Die Parteien der Republik China (Taiwan) spiegeln die politische Vielfalt der Republik China auf Taiwan wider und werden häufig in Kontrast zum System des monolithischen Einparteiensystems der Volksrepublik China gesetzt.

Geschichtliche Entwicklung Die Parteien der Republik China auf Taiwan stehen für einen Zeitabschnitt der Geschichte der politischen Parteien Chinas, der nicht nur mit der Retrozession Taiwans durch Japan mit der Kapitulation im Jahr 1945, sondern mit der Gründung der ersten Partei nach diesem Ereignis beginnt. Da sich China ab 1946 im Bürgerkrieg zwischen der Nationalregierung und der Kommunistischen Partei Chinas befand, setzte die 1947 gewählte Nationalversammlung zwar nach ihrer Konstituierung die neue Verfassung in Kraft, schränkte aber einzelne Verfassungsrechte „für die Dauer der kommunistischen Rebellion“ ein. Durch die erfolgreiche Revolution der Kommunisten auf dem chinesischen Festland und der Ausrufung der Volksrepublik China, verblieb der Republik China nur noch die Insel Taiwan. Dort existierten die regierende Zhongguo Guomindang (中國國民黨), Nationalpartei Chinas, sowie die beiden kleinen Parteien, die Zhongguo Minzhu Shehuidang (中國民主社會黨), Sozialdemokratische Partei Chinas, und die Zhongguo Qingniandang (中國青年黨), die Jungchina-Partei. Die Etablierung einer Zhongguo Minzhudang (中國民主黨), einer Demokratischen Partei Chinas, im Jahr 1960 fiel folglich unter das Verbot der Gründung neuer Parteien im Rahmen der Verfassungseinschränkungen. Die bedeutendste neue Partei wurde in der Folgezeit die Minzhu Jinbudang (民主進步黨), Demokratische Fortschrittspartei, welche zwischen 2000 und 2008 bzw. ab 2016 die Staatspräsidenten stellte. Ansonsten war die Zhongguo Guomindang (中國國民黨), Nationalpartei Chinas, zwischen 1945 und 2000 bzw. 2008 bis 2016 Regierungspartei. Yu, Demokratie und Volk, S. 75 f.; Weyrauch: Chinas demokratische Traditionen, S. 269 ff.; Chao / Myers, The First Chinese Democracy, S. 57, 61, 73 ff., 82 ff. 115 ff., 130 ff., 300 f.

Die politische Umgestaltung Taiwans fiel in eine Phase des „Wirtschaftswunders mit egalitärer Verteilung“ (Yu). Yu, Demokratie und Volk, S. 121. Die ab 1986 einsetzende Re-Demokratisierung beseitigte die verfassungsbeschränkenden Gesetze der Republik China führte zu einem Boom an Parteigründungen. Mit der parlamentarischen Verabschiedung des Parteiengesetzes vom 10. November 2017 bis zur bzw. seiner Verkündigung durch die Präsidentin vom 6. Dezember 2018 konnte die Zahl der Parteien vermindert werden. Weyrauch: Die Parteienlandschaft Ostasiens, S. 166 ff., 181 ff.

Zu den dominanten Parteientypen gehören die beiden zentralen Volksparteien, die Zhongguo Guomindang (Nr. 1) und die Minzhu Jinbudang (Nr. 16), welche jeweils von einem „blauen“ oder einem „grünen“ Lager umgeben sind. Zum blauen Lager zählen Parteien mit Bezug zur Ideologie Sun Yat-sens oder mit China-Bezug, während dem grünen Lager Parteien mit Taiwan-Bezug angehören. Daneben gibt es sozialdemokratische, liberaldemokratische, kommunistische und faschistische Parteien bzw. Parteien mit Bezug zu einer ethnischen Gruppe, zu Arbeits- oder Gewerbeangelegenheiten, zur Sozialversorgung, zu Jugend, Frauen und Minderheiten, zu Umwelt und Naturschutz, von Personen mit Militär- und Regierungsnähe, in Nähe zum Medienbereich, mit spirituellem, philosophischem und religiösem Bezug oder zu Herkunftsregionen.Weyrauch, Die Parteienlandschaft Ostasiens, S. 169–172.

Die Polarisierung zwischen der Minzhu Jinbudang und der Zhongguo Guomindang ist zwar angesichts häufiger körperlicher Parlamentsauseinandersetzungen offensichtlich, doch wird dabei in der Regel übersehen, dass ein Großteil der Abstimmungen parteiübergreifend und sogar einstimmig getroffen wird.Weyrauch, Taiwans gemeinsame Farbe, S. 34 f.

Die Parteienliste Die Reihenfolge der Parteienliste richtet sich nach dem Datum der behördlichen Registrierung, nicht nach dem Gründungsdatum. Die Auflösungen von Parteien richten sich nach dem Parteiengesetz und begannen in der Regel 2018.