Hamilkar der Samnite (punisch Ḥmlk „Gnade des Mlk“; )Klaus Geus: Prosopographie der literarisch bezeugten Karthager. Peeters, Leuven 1994, S. 36 mit Anm. 181 und 182; . war in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. ein Politiker der demokratischen Partei in Karthago.
Zusammen mit Karthalo war Hamilkar Anführer der demokratischen Partei Karthagos. Im Jahr 151 v. Chr. vertrieben beide gemeinsam die Anhänger des numidischen Königs Massinissa, die neben der demokratischen „Volkspartei“ und den Parteigängern Roms eine dritte „Partei“ stellten, aus der Stadt. Massinissa entsandte daraufhin seine Söhne Gulussa und Micipsa nach Karthago, wohl um die Rückkehr der Exilierten zu verhandeln. Doch der BoëtharchosZum Boëtharchos siehe Stéphane Gsell: Histoire ancienne de l’Afrique du Nord. Band 2: L’état Carthagonois. Hachette, Paris 1918, S. 302 f. 303 Anm. 1; 312 f. (Digitalisat); Bernd Wollner: Die Kompetenzen der karthagischen Feldherrn. Lang, Frankfurt am Main 1987, S. 91–92; erwähnt wird das Amt des außer bei Appian noch bei Polybios 1,79,2. Karthalo verwehrte ihnen den Zutritt zur Stadt.Appian, Libyke 70; zum Geschehen des Jahres auch Titus Livius, Periocha 48.
Als nun Gulussa abzog, setzte ihm Hamilkar mit Bewaffneten nach, brachte den Sohn des Massinissa in Bedrängnis und tötete einige von dessen Männern.Appian, Libyke 70 Massinissa wertete all dies als Vorbereitung eines Krieges, was den Karthagern laut dem Friedensschluss nach dem Zweiten Punischen Krieg ohne Zustimmung Roms strengstens verboten war. Rom wurde eingeschaltet. Hamilkars Sohn Gisgo hatte derweil die antirömische Stimmung noch angeheizt, während die Mehrheit der Karthager längst bereit waren, auf die Wünsche Roms einzugehen.Livius, Periocha 48. Es war die Zeit, in der Marcus Porcius Cato in den Senatssitzungen beständig sein ceterum censeo Carthaginem esse delendam („im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“) vernehmen ließ. Um dieser Bedrohung zu entgehen, entschied die herrschende Partei Karthagos, die verantwortlichen Militärführer zu opfern. Karthalo der Boëtharchos und andere wurden hingerichtet.Appian, Libyke 74. Dass auch Hamilkar unter den Hingerichteten war, wurde vermutet.So etwa . Doch Rom gab sich mit dieser Lösung nicht zufrieden.Appian, Libyke 74; Diodor 32,3. Wenig später brach der Dritte Punische Krieg aus (149–146 v. Chr.), der mit der endgültigen Zerstörung Karthagos endete. Klaus Geus schreibt Hamilkar dem Samniten einen maßgeblichen „Schuldanteil am Ausbruch des 3. Punischen Krieges“ zu.Klaus Geus: Prosopographie der literarisch bezeugten Karthager. Peeters, Leuven 1994, S. 64.
Quellen Appian, Libyke 68. 70. 73 Titus Livius, Periocha 48
Literatur Klaus Geus: Prosopographie der literarisch bezeugten Karthager. Peeters, Leuven 1994, S. 64 s. v. Hamilcar (16). Werner Huß: Geschichte der Karthager (= Handbuch der Altertumswissenschaft. Abteilung 3, Teil 8). Beck, München 1985, ISBN 3-406-30654-3, S. 432–439.
Anmerkungen
Kategorie:Politiker (Antike) Kategorie:Person (Karthago) Kategorie:Geboren im 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann