mini|Raphaela Vogel Raphaela Vogel (* 1988 in Nürnberg) ist eine deutsche Künstlerin, die vor allem für ihre raumgreifenden Installationen sowie ihre skulptural eingebetteten Ton- und Videocollagen bekannt ist.
Leben Raphaela Vogel studierte im Zeitraum von 2009 bis 2012 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Peter Angermann und Michael Hakimi sowie von 2011 bis 2014 an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Simon Starling und Peter Fischli. Von 2014 bis 2016 war sie Teilnehmerin des Postgraduiertenprogramms „De Ateliers“ in Amsterdam. 2019 übernahm sie eine Vertretungsprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Kunst Karlsruhe. 2023–2024 übernahm sie eine Vertretungsprofessur an der Akademie der Bildenden Künste München.
Werk In Vogels künstlerischen Arbeiten werden architektonische Strukturen sowohl an die Grenzen ihrer physischen Belastbarkeit gebracht („In festen Händen“) wie auch installativ mit und durch die Poesie großer Gesten und Gebärden, das heißt unter anderem durch Monumentalskulpturen, auf ihre Tragfähigkeit getestet („Isolator“).
Ein thematisches Panorama, das sich existenziellen, politischen wie mondänen Sujets nicht verschließt, wird von Vogel aber nicht nur in dramatischen, sondern auch in stark humorvollen Szenarios entfaltet, bei dem Methoden und Techniken aus nahezu allen Disziplinen zeitgenössischer Kunst zum Einsatz kommen (Video, Sound, Installation, Skulptur und Malerei).
Dabei arbeitet die Künstlerin sowohl mit gefundenen und oft unter großen Aufwand anverwandelten Ready-mades wie sie selbst gestalterisch, bildhauerisch, malend und vor allem als Darstellerin verschiedener Persona in ihren Videos aktiv ist.
Neben den gefundenen Objekten (wie z. B. Dinosaurier, Urinale, Puppen) nutzt die Künstlerin auch unterschiedliche digitale Technologien (wie z. B. Drohnen, Action-Kameras, Beamer, Scanner) sowie diverse Materialien (wie z. B. Stahlgerüste, Tierhäute/-felle, Plastik/Polyurethan). So entstehen groteske Szenerien, die mal düster, mal träumerisch anmuten. Es sind fragmentarische Erzählungen, die zur Identifikation einladen, dieses Angebot aber im selben Moment gleich wieder entziehen: ein reiches Wechselspiel aus Verführung und Verweigerung, das vielseitige Lesarten zulässt.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2015: Raphaela und der große Kunstverein, Bonner Kunstverein, Bonn 2016: She Shah, Westfälischer Kunstverein, MünsterRaphaela Vogel: „She Shah“ 10. Dezember 2016 - 12. Februar 2017, westfaelischer-kunstverein.de, abgerufen am 23. Juni 2021. 2017: Abbruch Korrektur Hilfe Bestätigung, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2018: Son Of A Witch, Berlinische Galerie, Berlin 2018: Il Mondo In Cui Vivo, Leopold-Hoesch-Museum, Düren 2018: Ultranackt, Kunsthalle Basel, Basel 2018: Gipsy King Kong, Kunstpalais Erlangen, Erlangen 2018: Hasi Hang, Goethe-Institut, Shanghai 2019: Bellend bin ich aufgewacht, Kunsthaus Bregenz, Bregenz 2019: A Woman’s Sportscar, Haus der Kunst, München 2020: Uterusland, Neues Museum Nürnberg, Nürnberg 2021: My Appropriation of Her Holy Hollowness, Le Confort Moderne, Poitiers 2021: Mucksmäuschenmusik, Kleiner Wasserspeicher, Berlin 2023: KRAAAN, De Pont Museum, Tilburg 2024: Found Subject, Heidelberger Kunstverein, Heidelberg 2024: International Comparison, Centre d'art contemporain - la synagogue de Delme, Delme 2024: Die Dressur des Raumes: Zikkurat der toten Winkel, Kunsthalle Gießen, Gießen 2025: No tengo preguntas, solo respuestas, Museo Rufino Tamayo, Mexiko-Stadt 2026: Der Mensch ist kein Vogel, Z33 – Haus für aktuelle Kunst, Design & Architektur, Hasselt
