Die Liste von Zwischenfällen mit der Convair CV-240 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Convair CV-240 sowie zwei Unfälle der aus ihr umgebauten Variante CV-300. (Für Zwischenfälle der umgebauten Turboprop-Variante CV-600: siehe Artikel Convair CV-600).

Vom Erstflug 1947 bis Dezember 2014 kam es mit Convair CV-240 sowie der aus ihr umgebauten Variante CV-300 (zwei Unfälle) zu 76 Totalschäden (der letzte im Jahr 2019). Bei 31 davon kamen 345 Menschen ums Leben.Unfallstatistik Convair CV-240, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Januar 2025. Vollständige Liste:

1940er-Jahre Am 22. Juni 1949 fiel bei einer Convair CV-240-0 der American Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen N94266) beim Start vom Flughafen Memphis-Municipal (Tennessee, USA) das Triebwerk Nummer 2 (rechts) aus. Um Stromleitungen auszuweichen, zogen die Piloten die Nase des Flugzeugs zu hoch, worauf es gut 5 Kilometer ostnordöstlich des Flughafens zu einer Bauchlandung im Gelände kam. Alle 44 Insassen überlebten. Dies war der erste Totalschaden einer Convair CV-240.Unfallbericht CV-240 N94266, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.

Am 11. August 1949 verunglückte eine Convair CV-240-13 der Northeast Airlines (N91241) bei der Landung auf dem Flughafen Portland. Alle 28 Insassen überlebten. Das Flugzeug wurde als Totalverlust abgeschrieben. Ursache war die unbeabsichtigte Aktivierung des Umkehrschubs noch vor dem Aufsetzen aufgrund einer defekten Verriegelung.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 50 (englisch), September 1993, S. 81.Unfallbericht CV-240 N91241, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. November 2017.

1950er-Jahre Am 27. Februar 1951 kam es bei einer Convair CV-240-2 der Mid-Continent Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen N90664) nach dem Abheben vom Flughafen Tulsa, Oklahoma, zu einem Ausfall des linken Propellers. Durch verfrühtes Einfahren der Landeklappen sank die Maschine wieder, kollidierte mit Bäumen und rutschte auf dem Boden entlang. Alle 34 Insassen überlebten. Das Flugzeug brannte komplett aus.Unfallbericht CV-240 N90664, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Januar 2018.

Am 2. September 1951 flog eine Convair CV-240-2 der Pan Am (N90662) im Anflug auf den Flughafen von Kingston (Jamaika) so tief, dass mit einem Tragflächenende das Wasser berührt wurde. Die Maschine stürzte in den Hafen. Alle vier Crewmitglieder und dreißig Passagiere überlebten. Das Flugzeug wurde zum Totalschaden.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 53 (englisch), Juni 1994, S. 94/53.Unfallbericht CV-240 N90662, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. August 2017.

Am 14. Januar 1952 setzte eine Convair CV-240-13 der Northeast Airlines (N91238) rund 1100 Meter vor der Landebahn des Flughafens New York-LaGuardia in der Flushing Bay auf. Die 3 Besatzungsmitglieder und 33 Passagiere wurden gerettet. Das Flugzeug wurde als Totalverlust verbucht.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 53 (englisch), Juni 1994, S. 95.Unfallbericht CV-240 N91238, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. November 2017.

Am 22. Januar 1952 stürzte eine Convair CV-240 der American Airlines (N94229) im Landeanflug auf den Flughafen Newark 5,5 Kilometer südöstlich des Flughafens auf die Stadt. Alle 23 Menschen an Bord starben, ebenso 7 Personen am Boden.Unfallbericht CV-240 N94229, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. August 2017.

Am 14. März 1953 wurde eine von der pakistanischen Regierung gemietete Convair CV-240-7 der Orient Airways (ab 1955: Pakistan International Airlines) (AP-AEG) auf dem Flug von Delhi (Indien) zum Flughafen Dhaka-Tejgaon (Ostbengalen) in einen Berg im Bundesstaat Tripura (Indien) geflogen. Die Maschine war auf einem Flug von Karatschi über Delhi nach Dhaka. Der Kapitän war bei schlechter Sicht immer tiefer geflogen, um seine Position zu bestimmen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 16 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere, getötet.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 56 (englisch), Juni 1995, S. 95/25.Unfallbericht CV-240 AP-AEG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.

Am 25. Mai 1953 brach der Kapitän einer CV-240-4 der niederländischen KLM (PH-TEI) den Start vom Flughafen Amsterdam Schiphol ab, nachdem schon fast 20 Meter Höhe erreicht waren und das Fahrwerk eingefahren war. Das Flugzeug raste auf dem Bauch durch den Flughafenzaun über eine Straße in ein Feld. Zwei Mädchen auf der Straße wurden getötet. Die 34 Insassen des Flugzeugs überlebten (siehe auch Flugunfall der Convair CV-240 "Paulus Potter" der KLM).Unfallbericht CV-240 PH-TEI Aviation Safety Network, abgerufen am 15. Mai 2017 (englisch).

Am 16. September 1953 wurde eine Convair CV-240-0 der American Airlines (N94255) im Anflug auf den Flughafen Albany (New York, USA) fünf Kilometer südwestlich des Flughafens bei Nebel in den Boden geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 28 Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 25 Passagiere, getötet.Unfallbericht CV-240 N94255, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.

Am 14. Oktober 1953 verunglückte eine CV-240-12 der belgischen Sabena (OO-AWQ) auf dem Flug von Frankfurt nach Brüssel. Kurz nach dem Abheben vom Flughafen Frankfurt stürzte das Flugzeug aus geringer Höhe gut 2000 Meter hinter dem Ende der Startbahn in den Kelsterbacher Wald. Alle 44 Insassen – 40 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder – kamen dabei ums Leben. Es war der schwerste Unfall einer Convair CV-240, gemessen an der Anzahl der Todesopfer. Die Motoren des Flugzeugs hatten beim Start an Leistung verloren infolge eines starken Bleiansatzes an den Zündkerzen, der Zündaussetzer zur Folge hatte. Die Piloten hatte den Startversuch trotz der mangelhaften Motorleistung fortgesetzt (siehe auch Flugunfall der Sabena bei Kelsterbach).Unfallbericht CV-240 OO-AWQ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Februar 2016.

Am 19. Dezember 1953, nur zwei Monate später, wurde eine weitere CV-240-12 der Sabena (OO-AWO) im Anflug auf den Flughafen Zürich (Schweiz) 2,5 Kilometer vor der Landebahn 16 in den Boden geflogen. Bei dem Nachtanflug in schlechtem Wetter waren die Piloten weit unter den Gleitpfad geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurde ein Passagier getötet, die anderen 39 sowie alle drei Besatzungsmitglieder überlebten.Unfallbericht CV-240 OO-AWO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. August 2020.

Am 20. Januar 1954 ging an einer Convair CV-240-0 der US-amerikanischen American Airlines (N94244) unmittelbar nach dem Abheben vom Buffalo Municipal Airport (New York (Bundesstaat), USA) der linke Propeller in die Segelstellung. Es gelang den Piloten nicht, das Triebwerk wieder anzulassen, weshalb sie eine Bauchlandung in einer kleinen Lichtung machen mussten. Auslöser der plötzlichen Segelstellung war ein Defekt der Torquemeter-Boost-Pumpe. Alle 24 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 21 Passagiere, überlebten den Unfall.

Am 26. Februar 1954 stürzte eine Convair CV-240-1 der US-amerikanischen Western Airlines (N8407H) bei Wright (Wyoming, USA) aus ihrer Reiseflughöhe von 17.000 Fuß (etwa 5.200 Metern) plötzlich ab. Die Wetterbedingungen in dem Gebiet umfassten wahrscheinlich mäßige bis starke Vereisung und mäßige bis starke Turbulenzen. Alle 9 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 6 Passagiere, kamen ums Leben.

Am 19. Juni 1954 musste eine Convair CV-240-4 der schweizerischen Fluggesellschaft Swissair (HB-IRW) auf dem Flug von Genf nach London wegen Treibstoffmangel nahe Folkestone, Großbritannien notgewassert werden. Von den neun Insassen ertranken drei Nichtschwimmer; es gab keinerlei Schwimmwesten oder ähnliches an Bord. Die Schuld wurde den Piloten angelastet, die es versäumt hatten, vor dem Flug genügend Treibstoff zu tanken, und auch während des Flugs nicht bemerkten, dass der Treibstoff nicht reichen würde (siehe auch Flugunfall der Swissair im Ärmelkanal).Unfallbericht CV-240 HB-IRW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. August 2017.

