Pseudolus ist ein Theaterstück des antiken römischen Dichters Titus Maccius Plautus. Es ist eines der frühesten Beispiele der römischen Literatur. Das Stück beginnt mit dem kürzesten Prolog aller bekannten Stücke von Plautus, wobei nicht bekannt ist, ob Plautus diesen Prolog selbst schrieb oder dieser erst später hinzugefügt wurde. Pseudolus wurde erstmals 191 v. Chr. während des Megalesianischen Festes gezeigt, das die griechische Göttin Cybele feierte. Der Tempel der Cybele in Rom war im selben Jahr und gerade rechtzeitig zum Fest fertig gestellt worden.

Figuren Simo – ein Herr aus Athen Calidorus – der Sohn des Simo Pseudolus – Simos Hauptsklave Callipho – ein Nachbar und Freund von Simo Charinus – ein Freund des Calidorus Ballio – ein Zuhälter Phoenicium – stumme Rolle, Prostituierte und Sklavin von Ballio, von Calidorus geliebt Harpax – ein Offiziersanwärter Simia – ein Sklave

Zusammenfassung der Handlung Das Stück beginnt mit dem Prolog, der eine Warnung an die Zuschauer enthält, dass das Stück lang sei, und es jetzt an der Zeit sei, sich die Beine zu vertreten, da man ohnehin noch lange sitzen werde.

Als Calidorus und Pseudolus die Bühne betreten, ist Calidorus sichtlich verstört. Als Pseudolus den Sohn seines Herrn bedrängt, ihm zu sagen, was los ist, zeigt Calidorus ihm einen Brief. Pseudolus macht sich zunächst über die schlechte Handschrift lustig („gallina scripsit“) und liest dann den Brief. Demnach wurde die Prostituierte Phoenicium, die Geliebte des Calidorus, von ihrem Zuhälter verkauft. Demnächst werde ein Mann kommen, der den restlichen Teil des Kaufpreises für sie bringen und sie für ihren neuen Besitzer abholen werde. Calidorus will sie retten, verfügt aber über keine eigenen Mittel, und sein Vater leiht ihm kein Geld. Deshalb bittet er Pseudolus, den obersten Haussklaven seines Vaters, um Hilfe. Auch Pseudolus hat nicht genug Geld, um sie zu kaufen, schmiedet aber einen Plan, um das Geld zu bekommen. Calidorus weist Pseudolus an, still zu sein, weil er den Zuhälter Ballio, den Besitzer von Phoenicium, aus dem Haus kommen hört. Ballio betritt die Bühne und erklärt seinen Sklaven, dass sie es nicht wert seien, behalten zu werden, und dass sie keine Ahnung von korrektem Benehmen hätten. Er behauptet, dass es für ihn schmerzlicher sei, seine Sklaven zu schlagen, als diese das selbst spürten, und dass sie ihm alles stehlen würden, wenn man ihnen nur die Chance dazu gäbe.

Ballio beginnt, die Arbeit seiner Sklaven zu planen und Vorbereitungen für seine Geburtstagsfeier zu treffen. Er sagt, er werde zunächst auf den Markt gehen, um ein Geschäft mit dem Fischhändler abzuschließen. Nachdem er seinen Sklaven Aufgaben für den Tag zugewiesen hat, ruft er seine Prostituierten aus dem Haus. Er befiehlt ihnen, sich zu den begehrtesten Begleiterinnen für diesen Tag zu machen und auf der Grundlage dieses Status bei den Männern für ihn auf den verschiedenen Märkten Vorräte zu besorgen – insbesondere Getreide, Fleisch, Öl und Schmalz. Ballio droht eine sofortige und strenge Bestrafung an, falls seine Forderungen nicht erfüllt werden.

Calidorus und Pseudolus haben Ballio während der Ansprache aus einer verborgenen Ecke heraus beobachtet, Bemerkungen über seine Korruption und Tyrannei gemacht und generell ihren Abscheu über seine gesamte Existenz ausgedrückt. Calidorus ist zutiefst besorgt über die Zukunft von Phoenicium und fragt Pseudolus, was er tun solle, um Ballio davon abzuhalten, sie so „auf der Straße“ zu verkaufen. Pseudolus sagt Calidorus, er solle sich darüber keine Sorgen machen, und dass er sich darum kümmern werde, indem er Ballio „ein hübsches, fettes Paket Ärger“ liefere. Diese ungewisse Aussicht quält Calidorus jedoch sehr, da er für sich beansprucht, dass es nur natürlich sei, dass sich ein Liebender wie ein Narr verhalten müsse.

