Herbert Döring (* 10. Februar 1911 in Wien; † 25. Mai 2001 in Aachen) war ein österreichischer Ingenieur, ordentlicher Professor für Hochfrequenztechnik und Entwickler des ersten einsatzfähigen Mikrowellengenerators.

Leben Herbert Döring wurde als Sohn von August Döring und dessen Ehefrau, einer geborenen Schultz, in Wien geboren. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges kam er auf die Grundschule und 1921 auf das Realgymnasium in Margareten. 1929 schloss er das Gymnasium ab und begann mit dem Studium der Elektrotechnik an der TH Wien. Nach Abschluss seines Studiums der Elektrotechnik mit der Diplomprüfung 1934 wurde er Doktorand bei Ernst Felix Petritsch am dortigen Institut für Schwachstromtechnik und wurde 1936 mit seiner Laufzeit-Untersuchung an der Vakuum-Diode zum Dr. techn. (entspricht dem Dr.-Ing. in Deutschland) promoviert. Seine Dissertation wurde 1937 auszugsweise in der Zeitschrift für Hochfrequenztechnik veröffentlicht.Alan Dershowitz: Debunking the Newest – and Oldest – Jewish Conspiracy. A Reply to the Mearsheimer-Walt „Working Paper“. Harvard Kennedy School, 5. April 2006 (PDF; 1,09 MB),

Herbert Döring war evangelisch, ab 1938 verheiratet mit Gerda Döring, geborener Pompe, und hatte zwei Kinder.

Wirken Von 1936 bis 1938 war er Entwickler bei der Firma Siemens & Halske und von 1938 bis 1941 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsinstitut der AEG in Berlin unter Carl Ramsauer. 1940 entwickelte er das Zweikammer-Klystron. Von 1941 bis 1952 arbeitete Döring als Entwicklungsingenieur bei der Firma C. Lorenz AG. Von 1942 bis 1944 entwickelte er einen einsatzfähigen Mikrowellengenerator, der über einen großen Frequenzbereich genutzt werden konnte.Herbert Döring abgerufen am 27. August 2020 in Ihf.rwth-aachen.de

Döring habilitierte sich 1949 an der Technischen Hochschule Stuttgart, bevor er 1952 einem Ruf als Ordentlicher Professor für Hochfrequenztechnik an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) folgte, wo er sich besonders mit Mikrowellen beschäftigte. Als Direktor baute er dort das Institut für Hochfrequenztechnik (IHF) auf. Er bildete bis zu seiner Emeritierung 1982 Generationen von Studenten aus. Von 1955 bis 1956 war er in Aachen Dekan der Fakultät für Maschinenwesen. Ab 1963 war Döring auch Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-technischen Bundesanstalt in Braunschweig, ab 1967 ordentliches Mitglied der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften sowie Vorsitzender der Nachrichtentechnischen Gesellschaft und ab 1971 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Publikationen (Auswahl) 100 Jahre Elektronenröhren. In: H. Heynisch (Wissenschaftliche Tagungsleitung): Elektronenröhren. Vorträge der NTG-Fachtagung vom 18. bis 20. Mai 1983 in Garmisch-Partenkirchen (= NTG-Fachberichte. Band 85). Berlin/Offenbach 1983, S. 7–11. Zur Entwicklung der Elektronenröhren für kurze und kürzeste Wellen. In: Jahrbuch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule zu Aachen. 7, 1955/56, S. 175–185. Rückschau auf 50 Jahre Klystronentwicklung. In: Werner Wiesbeck (Hrsg.): 100 Jahre Elektromagnetische Wellen. Berlin/Offenbach 1988, S. 85–98. Zur Theorie geschwindigkeitsgesteuerter Laufzeitröhren. In: Zeitschrift für Hochfrequenztechnik und Elektroakustik. Band 62, 1943, S. 98–101. Das Anschwingen von Triftröhren. In: Luftfahrtforschung U und Z. Nr. 784, August 1944, Zentralstelle für wissenschaftl. Berichtwesen, Berlin-Adlershof Über die Berechnung von Einkreis-Zweifeld Triftröhren. In: Deutsche Luftfahrtforschung. Untersuchungen und Mitteilungen. Nr. 803, März 1944, S. 231–253.

Auszeichnungen (Auswahl) 1996: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse 1994: Ehrendoktor der Ruhr-Universität Bochum 1993: Microwave Career Award des IEEE/USA 1986: Goldene Doktor Urkunde der TU Wien 1975: Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins 1974: Fellow des Institute of Electrical and Electronic Engineers (IEEE), USA 1972: Ehrenring des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE)

Literatur Döring, Herbert. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 231.

Weblinks Porträtfoto Oral-History – Herbert Doring, Transkript eines am 1. September 1994 mit ihm geführten Interviews im ETHW (englisch).

Einzelnachweise

Kategorie:Träger der Wilhelm-Exner-Medaille Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 2001 Kategorie:Mann