Am 16. Oktober 1954 versuchte der Kapitän einer Convair CV-240-6 der Aerolineas Argentinas (LV-ADQ), eine markante Frontalzone des Wetters zu unterfliegen statt ihr auszuweichen. Dabei wurde die Maschine schließlich bei Capilla del Señor (Argentinien) in den Boden geflogen und irreparabel beschädigt. Der Unfall ereignete sich 78 Kilometer nordwestlich vom Flughafen Buenos Aires–Ezeiza (Argentinien), wo die Maschine gestartet war. Alle 32 Insassen, fünf Besatzungsmitglieder und 27 Passagiere, überlebten den Unfall.

Am 4. November 1954 kam es an einer Convair CV-240/T-29A der United States Air Force (USAF) (50-0189) beim Start vom Flughafen Tucson (Arizona, USA) zu einem Triebwerksausfall. Beim Versuch der Rückkehr zum Flughafen kollidierte die Maschine mit einer Stromleitung und stürzte ab. Dabei kamen 4 der 15 Insassen ums Leben.Unfallbericht CV-240 50-0189, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 3. Januar 2025.

Am 20. März 1955 wurde eine Convair CV-240-0 der American Airlines (N94234) im Anflug auf den Springfield-Municipal Airport (Missouri, USA) 400 Meter vor der Landebahn in den Boden geflogen. Trotz tiefer Wolken war ein Sichtanflug durchgeführt worden. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 13 der Insassen getötet, 2 Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere. Die übrigen 22 Insassen überlebten.Unfallbericht CV-240 N94234, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.ICAO Aircraft Accident Digest 7, Circular 50-AN/45, Montreal 1957 (englisch), S. 86–88.

Am 4. August 1955 stürzte eine Convair CV-240-0 der American Airlines (N94221) im Anflug auf den Flugplatz Fort Leonard Wood-Forney Army Airfield (Missouri, USA) etwa einen Kilometer vor der Landebahn ab. Die Maschine war auf dem Flug vom Springfield-Municipal Airport nach St. Louis, als die Piloten in mehreren Notrufen einen starken Triebwerksbrand des Motors Nummer 2 (rechts) meldeten. Sie steuerten für eine Notlandung den Armeeflugplatz an, jedoch brach kurz vor der Landebahn die rechte Tragfläche ab, woraufhin die Maschine zu Boden stürzte. Auslöser war der Einbau eines bereits defekten Zylinders in den Motor am Tag vor dem Unfall, der einen Treibstoffverteiler zerriss, als er sich durch einen Ermüdungsriss zerlegte. Das Feuer war derart heftig, dass die Benutzung der Feuerlöschanlage erfolglos blieb. Alle 30 Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 27 Passagiere, kamen durch diesen Wartungsfehler ums Leben. Gemessen an der Opferzahl war dies der zweitschwerste Unfall einer Convair CV-240 (siehe auch American-Airlines-Flug 476).Unfallbericht CV-240 N94221, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.ICAO Aircraft Accident Digest 7, Circular 50-AN/45, Montreal 1957 (englisch), S. 160–165.

Am 6. Januar 1957 wurde eine Convair CV-240-0 der American Airlines (N94247) im Anflug auf den Tulsa Municipal Airport (Oklahoma, USA) rund 6 Kilometer nördlich des Flughafens in den Boden geflogen, als der Erste Offizier die Höhenanzeige falsch interpretierte. Zuvor hatte der Kapitän einen Anflug mit Hilfe des Instrumentenlandesystems (ILS) zugunsten des Nicht-Präzisionsanflugverfahrens mittels ungerichtetem Funkfeuer abgelehnt, obwohl die Wolkenuntergrenze bei nur 60 Meter Höhe in Nieselregen und Nebel lag. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurde ein Passagier getötet, die übrigen neun Insassen überlebten, davon sechs schwer verletzt.Unfallbericht CV-240 N94247, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2020.ICAO Aircraft Accident Digest 8, Circular 56-AN/51, Montreal 1959 (englisch), S. 26–29.