Gruppenausstellungen 2012: In The Future 15 People Will Be Famous, Neues Museum Nürnberg, Nürnberg 2014: Collision 50%, Einraumhaus, Mannheim 2015: Touch, Agora Collective/Vorspiel Transmediale 2015, Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2016: Kristalle im Beton, Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl 2016: Wrap Around The Time, Nam June Paik Art Center, Gyeonggi-Do, Korea 2017: Apocalyps, Art Chapel, Amsterdam 2017: Mother’s Tongue And Father’s Mouth, unttld contemporary, Wien 2017: Produktion. Made In Germany Drei, Kunstverein Hannover, Kestnergesellschaft, Sprengel Museum Hannover, Hannover 2017: Apparat Kunstverein Braunschweig, Braunschweig 2017: Essex Street, N.Y. 2017: Radicale Sociale Animale Talen, Cobra Museum of Modern Art, Amsterdam 2017: Hütti, MINI/Goethe-Institut, Curatorial Residencies Ludlow 38, N.Y. 2018: Insane In The Membrane, Philara, Düsseldorf 2018: Pissing In A River. Again!, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin 2019: Affektive Allianzen, Herzoglicher Kunstbesitz Sachsen-Coburg und Gotha Schloss Callenberg, Coburg 2019: Magic Media – Media Magic. Videokunst seit den 1970er Jahren aus dem Archiv Wulf Herzogenrath, Akademie der Künste Berlin, Berlin 2019. Algorithmic Rituals II – Ancient and Newborn Intelligences, Ein szenischer Parcours von Markus Selg, Freiraum in der Box, Berlin 2019: Game Of Drones. Von unbemannten Flugobjekten, Zeppelin Museum Friedrichshafen, Friedrichshafen 2019: The Violence Of Gender, Tai Kwun Contemporary, Hongkong 2019: Straying From The Line, Schinkel Pavillon, Berlin 2019: Jeunes Artistes en Europe – Les Métamorphoses, Fondation Cartier, Paris 2020: Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen, Kunsthalle Bremen, Bremen 2020: State Of The Arts. Die Verschmelzung der Künste, Bundeskunsthalle Bonn, Bonn 2020: Mythologies – The Beginning and End of Civilizations, ARoS Aarhus Kunstmuseum, Aarhus 2021: Beaufort 21, Beaufort Triennial, Flanders 2021: Carnivalesca – Was Malerei sein könnte, Kunstverein Hamburg, Hamburg 2022: BIENNALE ARTE 2022: The Milk of Dreams, Venedig Biennale, Venedig 2022: Welt aus den Fugen, Kunst Museum Winterthur, Winterthur 2023: My Last Will, Kunstsammlungen am Theaterplatz, Chemnitz 2023: Das große Metzeln, Kunsthalle Trier, Trier 2023: The Dream of the Butterfly, Centre d’art contemporain Genève, Geneva 2023: Der Pinkelnde Tod or What the Dead Do, Kunstverein Bielefeld, Bielefeld 2023: INNENWELTEN. Sigmund Freud und die Kunst, Kunsthalle Tübingen, Tübingen 2024: My Last Will, Casino Luxembourg – Forum d’Art Contemporain, Luxembourg 2024: Das Bild ist, was es tut, Sprengel Museum Hannover, Hannover 2026: Anti Heroes. Jakob Collection, Villa Merkel, Esslingen am Neckar
Auszeichnungen und Stipendien Günter-Peill-Foundation, Düren (2016–2018) Columbus Award for Contemporary Art in coop. w/ ADKV (2015) de Ateliers, Amsterdam (2014–2016) Stylepark Award, Städelschule, Frankfurt am Main (2014) Studienstiftung des Deutschen Volkes, Bonn (2012–2014)
Literatur Amely Deiss, Milena Mercer, Anja Dorn, Elena Filipovic (Hrsg.): Raphaela Vogel. Walther König, Köln 2018, ISBN 978-3-96098-414-6. Thomas D. Trummer, Kunsthaus Bregenz (Hrsg.): Raphaela Vogel – Bellend bin ich aufgewacht. Walther König, Köln 2020, ISBN 978-3-96098-679-9. Raphael Dillhof: Raphaelas Welt. In: Art – Das Kunstmagazin. 11/2019. Silke Hohmann: Aus der Vogel Perspektive. In: Monopol Magazin. 04/2018. Adam Jasper: Raphaela Vogel. In: Artforum. 02/2019.
Weblinks
Videos zu Raphaela Vogel Interview mit Raphaela Vogel in Vogue Shot to the head – Raphaela Vogel and Tenzing Barshee in conversation. In: Mousse Magazine Nr. 64
Einzelnachweise
Kategorie:Videokünstler (Deutschland) Kategorie:Künstler der feministischen Kunst Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau Kategorie:Absolvent der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg