mini|Chemnitz in Martin Friedrich Seidels Bilder-Sammlung von 1671 Joachim Chemnitz (spätere Schreibweise Joachim Kemnitz; * 18. Mai 1600 in Berlin, Kurfürstentum Brandenburg; † 24. Mai 1663) war ein deutscher Jurist, kurfürstlicher Rat und Konsistorialpräsident in Brandenburg.
Leben Der Vater Joachim Chemnitz (1560–1629) war kurfürstlicher Hof- und Kammergerichtsrat. Joachim Chemnitz studierte in Frankfurt (Oder) und wurde später Doktor beider Rechte.
1625 wurde er brandenburgischer Konsistorialrat, 1630 Hof- und Kammergerichtsrat und 1648 Konsistorialpräsident. 1659 wurde er von Kurfürst Friedrich Wilhelm aus diesem Amt entlassen. Dieser Entschluss ist vorm Hintergrund der kurfürstlichen Kirchenpolitik zu sehen: als der Pfarrer der Cöllner Petrikirche Samuel Pomarius bedingt rühmender Worte gegenüber dem lutheranischen Schwedenkönigs des Landes verwiesen wurde, sollte ein Nachfolger eingeführt werden. Als jener Nachfolger nun von Joachim Chemnitz auf die Konkordienformel eingeschworen wurde, galt dies zwar für die Amtsträger der lutherischen Gemeinde zunächst als generell üblich, wurde jedoch inzwischen aufgrund der toleranzpolitischen Maßnahmen des Kurfürsten nicht mehr erwünscht (siehe auch Toleranzedikt in Brandenburg). Friedrich Wilhelm schrieb angesichts dessen, Chemnitz habe den Plan, „unsere höchste Jura an sich zu ziehen“ und setzte ihn in Folge ab. Joachim Chemnitz war zweimal verheiratet.
Martin Friedrich Seidel veröffentlichte ein Porträt als Kupferstich von ihm.
Literatur Georg Gottfried Küster: Martin Friedrich Seidels Bilder-Sammlung. Berlin 1751. S. 165f., letzter Absatz; Nr. CXV (95) Porträt Johann Gottlob Wilhelm Dunkel: Historisch-critische Nachrichten von verstorbenen Gelehrten. 1751. S. 470 Nr. 2540
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