mini|Sabine Weiss (2016) Sabine Weiss (* 23. Juli 1924 als Sabine Weber in Saint-Gingolph; heimatberechtigt in Genf und Le Locle, ab 1995 Französin; † 28. Dezember 2021 in ParisLa photographe franco-suisse Sabine Weiss, figure du courant humaniste, est morte. In: Le Monde, 29. Dezember 2021, abgerufen am 29. Dezember 2021 (französisch).) war eine schweizerisch-französische Fotografin. Sie gehört zu den wichtigsten Repräsentanten der humanistischen Fotografie des 20. Jahrhunderts. Ihr Nachlass wird vom Museum Photo Elysée in Lausanne verwaltet.

Leben und Wirken Sabine Weiss war die Tochter von Louis Frédéric Weber, Chemiker, und Sonja Meckling. Von 1942 bis 1945 absolvierte sie eine Lehre als Fotografin im Studio des renommierten Fotografen Paul Boissonnas in Genf. Anschliessend liess sie sich in Paris nieder und assistierte ebenda dem deutschen Modefotografen Willy Maywald. Ab 1949 arbeitete sie als freischaffende Fotografin. Ihre Aufnahmen wurden unter anderem in den Zeitschriften Esquire, Vogue, Paris Match, Life und Time publiziert. Weiss realisierte Modeaufnahmen und porträtierte Künstler wie Ella Fitzgerald, Alberto Giacometti, Jeanne Moreau, Françoise Sagan, André Breton, Karen Blixen und Politiker. In den Strassen von Paris entstanden ihre Fotografien von Kindern, Landstreichern, Passanten, Musikern und Liebespaaren im Stil der humanistischen Fotografie, eine Schule, „die sich den Menschen in ihrem Alltag zuwendet, anstatt grundsätzlich das Sensationelle zu suchen.“Robert Doisneau. Fotograf, Humanist, Freund. In: arte/ARD, 23. Oktober 2016, abgerufen am 29. Dezember 2021. mini|Carme Bravo in einem Konzert am Colegio de España in Paris (1951), fotografiert von Sabine Weiss

1950 heiratete sie den US-amerikanischen Kunstmaler Hugh Weiss. Auf Einladung des Berufskollegen Robert Doisneau trat sie 1952 der Agentur Rapho bei. In Edward Steichens Ausstellung The Family of Man im Museum of Modern Art in New York, 1955, war sie mit drei Fotografien vertreten. Weiss nahm an Kunstausstellungen teil, insbesondere in Frankreich und in den USA. Ab 1954 hat sie mehr als 170 Einzelausstellungen Marc Herren: Sabine Weiss Biografie im Onlinewerk über die historische Fotografie in der Schweiz, fotoCH, 2. September 2020, abgerufen am 27. Oktober 2020. realisiert und war mit ihren Fotografien in mehr als 80 Gruppenausstellungen vertreten.

Im Jahr 2017 hat die Fotografin bestimmt, dass ihr Archiv nach ihrem Tod vom Musée de l’Elysée in Lausanne betreut werden soll.Fotointern: 7. Juli 2017 Der Nachlass von Sabine Weiss geht ans Musée Elysée, 7. Juli 2017, abgerufen am 24. April 2020. Es besteht aus 200.000 Negativen, 7000 Kontaktabzügen, rund 2700 Vintage-Prints, Spätdrucken, Arbeitsdrucken und Dias. Ihre Fotografien sind weltweit in rund 25 Sammlungen namhafter Museen vertreten. Sie veröffentlichte in der Regel 24 × 30 cm Baryt-Abzüge in schlichten schwarzen Passe-Partout-Rahmen.

Sabine Weiss starb Ende Dezember 2021 im Alter von 97 Jahren in Paris.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Bücher und Kataloge

Filme 2013: Une vie de photographe 2013: Un regard sur le temps 2014: Mon métier de photographe, ein Film von Stéphanie Grosjean 2015: Les 1001 vies de Sabine Weiss, ein Film von Jean-Baptiste Roumens für die «Nuit des Images», Musée de l’Elysée, Lausanne 2022: Le siècle de Sabine Weiss, ein Film von Camille Ménager

Auszeichnungen 1987 Chevalier des Arts et des Lettres 1999 Officier des Arts et des Lettres 2010 Ordre national du Mérite 2020 Women In Motion Award for Photography, Kering & Les Rencontres d’ArlesLes rencontres de la photographie Arles: Sabine Weiss laureate du Prix women in motion 2020 pour la photographie abgerufen am 20. Dezember 2020.

Weblinks Website von Sabine Weiss

Sabine Weiss in Swisscovery, dem schweizerischen Suchportal der wissenschaftlichen Bibliotheken Sabine Weiss in fotoCH, dem Online-Werk, über die historische Fotografie in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein

Einzelnachweise

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