumpf bis bespitzt bis spitz, schuppig, rau sowie besonders am Rand borstig und eiförmig bis verkehrt-eiförmig. Es sind kleine, verwachsene und borstig bewimperte, teils fransige Nebenblätter vorhanden.
Die weißen, zwittrigen, fünf- bis sechszähligen und sehr kleinen, sitzenden Blüten mit doppelter Blütenhülle stehen in end- oder achselständigen, vielblütigen, gestielten Köpfchen, welche von 2 bis meist 4 sitzenden, wenn mehr als zwei; kreuzgegenständigen, und borstigen Hochblättern unterlegt sind. Die Kelchzipfel sind borstig bewimpert und sitzen an einem kleinen Blütenbecher. Die Krone ist trichterförmig mit kleinen, dreieckigen und ausladenden Zipfeln. Die kurzen Staubblätter sind am Schlund inseriert. Der unterständige Fruchtknoten ist drei–, vierkammerig und die Narbe ist gelappt. Es ist ein kleiner Diskus vorhanden.
Es werden sehr kleine, ledrige und drei-, vierteilige, feinwärzliche Spaltfrüchte mit beständigen Kelchzipfeln an der Spitze gebildet. Die nicht öffnenden Nüsschen, Merikarpien sind kegelstumpfförmig, feinwärzlich und mit zwei Längsfurchen auf einer Seite.
Vorkommen Richardia scabra hat ursprüngliche Vorkommen von den südlichen Vereinigten Staaten mit Alabama, Arkansas, Georgia, Louisiana, Mississippi, SouthCarolina, Virginia, Florida und Texas, Kuba und Jamaika, über Mexiko, Mittelamerika bis Kolumbien, Venezuela, Guayana, Französisch Guayana, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien und das nordwestliche Argentinien. Im südlichen tropischen Afrika, in Madagaskar, auf den Philippinen, in Indien und in China ist sie ein Neophyt.
Taxonomie und Systematik Richardia scabra wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 330 erstbeschrieben. Der Gattungsname ehrt den englischen Arzt und Botaniker Richard Richardson (1663–1741).
Man kann 2 Varietäten unterscheiden: Richardia scabra var. chacoensis : Sie wurde 2005 erstbeschrieben. Sie kommt in Bolivien, Paraguay und im nordwestlichen Argentinien vor. Richardia scabra var. scabra: Sie kommt von den Vereinigten Staaten über Mittelamerika bis Brasilien vor.
Verwendung Die Wurzeln werden wie die Brechwurzeln verwendet.
Literatur John Lindley: Flora Medica, a Botanical Account. London 1838, S. 444. Forrest Shreve, Ira Loren Wiggins: Vegetation and Flora of the Sonoran Desert. Band 1, Stanford Univ. Press, 1964, ISBN 0-8047-0163-6, S. 1407 f. James H. Miller, Karl V. Miller: Forest Plants of the Southeast and Their Wildlife Uses. Rev. Edition, Univ. of Georgia Press, 2005, ISBN 0-8203-2748-4, S. 160. M. D. Dassanayake, W. D. Clayton: A Revised Handbook to the Flora of Ceylon. Band 12, Balkema, 1998, ISBN 90-5410-270-5, S. 331 f.
Weblinks
Richardia scabra bei Useful Tropical Plants.
Richardia scabra bei Alabama plants.
Einzelnachweise Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.
Kategorie:Rötegewächse Kategorie:Rubiaceae