mini|hochkant=1.3|Großes Stammbuch, Seite 58 und 59 Das Große Stammbuch Philipp Hainhofers ist ein von dem Augsburger Kaufmann und Kunstagenten Philipp Hainhofer im frühen 17. Jahrhundert angelegtes Stammbuch (Album Amicorum). Es handelt sich um eine mit bildlichen Darstellungen illustrierte Autographensammlung, die Eintragungen zahlreicher politisch bedeutender Persönlichkeiten zwischen 1596 und 1633 enthält. Das Stammbuch gilt wegen seiner Ausstattung als herausragendes Kunstwerk. Seit dem Ankauf für 2,8 Millionen Euro durch die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel im Jahr 2020 befindet es sich in der dortigen Sammlung, wo es wissenschaftlich untersucht wird.
Beschreibung
Das Stammbuch hat ein Format von 21 cm × 18 cm und umfasst 227 paginierte Seiten aus Papier, Pergament und Seide. Es verfügt heute über eine Schnürbindung und einen Einband aus violettem Samt. Ursprünglich hatte Philipp Hainhofer eine Schraubheftung verwendet, die einen Austausch der Seiten zuließ.
In dem Buch haben sich zwischen 1596 und 1633 europäische Herrscher, wie die Kaiser Matthias und Rudolf II., sowie Angehörige des Adels und der Oberschicht handschriftlich eingetragen. Darunter sind Fürsten, Diplomaten, Geistliche und Feldherren, die zum Teil Protagonisten des Dreißigjährigen Kriegs waren.
Die Einträge bestehen aus einer Seite mit persönlichen Sätzen oder Gedichten in unterschiedlichen Sprachen, darunter Deutsch, Französisch, Lateinisch, Italienisch. Hinzu kommt meist ein Schmuckblatt. Das Album enthält reich verzierte Wappendarstellungen und Zeichnungen im Stil des Barock. Wegen der hochwertigen bildlichen Ausgestaltung gilt das Buch auch als ein Sammlungsalbum für Kunst.
Die bildlichen Darstellungen zu den Einträgen ließ Hainhofer häufig von renommierten Künstlern anfertigen, die er auf Kosten der Eintragenden in Auftrag gab. Anhand der Beschreibungen von Hainhofer sowie den Unterschriften der Künstler auf ihren Werken ließen sich unter anderem Joseph Heintz, Johann Matthias Kager, Lucas Kilian, Jacopo Ligozzi und Anton Mozart sicher identifizieren. Bei vielen Bildern sind die Künstler bisher nicht bekannt, darunter die Seiten mit floralen Bildmotiven. Sie zeigen Tulpen, die damals in Europa neu und kostbar waren, und erinnern an die Arbeiten von Georg Hoefnagel.
Seitenliste In der ausklappbaren Liste werden die jeweiligen Seiten, ihre Datierung, die eintragende Person und die Art des Eintrags dargestellt.The History of the Book: The Cornelius J. Hauck Collection bei Christie’s, Lot 263, 27.–28. Juni 2006