Les diamants de la couronne (AWV 34, deutscher Titel: Die Krondiamanten) ist eine Opéra-comique in drei Akten von Daniel-François-Esprit Auber (Musik) mit einem Libretto von Eugène Scribe und Jules Henri Vernoy Marquis de Saint-Georges. Sie wurde am 6. März 1841 in der Salle Favart II der Opéra-Comique in Paris uraufgeführt.

Handlung

Kurzfassung (Leo Melitz, 1906)

Erster Akt. Gebirgsschlucht in Estremadura. Don Henrique hat sich verirrt, findet jedoch das Abenteuer interessant. Er entdeckt in der Schlucht eine Falschmünzerbande. Die Falschmünzer sehen ihn und wollen ihn töten, werden aber durch die eintreffende Catarina daran verhindert. Sie kennt Don Henrique, ist sie selbst doch die hier unbekannte Königin von Portugal, welche die Falschmünzer aufgesucht, um zu Gunsten des Staatsschatzes die echten Diamanten der Krone durch falsche zu ersetzen. – Die Falschmünzer, welche Catarina für ihre Beschützerin halten, gehorchen ihr in allen Stücken. Henrique sieht die falschen Diamanten, die er für echt hält, und glaubt sie geraubt. Da sie von Soldaten bedroht ist, beschließt die Bande, mit Henriques Pass die Grenze zu erreichen. Schon zu spät, die Truppen nahen, aber schnell gefasst, werfen die Falschmünzer auf Catarinas Rat die Diamanten in einen Sarg und machen sich bereit, als Pilger unter frommen Gesängen an den Soldaten vorbeizuziehen.

Zweiter Akt. Schloss zu Coimbra. Während der sechsjährigen Abwesenheit des Don Henrique hat dessen Freund Don Sébastien mit Henriques Braut Diana einen Herzensbund geschlossen. Henrique ist nun angekommen und trifft im Schloss mit Catarina zusammen, die mit Rebolledo hier Schutz sucht, da ihr Wagen zerbrochen. Da kommt die Nachricht aus Lissabon, dass die Krondiamanten gestohlen seien; verdächtig ist eine gewisse Catarina. An der eintreffenden Personenbeschreibung erkennt Diana die Pseudo-Räuberin. Henrique aber, der Catarina liebt, überredet Diana, durch Verzicht auf deren Hand, die Bedrohte zu retten.

Dritter Akt. Im Palast zu Lissabon. Die Personen treffen hier zusammen, und es enthüllt sich den Eingeweihten, dass Catarina die Königin ist, welche die echten Krondiamanten verkauft und durch die eingegangenen Summen den Staat vor dem Finanzruin gerettet hat. Als sie vom Staatsrat zur Wahl eines Gatten aufgefordert wird, verwirft sie den vorgeschlagenen Infanten von Spanien und wählt den glücklichen Henrique. Nunmehr ist Dianas Hand frei, und sie darf mit ihrem Geliebten Don Sébastien zum Altar treten.Leo Melitz (Hrsg.): Führer durch die Oper. 235 Operntexte nach Angabe des Inhalts, der Gesänge, des Personals und Szenenwechsels. Globus, Berlin 1906, S. 146 f (). Die Personennamen wurden vereinheitlicht und Rechtschreibung aktualisiert.

Erster Akt

Werkstatt der Falschmünzer in den Gebirgen der Estremadura

Die Oper spielt in Portugal zur Zeit der Krönung von Königin Maria I. im Jahr 1777.

Szene 1. Don Henrique, Neffe des Grafen von Campo Mayor, des Polizeiministers in Coimbra, ist nach sechsjähriger Abwesenheit auf dem Weg nach Lissabon, um seine Rolle bei der bevorstehenden Krönung einzunehmen. Bei dieser Gelegenheit will er auch den seit langem vereinbarten Ehevertrag mit seiner Cousine Diana, der Tochter des Polizeiministers, unterschreiben. Da er auf dem Weg durch die Berge von einem Sturm überrascht wurde, sucht er in den Ruinen einer Burg in der Nähe des Klosters St. Huberto Schutz, während sich sein Diener um die Pferde kümmert und nach einer besseren Unterkunft sucht. Er beruhigt sich selbst mit einem Lied („Vivent la pluie et les voyages“). Während seines Gesangs vernimmt er in einer fernen Höhle Hammerschläge, die ihn neugierig machen. Dort entdeckt er Rebolledo, den Anführer einer Falschmünzerbande, und dessen Kumpanen Barbarigo und Mugnoz, die gerade den Inhalt seines Koffers untersuchen.

Szene 2. Henrique versteckt sich, um die drei zu belauschen. So erfährt er, dass sie seinen Diener in die Flucht geschlagen, die Pferde und den Wagen in eine Schlucht getrieben und sich seines Gepäcks bemächtigt haben. Die Fälscher warten auf ihre Auftraggeberin, die mysteriöse Catarina, die Räubereien eigentlich streng verboten hat. Sie hatte den bereits zum Tode verurteilten Rebolledo einst in Lissabon aus dem Kerker befreit und sich dadurch seine Treue gesichert. Als Rebolledo die anderen Mitglieder der Bande holen will, bemerkt er Henrique und lässt ihn festnehmen (Szene und Chor: „Ah! de notre colère“).

Szene 3. In diesem Moment trifft Catarina ein und stellt sich in einer Arie vor, die sehr an das Banditenlied in Fra Diavolo erinnert (Arie Catarina: „Oui, c’est moi, c’est votre compagne“). Nachdem sie Henriques Namen erfahren hat, stellt sich zu dessen Überraschung heraus, dass sie mit seinen Pläne bereits gut vertraut ist. Dennoch will sie ihn für weitere zehn Tage in Haft behalten.

Szene 4. Im weiteren Gespräch mit Catarina erfährt Henrique, dass Diana inzwischen einen anderen Verehrer hat. Sie ist jetzt bereit, ihn unter einer Bedingung, die sie erst später nennen will, ziehen zu lassen. Seinen Freipass will sie behalten, um ihn für ihre eigenen Zwecke zu nutzen.

mini|Anna Thillon als Catarina

Szene 5. Die Falschmünzerbande versammelt sich zum Abendessen (Szene und Chor: „Amis, dans ce manoir noir“), und Catarina stimmt einen Rundgesang an (Ballade: „Le beau Pédrille“). Barbarigo stellt eine Schatulle mit Schmuckstücken auf den Tisch, die Catarina genauestens begutachtet. Es sind die Produkte der Fälscherwerkstatt, die Henrique für Raubgut hält. Die von Catarina gestellte Aufgabe ist damit erfüllt. Spätestens am nächsten Tag wollen alle die Gegend verlassen, um andernorts ein neues, ehrliches Leben zu beginnen. Henriques Pass soll ihnen eine sichere Reise gewähren.

Szene 6. Catarina verspricht Henrique freien Abzug, sofern er schwört, ein Jahr lang nicht über das hier Gesehene zu sprechen. Außerdem darf er sie nicht kennen, ganz gleich, in welcher Gestalt er sie treffen wird. Verwundert stimmt Henrique zu. Da seine eigene Kutsche zerstört wurde, will Catarina ihn mit ihrem eigenen Wagen zur nächsten Poststation bringen. Der von Catarina faszinierte Henrique warnt sie, ihre gefährlichen Tätigkeiten fortzusetzen. Er glaubt, sein Onkel könne vielleicht etwas für sie tun – nicht jedoch für ihre Spießgesellen oder gar Rebolledo. Catarina versichert ihm, dass ihr keine Gefahr drohe.

Szene 7. Rebolledo meldet, dass der Waren bereit sei. Vor dem Aufbruch wird Catarina aber noch Frühstück mit Schokolade serviert, und sie lädt Henrique ein, sich zu ihr zu setzen (Duett Henrique/Catarina und Finale: „Ah! c’est charmant! Le doux tête-à-tête“). Henriques Faszination nimmt immer weiter zu.

Szene 8. Die Banditen stellen fest, dass sie von Regierungstruppen umzingelt wurden. Der geplante Aufbruch ist somit unmöglich geworden. Catarina sieht jedoch einen Ausweg.

Szene 9. Mugnoz und einige andere wollen sich die Bahn gewaltsam brechen. Er berichtet, dass es sich um zweihundert Mann handelt, die vom Minister (Henriques Onkel) persönlich beauftragt wurden und unter der Führung Don Sébastiens (seines Freundes) stehen.

Szene 10. Rebolledo teilt den anderen Catarinas Plan mit: Alle verkleiden sich als Pilger auf dem Weg zum nahegelegenen Kloster. Die Juwelen nehmen sie in einem Sarg versteckt mit sich. Einen schwermütigen Chor singend entkommen sie unbehelligt den Soldaten. Rebolledo und Catarina hingegen nutzen einen unterirdischen Gang zur Flucht.

Zweiter Akt

Salon im Schloss des Grafen von Campo Mayor in Coimbra

Szene 1. Diana und Sébastien unterhalten sich über ihre geplante Verlobung mit Henrique. Obwohl Diana längst keine Gefühle mehr für diesen hat, sondern einen anderen liebt, bringt sie es nicht fertig, den Befehl ihres Vaters zu missachten, der die Hochzeit angeordnet hat. Sébastien gesteht, dass er sich selbst längst in sie verliebt hat. Doch auch er würde Henrique, dem er viel verdankt, niemals hintergehen. Diana will die Hoffnung aber noch nicht aufgeben (Duett Diana/Sébastien: „Mon cousin qui dans tous le temps“). Sie vermutet, dass auch Henriques Gefühle längst einer anderen gelten.

