mini|Waldbrandkatastrophe im Simi Valley, Oktober 2003 mini|Waldbrand bis hinauf zu den Baumwipfeln (USA, ca. 2003) mini|Bodenfeuer in einem Brandenburger Forst (2003)

Ein Waldbrand ist ein Brand in bewaldetem Gebiet. Waldbrände zählen gemeinsam mit den Flurbränden zu den Vegetationsbränden. Waldbrände werden oft begünstigt durch Trockenperioden und sind wegen ihrer hohen Ausbreitungsgeschwindigkeit gefährlich für Mensch und Tier. Dennoch sind sie in den meisten Waldbiomen der Erde ein wichtiger Umweltfaktor, der die natürliche Verjüngung fördert.

Der Begriff Buschfeuer wird zum Beispiel für große Brände von Busch- und Waldland auf dem australischen Kontinent oder in Afrika verwendet.

Entstehung Ursachen

mini|Schild, das zu waldbrandverhütendem Verhalten aufruft

Waldbrände sind eine Gefahr für trockene Wälder; ebenso erhöhen diese wiederum die Gefahr für Brände im Umland. Weltweit lassen sich nur etwa vier Prozent aller Waldbrände (in Bezug auf die „Anzahl“ der Brände, nicht auf die abgebrannte Flächengröße) auf natürliche Ursachen zurückführen. Der Rest entfällt auf vorsätzliche Brandstiftung (Brandrodung, Brandstiftung, etwa um Bauland in einem Naturschutzgebiet zu gewinnen) oder Fahrlässigkeit (Unachtsamkeit, beispielsweise durch „wilde“ Lagerfeuer oder Grillen, weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer sowie Funkenflug durch das Abbrennen von Strohresten). Bei den untersuchten Waldbränden geht der Großteil auf den Einfluss des Menschen zurück, etwa zwei Drittel der Waldbrände in Italien im Jahr 2007 und ein fast ebenso großer Anteil 2005 und 2006 in Portugal wurden aktiv durch Brandstiftung verursacht. Unterschätzte Ursache sind auch heiße Katalysatoren von auf Waldboden abgestellten Autos und Motorrädern. Im März 2018 entzündete die von einer Abfahrt hoch erhitzte Bremsscheibe eines auf den Wiesenhang hingelegten Mountainbikes dürres Gras.Vorarlberg: Überhitzte Mountainbike-Bremsscheibe verursacht Waldbrand faz.net, 26. März 2018, abgerufen am 8. April 2018. Im Osten Deutschlands verursacht die Selbstentzündung verrottender Munition aus dem Zweiten Weltkrieg einen beträchtlichen Teil der Brände. (Während nur 11 Brände der Selbstentzündung alter Munition gesichert zugeordnet werden konnten, verursachten diese rund 25 % der verbrannten Fläche.)

Dass Glasflaschen und -scherben die Sonnenstrahlen wie Brenngläser bündeln und somit Laub oder Gras entzünden können, ist höchst unwahrscheinlich, selbst bei hierfür optimalen Umständen.Christoph Drösser: Stimmt's / Stimmt’s ?: Glas unter der Lupe. – Eine Kolumne In: Die Zeit Nr. 39, 16. September 2004. Sind die Flaschen jedoch mit Wasser gefüllt, so ist ein Entzünden sogar mit einer PET-Flasche möglich.

Seltener lösen natürliche Ursachen wie Blitzschlag oder vulkanische Aktivität Waldbrände aus.

Bedingungen

Die Entstehung und die Ausbreitung von Waldbränden werden durch mehrere Faktoren beeinflusst, deren Anteil sich je nach Region stark unterscheiden kann. Dazu gehören Zündquellen, Beschaffenheit und Dichte des Brennmaterials, Terrain, Brandbekämpfung durch den Menschen sowie das Wetter. Begünstigend für große Brände sind unter anderem hohe Lufttemperaturen, niedrige Luftfeuchte, Dürren und hohe Windgeschwindigkeiten. Hohe Temperaturen führen in den Sommermonaten mit geringer relativer Luftfeuchte zu erhöhter Evapotranspiration, wodurch sowohl die Bodenfeuchte insgesamt als auch der Wassergehalt des Brennmaterials innerhalb von Tagen oder Stunden abnehmen kann. Dieser Effekt kann bereits durch geringe Windgeschwindigkeiten noch verstärkt werden; außerdem wird ein bereits bestehendes Feuer durch die Luftzufuhr weiter angefacht. Zeitversetzt können sich hingegen auch höhere Niederschläge brandfördernd auswirken. So geht beispielsweise in Portugal den extremen Feuerjahren ein regenreicher März mit starkem Pflanzenwachstum voraus, wodurch mehr Brennmaterial in der darauffolgenden Feuersaison zur Verfügung steht.

Während in der öffentlichen Debatte häufig über die Brandursache bzw. Zündquelle debattiert wird, sind die eigentlichen Faktoren für verheerende Brände die während des Brandes herrschenden Ausgangsbedingungen. So verweist der Feuerforscher Jason Sharples darauf, dass permanent Feuer ausbrächen, sei es durch natürliche Ursachen wie Blitzschläge oder durch menschliche Tätigkeiten wie Unfälle, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung. Die meisten dieser Brände seien jedoch löschbar. Der entscheidende Unterschied liege in den Bedingungen. Diese bestimmten, ob ein Feuer zum Notfall werde. Herrschten extrem hohe Temperaturen, große Trockenheit und Wind (sog. Feuerwetter), dann werde jede Zündquelle mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einem extremen Flächenbrand mit potenziell verheerende Auswirkungen."Diese Brände löscht man fünf Jahre bevor sie anfangen". In: T-Online.de, 19. August 2026. Abgerufen am 19. August 2026.

Veränderungen infolge der globalen Erwärmung

mini|links|Video: Einfluss der Eisschmelze auf die Waldbrandgefahr in Nordamerika

Infolge der Klimakrise wird inzwischen ein exponentieller Anstieg besonders extremer Wald- und Flurbrände vorhergesagt. Für fast jede untersuchte Region gehen Klimamodelle von einer größeren Häufigkeit und Intensität von Waldbränden infolge der globalen Erwärmung aus. Dies folgt insbesondere aus der prognostizierten Zunahme von Dürren und der steigenden Lufttemperatur. Dies ist zum Beispiel in den westlichen USA bereits zu beobachten, wo sich die Anzahl der großen Brände (mehr als 400 Hektar) seit den 1970er Jahren um etwa 20 Feuer pro Jahrzehnt erhöht hat. Zurückgeführt wird dies neben hohen Temperaturen und Trockenheit auf eine Verlängerung der Feuersaison und Wachstumszeit der Vegetation (in Kombination mit zunehmender Kohlenstoffdioxid-Düngung) sowie auf verringerten Schneefall.

Darüber hinaus wirken über die globale Erwärmung weitere Effekte, die das Ausmaß von Waldbränden verstärken können. Zum einen führen höhere Temperaturen zur Entstehung von mehr Gewittern und somit zu einer größeren Zahl an möglichen Zündquellen. Des Weiteren geht mit steigender Temperatur eine Ausbreitung von Schädlingen einher, die bisher in höher oder nördlicher gelegenen Bäumen keinen Lebensraum finden. Das möglicherweise daraus resultierende Baumsterben erhöht die Menge an Brennmaterial und verringert den Schattenwurf auf den Boden, was wiederum zu mehr Austrocknung führt. Mit zunehmender Dürre infolge des Klimawandels und damit häufigeren Feuerwetter-Bedingungen bleiben insbesondere große Brände in Nordamerika zunehmend auch nachts aktiv. Da Nächte normalerweise kühler und feuchter sind als Tage, schwächt sich die Feueraktivität in den Nachtstunden oft ab; dies erleichtert die Brandbekämpfung. In den Jahren 2000–2025 lagen über 90 % der außertropischen Waldbrandflächen im Westen der USA und in den nördlichen borealen Wäldern, dort hat die von Bränden betroffene Fläche in den letzten Jahrzehnten – wohl vor allem infolge der globalen Erwärmung – deutlich zugenommen.

Intensive Waldbrände können auch zu Rückkopplungsmechanismen mit abschwächendem Effekt führen, indem sie karge Flächen ohne Material für zukünftige Brände hinterlassen.

Landflucht

Zu den Vegetationsbränden in Spanien im August 2025 meinen Experten, dass auch die Landflucht der Bewohner die Brandgefahr erhöht. In den Wäldern sammelt sich mehr brennbares Material an, außerhalb von Wäldern breiten sich Büsche aus, wenn die Bewirtschaftung zurückgeht.

Natürliche Waldbrände mini|Waldbrand im Bitterroot National Forest in Montana, 6. August 2000 mini|Waldbrand bei Goslar, 11. August 2003 mini|Eine Wammentrappe folgt dem Feuer zur Nahrungssuche Zwar sind Waldbrände Bestandteil der Naturdynamik, dennoch haben weniger als 5 % aller Waldbrände in Europa natürliche Ursachen, meist Blitzschlag. In einer Naturlandschaft Mitteleuropas würden sie nur kleinflächig auftreten und eine untergeordnete Rolle spielen. Größere Waldbrände wären ohne den Menschen eine seltenere Erscheinung.

Die natürlichen Wälder Mitteleuropas sind hauptsächlich Laubmischwälder aus Rotbuche und Stieleiche. Sie halten mehr Feuchtigkeit in Biomasse, Boden und Luft und trocknen weniger schnell aus als Nadelholzforste. Dies gilt ebenso für die meisten Regenwälder der Erde. Eine natürliche Waldzusammensetzung ist ein guter Schutz vor Waldbränden.

Ein Waldbrand wirkt als Störung auf das Ökosystem Wald und ermöglicht das Keimen von Pionierpflanzen. Das Mosaik-Zyklus-Konzept sieht Waldbrände als einen Bestandteil der natürlichen Sukzession des Waldes. So ist ein unbedingtes Verhindern von Waldbränden in Großschutzgebieten nicht immer sinnvoll, da es den natürlichen Kreislauf unterbricht. Solche natürlichen Waldbrände verringern die Menge an brennbarem Totholz und verhindern dadurch selbst ihre allzu häufige Wiederkehr.

In trocken-warmen Klimaten kommt Waldbränden natürlicherweise eine größere Rolle zu, auch wenn sie hier heute ebenfalls zum allergrößten Teil durch den Menschen erzeugt werden. Die trockene Kraut- und Strauchschicht brennt als Lauffeuer schnell ab, ohne Altbäume vollständig zu zerstören, und hinterlässt unbewachsenen und durch die Asche gleichzeitig mineralstoffreichen Boden, in dem neue Bäume keimen können. Mammutbäume lassen ihre Samen erst nach einem Waldbrand fallen, wenn genug Platz für Jungbäume entstanden ist, und sind damit ein Beispiel für die Anpassung der sogenannten Pyrophyten an solche „Katastrophen“ und deren Bedeutung in der natürlichen Verjüngung des Waldes. Eukalyptus fördert Waldbrände durch seine hohe Brennbarkeit und profitiert von ihnen, indem die Stümpfe besonders schnell wieder austreiben, noch bevor andere Pflanzen sich erholt haben.

Tropische Savannen und subtropische Hartlaubbiome bilden die Feuerklimaxvegetation ehemaliger Wälder (Trockenwald und Hartlaubwald), die regelmäßig vor Erreichen der Schlusswaldgesellschaft erneut brennen.

Die größten natürlichen Waldbrände finden periodisch in den borealen Nadelwäldern des Nordens – insbesondere in Kanada – statt. Sie gehören hier zur natürlichen ökologischen Dynamik.

Entwicklung Ein Waldbrand durchläuft in der Regel drei Phasen. Er beginnt als Lauffeuer am Boden, das sich noch leicht bekämpfen lässt. Dieses Lauffeuer kann, besonders bei Nadelgehölzen, auf die Baumwipfel überspringen, was zu dem so genannten Wipfelfeuer und zur schnellen Brandausbreitung führt. Wipfelfeuer lassen sich deutlich schwerer bekämpfen als Bodenfeuer und wachsen sich leicht zur dritten Stufe, dem Totalbrand, aus. Unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas bricht ein solcher Vollbrand zusammen, wenn das ihn stützende Bodenfeuer niedergekämpft werden kann.

Zur Ausbreitung eines Feuers im Wald siehe auch Deadman Zone.

Statistik Europa

2017 war ein Starkjahr für Waldbrände in Europa. Mehr als 800.000 Hektar Land wurden vernichtet, vor allem in Italien, Portugal und Spanien. In Italien wurden seit 1990 die meisten Waldbrände europaweit gezählt, es folgen Portugal und Spanien. 2018 wurden 1192 Brände auf 181.000 Hektar registriert (siehe auch Dürre und Hitze in Europa 2018#Wald- und Flächenbrände) und 2019 wurden bereits bis Ende April 1233 Brände gezählt, die 30 Hektar oder mehr Land verbrannten (siehe auch Hitzewellen in Europa 2019#Dürre, Waldbrände und landwirtschaftliche Schäden). Der Zehnjahresdurchschnitt für diese Jahreszeit liegt bei gerade mal 115 Waldbränden. 2021 setzte sich der Trend mit 550.000 ha verbrannter Fläche fort.Europäischer Waldbrandbericht: Dramatischer Trend orf.at, 31. Oktober 2022, abgerufen am 31. Oktober 2022.

Deutschland In Deutschland traten in den Jahren 1993 bis 2018 im Mittel 1016 Waldbrände pro Jahr auf, die im Mittel rund 577 Hektar Wald pro Jahr vernichten. Anfang 2025 betrug der langjährige Durchschnitt der verbrannten Waldfläche bereits 844 Hektar.