zentriert|162px|Animal Farm – Erstauflage George Orwell veröffentlicht den Roman Animal Farm. zentriert|177px|Gabriela Mistral Gabriela Mistral erhält den Nobelpreis für Literatur.

Ereignisse

Prosa

mini|hochkant|George Orwell

17. August: In Großbritannien erscheint die Erstauflage von George Orwells Roman Animal Farm. 29. November: Der schwedische Verlag Bonnier veröffentlicht den Roman Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren mit Illustrationen von Ingrid Vang Nyman. Von Carmen Laforet erscheint der Roman Nada.

Drama

Spielstätten

Ende April: Das völlig zerbombte Wiener Burgtheater übernimmt das Etablissement Ronacher als Ausweichquartier. Am 10. Mai wird das Wiener Volkstheater in Eigeninitiative des Ensembles mit einem Publikumserfolg der letzten Spielzeit, Katakomben von Max Frey, wiedereröffnet. Erste offizielle Premiere ist am 7. Juni Die unentschuldigte Stunde von Stefan Bekeffi. Rolf Jahn, der das Theater schon vor dem Krieg geleitet hat, wird von Kulturstadtrat Viktor Matejka nur monatlich im Amt bestätigt, da die Besitzrechte nicht geklärt sind. Alle Vorstellungen sind ausverkauft und finden nachmittags statt, da weder Beleuchtung noch Verkehrsmittel funktionierten und man im Sommer 1945 Konflikte mit den sowjetischen Besatzern fürchtet. Es folgte Franz Grillparzers Des Meeres und der Liebe Wellen und als abschließender Höhepunkt der kurzen Ära Jahn Karl Kraus’ Die letzte Nacht, Epilog von Die letzten Tage der Menschheit, in der Regie von Günther Haenel. Jahns Direktionszeit wird allerdings jäh beendet, als von ihm verfasste Zeitungsartikel aus dem Jahr 1938 auftauchen, die eindeutig NS-konforme und antisemitische Inhalte aufweisen. Ab Juli leitet Günther Haenel das Wiener Volkstheater und schafft die Voraussetzungen für einen modernen und revolutionären Spielplan. Mit einem „Direktionsrat“ bindet er Mitglieder des Hauses in Entscheidungen ein und nimmt so das „Mitbestimmungstheater“ vorweg. Bei der Uraufführung von Julius Hays Haben kommt es zum ersten Theaterskandal der zweiten Republik und einer Saalschlacht. Die russische Dramatik wird mit Dramen von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski, Iwan Sergejewitsch Turgenew und mit Anatoli Lunatscharskis Der befreite Don Quixote mit Max Paulsen wiederbelebt, was Haenel den Vorwurf eines kommunistischen Tendenz-Spielplans einträgt. 7. September: Das Deutsche Theater Berlin wird mit Lessings Nathan der Weise wiedereröffnet.

Uraufführungen

8. März: Neun Jahre nach dem Tod des Autors wird Federico García Lorcas Drama La casa de Bernarda Alba (Bernarda Albas Haus) am Teatro Avenida in Buenos Aires uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt die katalanische Schauspielerin Margarita Xirgu. 29. März: Das Drama Nun singen sie wieder von Max Frisch hat am Zürcher Schauspielhaus unter der Regie von Kurt Horwitz seine Uraufführung. 19. Dezember: Am Théâtre de l’Athénée in Paris wird Jean Giraudoux’ Satire La Folle de Chaillot uraufgeführt.

Sachliteratur In London erscheint in zwei Bänden The Open Society and Its Enemies von Karl Popper.

Periodika

24. Januar: In Aachen erscheint mit den Aachener Nachrichten die erste deutsche Nachkriegszeitung, auf die die Nationalsozialisten keinen Einfluss mehr haben. 15. Mai: Die erste Ausgabe der von der Roten Armee herausgegebenen Täglichen Rundschau erscheint in Brandenburg. 20. Mai bis 10. Juni: In Stettin erscheint die Deutsche Zeitung, herausgegeben von der sowjetischen Heeresgruppenpresse 21. Mai: Die erste Ausgabe der Berliner Zeitung erscheint in Berlin. Im Juli geht die Herausgeberschaft von der Roten Armee auf den Magistrat der Stadt Berlin über. Die Chefredaktion übernimmt Rudolf Herrnstadt. 7. Juni: Die Erstausgabe der Salzburger Nachrichten erscheint. 11. Juni: Die erste Ausgabe der Oberösterreichischen Nachrichten erscheint, gegründet von der amerikanischen Besatzungsmacht 13. Juni: Die Erstausgabe der Deutschen Volkszeitung erscheint in Berlin. 21. Juni: Die Tiroler Tageszeitung erscheint erstmals. 1. August: Die Frankfurter Rundschau erscheint als erste deutsche Lizenzzeitung nach dem Zweiten Weltkrieg. 8. August: Dem Badischen Tagblatt in Baden-Baden wird als erster Lizenzzeitung in der französischen Besatzungszone das Erscheinen genehmigt. 27. August: Die Saarbrücker Zeitung nimmt ihr Erscheinen wieder auf. In Wien erscheint der Wiener Kurier in der amerikanischen Besatzungszone. 5. September: Rudolf Agricola, Theodor Heuss und Hermann Knorr gründen die Rhein-Neckar-Zeitung. 8. September: Südkurier 18. September: Stuttgarter Zeitung 19. September: Weser-Kurier 6. Oktober: Nach der Lizenzvergabe erscheint die erste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, gegründet von August Schwingenstein, Edmund Goldschagg und Franz Josef Schöningh.