Szene 2. Henrique und sein Onkel treffen ein. Der Ehevertrag soll noch am selben Abend unterzeichnet werden. Sébastien soll als Zeuge ebenfalls unterschreiben. Er berichtet von seinem erfolglosen Feldzug im Gebirge, bei dem er keine Spur der dort vermuteten Falschmünzerbande finden konnte. Lediglich eine Gruppe Pilger war dort, die er mit seinen Soldaten zusammen zum Gebet kommandierte. Bei diesen Worten muss Henrique kurz auflachen.

Szene 3. Weitere herausgeputzte Gäste und Bediente erscheinen (Szene und Chor: „Du plaisir qui nous appelle“). Campo Mayor fordert das Brautpaar auf, zur Unterhaltung der Gäste ein Duett zu singen, und Diana schlägt einen Bolero vor (Bolero: „Dans les défilés des montagnes“). Der Vortrag wird mehrmals unterbrochen. Zuerst wird Campo Mayor durch die Depesche eines Kuriers ins Kabinett berufen. Dann meldet Sébastien, dass es einen Kutschenunfall gegeben habe und die Reisenden hier Zuflucht suchen.

Szene 4. Wenig später treten Catarina und Rebolledo ein. Die Überraschung beim Wiedersehen von Henrique und Catarina äußert sich in einem Quintett („O surprise nouvelle“), das sich zu einem humorvollen Ensemblestück erweitert und auch eine Wiederholung des Boleros beinhaltet, bei der Catarina Henriques Partie übernimmt und mit Diana im Duett singt. Den Höhepunkt bildet eine Bravourarie Catarinas (Variationen: „Ah! je veux briser ma chaine“). Sie lehnt zwar eine Einladung Dianas zum Tanz ab, schlägt stattdessen aber ein Spiel vor. Diana entdeckt in einem Journal einen von Henriques Diener verfassten Bericht über die Räuberbande im Gebirge, die auch eine genaue Beschreibung der Anführer Rebolledo und Catarina enthält. Erschrocken versucht Henrique, ihr das Blatt zu entreißen, doch in diesem Augenblick beginnt im Saal der Ball mit einer Sarabande, und das Thema ist vergessen. Henrique, der auf ein Gespräch mit Catarina hofft, bittet Sébastien, Diana aufzufordern.

Szene 5. Nachdem die anderen in den Saal gegangen sind, warnt Henrique Catarina vor der Gefahr, die ihr hier droht. Er wundert sich auch über ihr offenbar verändertes Verhältnis zu Rebolledo, vertreibt aufkommende Eifersucht aber schnell durch ein Liebesgeständnis und bittet sie, mit ihm zusammen zu fliehen. Für sie will er alles aufgeben. Catarina lehnt ab, gibt ihm aber als Andenken einen Ring.

Szene 6. Diana teilt Catarina mit, dass die Reparatur ihres Wagens erst am folgenden Tag abgeschlossen sein werde. Sie muss also noch bleiben – und tanzen.

Szene 7. In einem kleinen Duett (Duett Henrique/Diana: „Savez-vous, mon cousin?“) neckt Diana ihren Cousin mit seinem plötzlichen Interesse an der hübschen Fremden. Henrique versichert ihr, dass er sie noch liebe, lässt aber zugleich Bedenken erkennen. Da ertönt die Glocke: Sein Onkel ist zurückgekehrt.

Szene 8. Campo Mayor verkündet den Anwesenden die unerhörte Nachricht, dass die Kronjuwelen entwendet wurden. Er bemerkt an Henriques Hand den Ring Catarinas und meint, dieser sei einer der berühmtesten Diamanten des Kronschatzes, der sogenannte „Brasilianer“. Henrique behauptet, er habe ihn erst kürzlich bei einem Juwelier erstanden. Campo Mayor will diese Spur umgehend verfolgen lassen. Dies erinnert Diana wieder an den Zeitungsbericht. Sie liest darin die Beschreibung Catarinas und erkennt deren Ähnlichkeit mit der unbekannten Dame.

Szene 9. Diana gerät in Panik.

Szene 10. Sie vertraut ihren Verdacht Henrique an, der daraufhin das Blatt zerreißt, ihr seine Liebe zu Catarina offenbart und sie bittet, bei deren Flucht zu helfen. Diana erklärt sich unter der Bedingung dazu bereit, dass Henrique vor der Unterzeichnung des Ehevertrags freiwillig davon zurücktritt. Er stimmt zu, und Diana zieht sich zurück, um Catarinas Flucht vorzubereiten.

Szene 11. Catarina, die dieses Gespräch unbemerkt angehört hat, zeigt sich gerührt von Henriques Verhalten. Ihm zuliebe will sie dem beschriebenen Fluchtweg folgen.