Helmuth Stöberl (* 1930 in BayernBiografische Angaben über Helmuth Stöberl; † 2. März 2023) war gelernter Schreiner und als schiffsbautechnischer Autodidakt Bootskonstrukteur.

Leben mini|Fighter auf dem Altmühlsee Seine Grundkenntnisse der strömungsoptimierten Rumpfformen erfuhr er aus der Vermessung von Chiemseefischen. 1964 baute er auf Basis dieser Berechnungen in einer Münchener Tiefgarage den Prototyp des Condor, aus dem später das Kajütboot Condor 55 hervorging.

Seine Werkstatt hatte er viele Jahre in Vilshofen in Bayern. Ein Schlaganfall zwang ihn mit 90 Jahren, die Arbeit in der Werkstatt aufzugeben.

Innovationen mini|Trimmsitz der Monas Stöberl setzte sehr früh Carbonmasten ein. Da sportliche Kielboote leicht sein müssen, schäumte Stöberl die Schalen der Schiffe aus und erhielt einen dickwandigen, verwindungsarmen Bootskörper, dessen Polyurethan-Kern trocken ein geringeres spezifisches Gewicht als Balsaholz hat. Bei dieser Methode zieht der in den Booten steckende PU-Schaum auf Dauer Wasser. Dieses verschwindet wieder, wenn das Boot eine Weile an Land steht. Während der Segelsaison wird das Boot daher schwerer, was beim Regattasegeln eine Rolle spielt.

Gute Segeleigenschaften bei geringem Tiefgang erreichte er mit seinen Kimmkielern. Sie haben nur 50 Zentimeter Tiefgang. 1974 stattete er die Monas mit einem ausklappbaren Trimmsitz als Ausreithilfe aus.

Konstruktionen Bootskonstruktionen von Stöberl waren: 1962: Condor 7 – 7,40-m–Kielboot, 240 mal gebaut – gefolgt vom Condor 55 – 800 mal gebaut, Condor 70 – 350 mal gebaut, Condor 80, Condor 8 und Condor 9 1967: Trias – offenes Dreimann-Kielboot – etwa 500 mal gebaut 1969: Dyas – offenes Zweimann-Kielboot – mehr als 2000 mal gebaut 1970: Quartas – offenes Viermann-Kielboot für Langstreckenregatten 1974: Monas – offenes Einmann-Kielboot – etwa 500 mal gebaut 1975: Jongleur – Zweimann-Hubkielboot 1979: Akros – 9,20-m–Kielboot mit Schlupfkajüte – 86 mal gebaut 1985: Fighter – Zweimann-Kimmkielboot 1996: Delphin – Zweimann-Kimmkielboot, weniger sportlich ausgerichtet als der Fighter 1997: Twin – Zweimann-Kimmkielboot 2004: Unas – Weiterentwicklung des Delphin für sportlichere Segler 2005: Quintas – 12-m-Kielboot als Verbesserung der Akros

Erfolge der Boote Mit einer Condor 7, der Solveig III, segelte Rollo Gebhard zweimal einhand um die Welt (1967 bis 1970 und 1975 bis 1979). Dieses Boot konnte im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven besichtigt werden.

Die Quartas Gustav Gans und Amigo Nuovo wurden zu Liberas umgerüstet und gewannen 1979 und 1980 die "RUND UM" am Bodensee. Ebenso gewannen die Quartas mit Sepp Hoess 1983 die Centomiglia.

Weblinks Helmuth Stöberl

Einzelnachweise

Kategorie:Segelbootkonstrukteur Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann