Diese Liste gibt einen Überblick über Museen und Gedenkstätten, die sich schwerpunktmäßig der Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/1871 widmen.

Sie ist nach Ländern sortiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Gedenkkultur Der Deutsch-Französische Krieg stellte für die Zeitgenossen ein prägendes Ereignis dar. Die Soldaten erlebten den Krieg als eine Auseinandersetzung zwischen Massenheeren, der hunderttausende Menschen zum Opfer fielen. Für Frankreich war der Krieg mit dem Verlust seiner Vormachtstellung auf dem europäischen Kontinent verbunden, die es seit der Zeit Ludwigs XIV. innegehabt hatte. Auf der deutschen Seite konstituierte sich dagegen erstmals ein Nationalstaat. Das Deutsche Kaiserreich als neues Machtzentrum veränderte die Kräfteverhältnisse auf dem Kontinent und beendete den bisherigen Partikularismus in Mitteleuropa. Aufgrund der persönlichen Erlebnisse und der großen politischen Veränderungen blieb der Krieg stark im Bewusstsein der Zeitgenossen verankert. Es entstanden in Frankreich wie in Deutschland, aber teilweise auch in der Schweiz und in Belgien zahlreiche Denkmäler und Gedenktafeln, die an die Gefallenen erinnern. Besonders in Deutschland wurden zahlreiche Straßen und Plätze nach Offizieren und Orten der Schlachten umbenannt. Die noch größere Dimension an Gewalt in den beiden Weltkriegen ließ die Erinnerung an den Krieg von 1870/1871 jedoch verblassen.Jan Ganschow / Olaf Haselhorst / Maik Ohnezeit: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen. Ares, Graz 2009, S. 11–16, hier S. 11. Große Sonderausstellungen zu dem Krieg zeigten das Musée de l’Armée in Paris (2017) und das Militärhistorische Museum (2020) in Dresden.Bernhard Schulz: Die Geburt der deutschen Nation. Dresden erinnert an den deutsch-französischen Krieg 1870/1871, in: Der Tagesspiegel, 3. August 2020

An den Deutsch-Französischen Krieg und den Reichseinigungsprozess erinnern verschiedene Typen von Denkmalen. Nicht Teil dieser Liste sind die Kaiser-Wilhelm-Denkmale und die Bismarckdenkmale, die ebenfalls an deren Rolle im Deutsch-Französischen Krieg erinnern. In Deutschland wurden der Deutsch-Dänische Krieg 1864, der Deutsche Krieg und der Deutsch-Französische Krieg zusammen als Deutsche Einigungskriege verstanden. Eine Reihe von Denkmälern erinnern daher an mehrere dieser Kriege. In diese Liste werden auch solche Denkmale aufgenommen, die neben dem Deutsch-Französischen Krieg auch andere dieser Kriege nennen, nicht aber Denkmale, die Kriege allgemein zum Thema haben. Zu den Denkmalen gehören auch die Vielzahl von Friedenseichen und Friedenslinden, die 1870/71 gepflanzt wurden (wobei die Kaisereichen und Kaiserlinden gesonderten Listen vorbehalten sind).

Frankreich

Die Erinnerungskultur an den Krieg in Frankreich und Deutschland unterschied sich deutlich. Während in Deutschland der Sieg gefeiert werden konnte, konzentrierte sich die Darstellung auf französischer Seite zum einen auf das Gedenken an die Opfer und den Heldenmut der eigenen Soldaten. Insbesondere die Belagerung von Belfort dient vielfach als Motiv für diesen Mut. Als Ergebnis des Krieges war das Reichsland Elsaß-Lothringen Teil des Deutschen Reichs geworden. Hier entspricht die Erinnerungskultur der in anderen Teilen Deutschland. Daher ist die Liste für Frankreich geteilt.

In der Bewertung des verlorenen Krieges war Frankreich geteilt. Die katholisch geprägte Rechte sah die Republik und die Regierung der „Défense nationale“ als Hauptursache der Niederlage an, die Linke hingen das kaiserliche Regime Napoleons III. Als Haupttypen der Kriegerdenkmale entstanden Kampfdenkmale, die den heroischen Kampf thematisierten und Grabdenkmäler, die den Toten gedachten.Andreas Metzing: Kriegsgedenken in Frankreich, S. 20–24.

Elsaß-Lothringen

Bild Ort Ortsteil Lage Beschreibung130pxWœrthWœrthWœrth, Grand RueDenkmal für die bayerischen Gefallenen.130pxWœrthWœrthWœrth, Rue de ElsasshausenDenkmal des 1. Kurhessischen Feldartillerie-Regiments Nr. 11 auf dem Schlachtfeld der Schlacht bei Wörth.130pxFrœschwiller ElsasshausenFrœschwiller, Rue de WœrthDenkmal des 3. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 83.130pxWissembourg GeisbergGeisberg, Chemin de GeisbergDenkmal für die Gefallenen des 3. Posenschen Infanterie-Regiments Nr. 58 (Schlacht bei Weißenburg).130pxWissembourgGeisbergGeisberg, Chemin de GeisbergDenkmal für die Gefallenen des 1. Bataillon des 3. Posenschen Infanterie-Regiments Nr. 58 („Das erste Preussengrab für Deutschlands Einheit“, Schlacht bei Weißenburg).130pxWissembourgGeisbergGeisberg, Chemin de GeisbergDenkmal für die III. Deutsche Armee (Schlacht bei Weißenburg).130pxWissembourgGeisbergGeisberg, Chemin de GeisbergRuhestätte der am 4. August 1870 im Treffen bei Weissenburg Gefallenen.130pxWissembourgGeisbergDenkmal für die Gefallenen des Westpreussischen Grenadier-Regiments Nr. 7.130pxWissembourgGeisbergDenkmal für die französischen Gefallenen.130pxWissembourgGeisbergDenkmal am General Abel Douay Todesort.130pxWissembourgGeisbergDenkmal für das 1. Schlesische Jägerbataillon Nr. 5.WissembourgWissembourgWissembourg, 10–12 rue Robert SchumannDenkmal für die bayerischen Gefallenen. Gemeinschaftsgrab. Grab von Adam Roth.130pxStraßburg StraßburgStraßburg, Rue de l’AcademieDas Denkmal für die Gefallenen der Belagerung von Straßburg 1870 in Straßburg ist in der Form eines Grabes gehalten und besteht aus weißem Vogesensandstein. Der Entwurf stammt vom Stadtbauinspektor Roederer. Einweihung war 1874.Sebastian Wemhoff: Städtische Geschichtskultur zwischen Kontinuität und Wandel: Das Beispiel Straßburg 1871 bis 1988, 2019, ISBN 978-3-643-14359-4, S. 175 ff., Digitalisat.Straßburg StraßburgAuf einem Kasernengelände in Straßburg wurde in den 1870er Jahren das Denkmal für die Gefallenen eines Pionier-Corps errichtet. Es handelte sich um eine etwa 5 Meter hohe Säule, die von einem Adler gekrönt war. Die Ecken des Sockels wurden von vier schlafenden Löwen bewacht. Das Denkmal wurde 1918 zerstört.Sebastian Wemhoff: Städtische Geschichtskultur zwischen Kontinuität und Wandel: Das Beispiel Straßburg 1871 bis 1988, 2019, ISBN 978-3-643-14359-4, S. 177, Digitalisat.130pxWeitere BilderNoisseville NoissevilleAußerhalb von Noisseville, an der D 954Noisseville, das zum französischsprachigen Teil Lothringens gehörte, kam nach dem Krieg an das Deutsche Reich. Die Einweihung des Denkmals zu Ehren der französischen Gefallenen in der Schlacht von Noisseville vom 31. August und 1. September 1870 geriet am 4. Oktober 1908 zu einer der größten und eindrucksvollsten profranzösischen Kundgebungen in Elsass-Lothringen während der deutschen Herrschaft.

Deutsches Kriegsdenkmal auf dem städtischen Friedhof von Bar-le-Duc Französische und preußische Kriegsdenkmäler der Schlacht bei Spichern in Spicheren

Rest von Frankreich Bild Ort Ortsteil Lage Beschreibung130pxWeitere BilderBelfort Belfort Belfort, am Schloss Der Löwe von Belfort ist eine monumentale Steinskulptur von 21,5 Metern Länge und 10,7 Metern Höhe und besteht aus gemauerten Blöcken aus rotem Sandstein. Künstler war Frédéric-Auguste Bartholdi, der Schöpfer der Freiheitsstatue. Das Denkmal erinnert an die Belagerung von Belfort und war Vorbild für weitere Löwen-Denkmale wie der Pariser Löwe von Belfort.130pxWeitere BilderChampigny-sur-Marne Champigny-sur-Marne Champigny-sur-Marne, Rue du monument Das Monument Bataille Champigny wurde nach Entwurf des Architekten Émile Vaudremer erstellt und ist ein heller Obelisk. Auf der Vorderseite befindet sich eine auf einem Palmenzweig liegender antikisierenden Schild, auf dem ein tödlich verletzter Krieger zu sehen ist. Darüber befindet sich ein Frauenkopf mit einer Mauerkrone als Symbol für die Verteidigung der Stadt Paris und die Inschrift „Défense de Paris“.Andreas Metzing: Kriegsgedenken in Frankreich, S. 30–31.130pxWeitere BilderDijon Dijon Dijon, Place liberation Das Monument à la gloire des défenseurs de la ville de Dijon ist das Denkmal für die Bürger, die bei der Verteidigung von Dijon gefallen sind.130pxWeitere BilderParis La Défense La Défense Denkmal La défense de Paris von Louis-Ernest Barrias aus dem Jahr 1883130pxWeitere BilderParis 14. Arrondissement (Paris)Paris, Place Denfert-Rochereau Das Denkmal erinnert an die Belagerung von Belfort. Vorbild war der Löwe von Belfort.130pxWeitere BilderParis 20. Arrondissement (Paris)Paris, Père-Lachaise Das Monument à la mémoire des soldats morts pendant le siège de Paris de 1870–1871 erinnert an Gefallenen bei der Belagerung von Paris.

Museen in Frankreich Bild Ort Ortsteil Lage Beschreibung130px GravelotteGravelotte Museum des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 und der AnnexionszeitSeit dem Jahr 2014 existiert in Gravelotte das Museum des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 und der Annexionszeit (Französisch: Musée de la Guerre de 1870 et de l'Annexion). Die Dauerausstellung gliedert sich in vier Bereiche. Es geht erstens um die Schlacht bei Gravelotte, zweitens um das Kriegsgeschehen als Ganzes, drittens um die Zeit Elsaß-Lothringens im Deutschen Kaiserreich und viertens schließlich um die Rezeption des Deutsch-Französischen Krieges und des Reichslandes Elsaß-Lothringens bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.Jens Späth: Rezension zu: Deutsch-Französischer Krieg 1870 (Dauerausstellung), 1. Januar 2014 Gravelotte, in: H-Soz-Kult, 5. Dezember 2015.130pxBazeilles Bazeilles Haus der letzten PatroneIn Bazeilles, nahe bei Sedan gelegen, hat das französische Marineministerium dem Dorf eine Gedenkstätte gewidmet. In dem historischen Haus der letzten Patrone (Französisch: Maison de la dernière cartouche) verschanzte sich eine französische Eliteeinheit und unterstützte mit ihrem Widerstand bis zur namensgebenden letzten Patrone den Rückzug der Hauptstreitkräfte nach Sedan. Zu besichtigen ist teilweise der Zustand der Innenräume um 1870. So sind noch Schusslöcher an den Wänden zu erkennen. Eine Kugel brachte um 11.35 Uhr auch die Zeiger einer Uhr für immer zum Stehen.Jan N. Lorenzen: Die großen Schlachten. Mythen, Menschen, Schicksale. Campus, Frankfurt/New York 2006, S. 163.130pxWœrth Wœrth Schlachtmuseum des 6. August 1870Das Museum thematisiert in deutscher und französischer Sprache die Schlacht bei Wörth (6. August 1870), aber auch die Vorgeschichte des Krieges und die regionale Gedenkkultur an die Schlacht. Die Dauerausstellung befindet sich im Schloss und heutigem Rathaus der Gemeinde. Höhepunkte der Präsentation stellen ein Diorama mit 4000 Zinnfiguren und ein Gemälde von Edouard Detaille und Théodore Lévigne dar.Rolf Müller: Auf den Spuren des Krieges. Musée de la Bataille du 6 Août 1870. In: Badische Zeitung, 29. März 2018.

Musée Westercamp

Deutschland

Belgien Belgien war kein Kriegsteilnehmer im Deutsch-Französischen Krieg. Da jedoch nach dem Ersten Weltkrieg das deutschsprachige Eupen-Malmedy durch Belgien annektiert wurde, befinden sich in diesem Teil Belgiens Kriegerdenkmäler, die während der Zeit des Deutschen Reiches entstanden sind. Hier entspricht die Erinnerungskultur der in Deutschland. In anderen Teilen finden sich Denkmäler, die entweder von französischer oder von deutscher Seite errichtet wurden. Daher ist die Liste für Belgien geteilt.

Eupen-Malmedy Bild Ort Ortsteil Lage Beschreibung 130pxWeitere Bilder Eupen Eupen Eupen, Werthplatz Das Kriegerdenkmal Eupen wurde nach Entwurf des Münchner Bildhauers Rudolf Henn am 1. September 1912 eingeweiht. Eupen gehörte damals zum Deutschen Reich. Es steht unter Denkmalschutz. 130pxWeitere Bilder Kelmis Hergenrath Hergenrath, hinter der Kirche Das Kriegerdenkmal in Hergenrath wurde am 25. September 1910 eingeweiht. Anlass war das vierzigjährige Bestehen des dortigen Kriegervereins. Hergenrath gehörte damals zum Deutschen Reich.

Rest von Belgien