Religion

23. Dezember: Die Enzyklika Orientales omnes ecclesias von Papst Pius XII. befasst sich – aus Anlass der Vereinigung mit der ruthenischen Kirche 350 Jahre zuvor – mit den Entwicklungen in den Ostkirchen. Dezember: In Ägypten werden die Nag-Hammadi-Schriften gefunden.

Verlagswesen

16. August: Im Auftrag des Kulturbunds zur demokratischen Erneuerung Deutschlands wird der Aufbau-Verlag gegründet, der zum größten belletristischen Verlag der späteren DDR heranwächst.

Preisverleihungen

Die chilenische Dichterin und Diplomatin Gabriela Mistral erhält „für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat“, den Nobelpreis für Literatur. Booth Tarkington wird für sein Gesamtwerk mit der William-Dean-Howells-Medaille ausgezeichnet.

Sonstiges

15. Januar: Die italienische Nachrichten- und Presseagentur ANSA entsteht in Rom. 29. Mai: Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann hält in der Library of Congress zunächst in englischer Sprache die Rede Deutschland und die Deutschen. Die deutsche Fassung wird im Oktober in der Zeitschrift Neue Rundschau veröffentlicht. Es handelt sich um eine essayistische Begleitarbeit zum umfangreichen Zeitroman Doktor Faustus.

mini|hochkant|Titelseite des Smyth Reports

11. August: Der amerikanische Präsident Harry S. Truman gibt die Veröffentlichung des Smyth Reports frei, die Geschichte der Entwicklung der amerikanischen Kernwaffen (Manhattan-Projekt).

Geboren

Januar bis April 1. Januar: Rüdiger Safranski, deutscher Schriftsteller 2. Januar: Frank Laufenberg, deutscher Moderator, Journalist und Autor († 2025) 6. Januar: Barry Lopez, US-amerikanischer Schriftsteller und Essayist († 2020) 14. Januar: Liv Køltzow, norwegische Schriftstellerin († 2025) 15. Januar: Christian Anders, österreichischer Autor und Schlagersänger, Musiker und Komponist 17. Januar: Javed Akhtar, indischer Drehbuchautor, Poet und Liedtexter 17. Januar: Ib Michael, dänischer Schriftsteller 29. Januar: Harald Hurst, Schriftsteller und Mundartdichter († 2024) 31. Januar: Matthias Beltz, deutscher Kabarettist und Autor († 2002)

2. Februar: Metin Arditi, schweizerischer Schriftsteller, Mäzen und Unternehmer 7. Februar: Fredric Kroll, US-amerikanischer Komponist und Schriftsteller 19. Februar: Thomas Brasch, deutscher Autor, Dramatiker und Lyriker († 2001) 20. Februar: Jürg Acklin, Schweizer Psychoanalytiker und Schriftsteller 23. Februar: Robert Gray, australischer Dichter

5. März: Selina Hastings, britische Schriftstellerin, Kinderbuchautorin, Biografin, Literaturredakteurin 14. März: Herman van Veen, niederländischer Sänger, Schriftsteller, Liedertexter und Liederkomponist mini|hochkant=0.65|Herman van Veen, 1968 19. März: Mark O’Connor, australischer Lyriker 21. März: Henrik Nordbrandt, dänischer Schriftsteller und Dichter († 2023) 21. März: Verena Reichel, deutsche literarische Übersetzerin († 2022) 23. März: Elke Austenat, deutsche Ärztin und Autorin 27. März: Harry Rowohlt, deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Rezitator († 2015) 28. März: Tilman Röhrig, deutscher Schriftsteller

