Die Gelbe Cistanche (Cistanche phelypaea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Cistanche in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
Beschreibung mini|Blütenstand Die Gelbe Cistanche ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die 20 bis 100 Zentimeter hoch wird. Die Pflanze ist kahl und ohne Blattgrün, mit gelblichem und fleischigem, dickem Stängel und schmarotzt vorwiegend auf den Wurzeln strauchiger Gänsefußgewächse oder Tamarisken. Die kleinen und sitzenden, schuppenartigen Stängelblätter sind eiförmig, stumpf, bräunlich mit häutigem mehr oder weniger gezähntem bis ganzem Rand. Die zwittrigen, fünfzähligen und (fast) sitzenden, recht großen Blüten mit doppelter Blütenhülle stehen in dichter, 10 bis 20 Zentimeter langer, vielblütiger Ähre. Sie besitzen am Grunde je ein bis 2 Zentimeter langes Tragblatt und 2 kleinere Vorblätter, die dem fünflappigen Kelch anliegen. Die schwach zweilippige Blütenkrone ist gelb bis cremefarben, und manchmal hellviolett überlaufen. Sie ist 3 bis 6 Zentimeter lang mit gebogener, oben plötzlich trichterförmig erweiterter Röhre und am Saum mit fünf kleinen, abstehenden, rundlichen, untereinander fast gleichen Lappen. Es sind vier didynamische Staubblätter vorhanden und der einkammerige Fruchtknoten ist oberständig.
Die Art blüht zwischen März und Mai. Es werden kleine und vielsamige, lokulizidale Früchte, Kapselfrüchte mit sehr kleinen, rundlichen Samen gebildet.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.
Vorkommen Die Gelbe Cistanche kommt im Mittelmeerraum in den Ländern Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, auf der Sinai-Halbinsel, in Arabien, in Portugal, Spanien, Syrien, Kreta, Zypern, sowie auf den Kanaren, auf den Kapverden und auf Selvagens vor. Sie wächst auf sandigen, salzhaltigen Böden an der Küste und im Binnenland.
Taxonomie Die Gelbe Cistanche 1753 wurde durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2, Seite 606 als Lathraea phelypaea erstbeschrieben. Die Art wurde 1913 vom portugiesischen Botaniker António Xavier Pereira Coutinho (1851–1939) in Flora de Portugal (Plantas Vasculares) Seite 571 als Cistanche phelypaea in die Gattung Cistanche gestellt. Synonyme für Cistanche phelypaea sind Phelypaea lusitanica , Orobanche compacta , Phelypaea lutea , Phelypaea brunneri , Cistanche lutea subsp. compacta und Cistanche phelypaea subsp. lutea .
Verwendung Der junge Blütenstand, der gerade aus der Erde sprießt, wird wie Spargel verwendet. Die getrockneten Wurzeln und der unterste Sprossabschnitt werden zu Mehl vermahlen und in Brot oder Mus verwendet.
Literatur Houssam E. Elwakil, Nader R. Abdelsalam, Reham M. Abd El-Azeem u. a.: Genetic description of the haloparasitic plant; Cistanche phelypaea. In: Canadian Journal of Plant Pathology. 35(1), 2013, S. 107–107, online auf researchgate.net. T. G. Tutin, V. H. Heywood u. a.: Flora Europaea. Vol. 3, Cambridge Univ. Press, 1972, ISBN 0-521-08489-X, S. 285 f. Joachim W. Kadereit: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. VII: Flowering Plants Dicotyledons, Springer, 2004, ISBN 978-3-642-18617-2 (Reprint), S. 343, 348, 409. Hans Ritter: Wörterbuch zur Sprache der Twareg. II, Harrassowitz, 2009, ISBN 978-3-447-05887-2, S. 562.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeerflora. Datenblatt und Fotos.
Cistanche phelypaea bei farmalierganes.com.
Einzelnachweise Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 280. G. Domina & Eckhard von Raab-Straube (2010+): Cistanche. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Cistanche phelypaea. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 606. online auf biodiversitylibrary.org. .
Kategorie:Sommerwurzgewächse