Die Liste der kritischen Rohstoffe (, CRM) basiert auf dem gleichnamigen Anhang der Mitteilung der Europäischen Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen zur Widerstandsfähigkeit der EU bei kritischen Rohstoffen, die periodisch überarbeitet wird.Europäische Kommission: , COM(2020) 474 final
Die Mitteilung samt Liste wurde erstmals 2011 im Rahmen der EU-Rohstoffinitiative veröffentlicht und wird seitdem alle drei Jahre aktualisiert. 2011 umfasste die Liste noch 14 Rohstoffe, im Jahr 2014 waren es 20, im Jahr 2017 dann 27 und im Jahr 2020 30. In der aktuellen Liste von 2023 werden von der Europäischen Kommission 34 Materialien als kritische Rohstoffe benannt. Neu hinzugekommen sind Feldspat, Helium, Kupfer, Mangan und Nickel (Batteriequalität). Ausschlaggebend für die Einordnung sind zum einen die wirtschaftliche Bedeutung des jeweiligen Rohstoffs innerhalb der EU und zum anderen das Versorgungsrisiko.
Aufstellung kritischer Rohstoffe
Die folgende Tabelle enthält die 2020 als kritische Rohstoffe eingestuften Materialien mit einer Auswahl der wichtigsten Angaben. Weitere Angaben können dem Anhang 1 der deutschsprachigen Version entnommen werden.Europäische Kommission: , Anhang 1: Liste der kritischen Rohstoffe, S. 20 ff.
+ Kritische Rohstoffe für die EU 2020 kritischerRohstoff Weltweit größterErzeuger Wichtigstes Lieferlandder EU Import-abhängigkeit Verwendungsbeispiel Antimon (74 %) (62 %) 100 % Flammschutzmittel Baryt (38 %) (38 %) 70 % Medizinische Anwendungen Bauxit (28 %) (64 %) 87 % Aluminiumproduktion Beryllium (88 %) k. A. k. A. Elektronische Geräte Wismut (85 %) (93 %) 100 % Pharmazeutische Industrie Borat (42 %) (98 %) 100 % Hochleistungsglas Kobalt (59 %) (68 %) 86 % Batterien Kokskohle (55 %) (24 %) 62 % Stahlerzeugung Flussspat (65 %) (25 %) 66 % Stahl- und Eisenerzeugung Gallium (80 %) (35 %) 31 % Halbleiter Germanium (80 %) (51 %) 31 % Optische Fasern Hafnium (49 %) (84 %) 0 % Superlegierungen Indium (48 %) (28 %) 0 % Flachbildschirme Lithium (44 %) (78 %) 100 % Batterien Magnesium (89 %) (93 %) 100 % Leichte Legierungen Natürlicher Grafit (69 %) (47 %) 98 % Batterien Naturkautschuk (33 %) (31 %) 100 % Bereifung Niob (92 %) (85 %) 100 % Hochfester Stahl Phosphorit (48 %) (24 %) 84 % Mineraldünger Phosphor (74 %) (71 %) 100 % Chemische Anwendungen Scandium (66 %) (98 %) 100 % Festoxid-Brennstoffzellen Quarzsand und Siliciummetall (66 %) (30 %) 63 % Stahllegierungen, Solarindustrie, Halbleiterindustrie u. a. Strontium (31 %) (100 %) 0 % Keramikmagnete Tantal (33 %) (36 %) 99 % Kondensatoren Titan (45 %) k. A. 100 % Leichte hochfeste Legierungen Wolfram (69 %) k. A. k. A. Legierungen Vanadium (55 %) k. A. k. A. Hochfeste Niedriglegierungen Platingruppenmetalle (84 %) k. A. 100 % Katalysatoren Schwere Seltene Erden (86 %) (98 %) 100 % Permanentmagnete Leichte Seltene Erden (86 %) (99 %) 100 % Batterien
Weblinks Europäischen Kommission: (COM/2020/474 final) Zur Methodik der Erstellung der Liste kritischer Rohstoffe (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Rohstoff Kategorie:Liste (Wirtschaft)