4. April: Daniel Cohn-Bendit, deutsch-französischer Publizist und Politiker 12. April: Kiyoko Murata, japanische Schriftstellerin 16. April: Stefan Grossman, US-amerikanischer Gitarrist, Lehrbuchautor und Produzent 16. April: Sarenco, italienischer visueller Poet, Kulturveranstalter, Verleger und Filmemacher († 2017) 25. April: Geriet Schieske, deutscher Regisseur, Schauspieler und Autor 26. April: Petr Oslzlý, tschechischer Dramaturg, Drehbuchautor und Schauspieler 27. April: August Wilson, US-amerikanischer Dramatiker († 2005) 29. April: Lutz Ackermann, deutscher Journalist und Rundfunk- und Fernsehmoderator 30. April: Ulla Hahn, deutsche Schriftstellerin

Mai bis August 4. Mai: Sylviane Agacinski, französische Philosophin und Schriftstellerin 4. Mai: Richard Albrecht, deutscher Sozialwissenschaftler, Bürgerrechtler und Autor 4. Mai: Michael Jürgs, deutscher Journalist († 2019) 9. Mai: Gamal al-Ghitani, ägyptischer Schriftsteller und Journalist († 2015) 9. Mai: Kenneth Dyba, kanadischer Schriftsteller und Theaterleiter 12. Mai: Diana Raznovich, argentinische Schriftstellerin, Theatermacherin und Karikaturistin 12. Mai: Gayla Reid, kanadische Schriftstellerin 16. Mai: Axel Kutsch, deutscher Schriftsteller und Herausgeber 17. Mai: Wladimir Aichelburg, österreichischer Historiker und Publizist 17. Mai: Daniel Odier, Schweizer Schriftsteller und Tantra- wie auch Chan-Lehrer 18. Mai: Max Mabillard, Schweizer Journalist († 2001) 28. Mai: Leo Pleysier, belgischer Schriftsteller 31. Mai: Rainer Werner Fassbinder, deutscher Regisseur, Filmproduzent und Bühnenautor († 1982) mini|hochkant=0.65|Rainer Werner Fassbinder

4. Juni: Ralf Thenior, deutscher Schriftsteller 9. Juni: Betty Mahmoody, US-amerikanische Autorin 14. Juni: Alfred Worm, österreichischer Journalist († 2007) 21. Juni: Adam Zagajewski, polnischer Schriftsteller († 2021) 26. Juni: Ondřej Neff, tschechischer Schriftsteller, Journalist und Herausgeber von Internetzeitungen 26. Juni: Joseph von Westphalen, deutscher Schriftsteller

1. Juli: Chōkitsu Kurumatani, japanischer Schriftsteller († 2015) 5. Juli: François Bourgeon, französischer Comic-Autor 7. Juli: Natsuki Ikezawa, japanischer Schriftsteller und Übersetzer 9. Juli: Bernd Cailloux, deutscher Schriftsteller 9. Juli: Dean Koontz, US-amerikanischer Schriftsteller 30. Juli: Patrick Modiano, französischer Schriftsteller

6. August: Raschid ad-Daʿif, libanesischer Autor 14. August: Steve Martin, US-amerikanischer Schriftsteller, Produzent, Schauspieler, Musiker und Komponist mini|hochkant=0.65|Steve Martin, 1982 22. August: Steve Kroft, US-amerikanischer Journalist 24. August: Ronee Blakley, US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Drehbuchautorin 30. August: Libuše Moníková, deutschsprachige tschechische Schriftstellerin († 1998)

September bis Dezember

12. September: Maria Aitken, irische Filmschauspielerin und Drehbuchautorin 18. September: Meshack Asare, ghanaischer Kinderbuchautor 19. September: René Appel, niederländischer Schriftsteller 19. September: Benoît Lamy, belgischer Filmregisseur und Drehbuchautor († 2008) 24. September: David Drake, US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor († 2023)

5. Oktober: Alfred Komarek, österreichischer Schriftsteller († 2024) 13. Oktober: Gundel Mattenklott, deutsche Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin, Autorin und Herausgeberin († 2024) 15. Oktober: Klaus Woltron, österreichischer Unternehmer, Buchautor, Kolumnist, Gründungsmitglied des Club of Vienna 16. Oktober: Pascal Sevran, französischer Autor, Sänger und Fernsehshowmaster († 2008) 18. Oktober: Chantal Thomas, französische Schriftstellerin, Essayistin und Historikerin 31. Oktober: Gustavo Álvarez Gardeazábal, kolumbianischer Schriftsteller, Journalist und Politiker

11. November: Helmut Angula, namibischer Politiker und Autor 12. November: Michael Bishop, US-amerikanischer Autor, vornehmlich von Science-Fiction-Literatur († 2023)