Ballio verlässt sein Haus, um mit einem seiner Sklaven an der Spitze auf den Markt zu gehen. Pseudolus spricht ihn aus ihrem Versteck heraus an und bittet ihn, mit ihm zu reden. Ballio lehnt ein Gespräch mit Pseudolus jedoch strikt ab und versucht immer wieder, ihm auszuweichen. Pseudolus gelingt es schließlich doch, ihn zur Seite zu nehmen. Ballio weigert sich aber immer noch, ihn wirklich anzuhören. Er deutet aber immerhin an, dass die Aussicht auf eine kleine finanzielle Zuwendung dazu führen könne, dass er den Bitten von Pseudolus und Calidorus Gehör schenken werde.

Nachdem sie so sein geschäftliches Interesse geweckt und ihn ins Gespräch gezogen haben, versuchen Pseudolus und Calidorus sich nett zu zeigen und entschuldigen sich immer wieder dafür, dass Calidorus nicht das Geld hat, um seine Geliebte freizukaufen. Ballio besteht darauf, dass Calidorus an das Geld kommt, und empfiehlt, dass er sich mehr um diese Pflicht als um seine Liebe Gedanken machen solle. Pseudolus fleht ihn inständig an, ihnen mehr Zeit zu geben, um das Geld aufzutreiben, als Ballio ihnen eröffnet, dass Phoenicium bereits für 2000 Drachmen an den mazedonischen Offizier Polymachaeroplagides verkauft worden sei. Pseudolus und Calidorus belegen Ballio daraufhin mit allen schmutzigen Namen und Flüchen, die ihnen nur einfallen. Ballio bleibt davon jedoch völlig unberührt und sagt ihnen nur, Calidorus könne ihm das Geld ja bringen, bevor der Offizier die letzte offene Rate von 500 Drachmen des Kaufpreises bezahle, damit das Geschäft mit dem Offizier damit vom Tisch sei und Calidorus seine Geliebte wiederbekommen könne. Er, Ballio, gehe jetzt erst einmal in die Stadt, um seinen Geburtstag vorzubereiten. Pseudolus bleibt nichts anderes übrig, als Calidorus noch einmal inständig anzuflehen, dass er schnellstmöglich irgendeinen scharfsinnigen Freund auftreiben müsse, der ihm helfen könne, die erforderliche Summe für den Freikauf von Phoenicium aufzutreiben.

Unsicher, ob dieser Freikauf des Mädchens zu erreichen ist, heckt Pseudolus einen Plan aus, um die 2000 Drachmen zu erhalten, gemäß dem er sie von Simo stehlen will, dem Vater des Calidorus. Pseudolus sieht Simo mit seinem Nachbarn Callipho kommen, versteckt sich und hört ihrem Gespräch zu. Die beiden diskutieren über Simos Sohn Calidorus und das Gerücht, er wolle seine Liebste freikaufen. Simo hält es nicht für richtig, dass sein Sohn in eine Prostituierte verliebt ist, und will dem Gerücht nicht glauben. Callipho versucht, Simo davon zu überzeugen, seinem Sohn wenigstens zuzuhören, um zu sehen, ob das Gerücht der Wahrheit entspreche, und Mitleid mit ihm zu haben, weil er einfach nur verliebt sei, wie er selbst es wohl als junger Mann auch einmal gewesen sei. Pseudolus beschließt, dass es Zeit sei, zu erscheinen, und begrüßt sie.

Simo fragt Pseudolus, ob er das Geld aus ihm durch einen „listigen und hinterhältigen Trick“ herausbekommen wolle. Pseudolus gibt zu, das Geld von ihm haben zu wollen. Doch Simo weigert sich, Pseudolus die 2000 Drachmen zu geben. Pseudolus erwidert: „Sie werden sie mir geben. Ich sage dir das nur, damit du auf der Hut sein kannst.“ Pseudolus verspricht auch, dass er gegen Ballio Krieg führen und das Mädchen noch am selben Tag von ihm bekommen werde. Er fragt Simo, ob er ihm das Geld geben würde, um es Ballio zu geben, falls er das Mädchen von dem Zuhälter freibekomme. Endlich stimmt Simo dieser Wette zu. Die Zwickmühle für Pseudolous allerdings ist, dass er verliert, wenn er das Mädchen nicht bis zum Ende des Tages bekommt, und 2.000 Drachmen von Simo nur bekommt, wenn er Erfolg hat. Callipho verspricht Pseudolus, dass er, falls er das Mädchen bekommt und Simo ihm das Geld nicht gibt, er es ihm selbst geben wird, weil er seinen Plan nicht scheitern sehen will.

Pseudolus sieht einen mazedonischen Soldaten auf sich zukommen und glaubt, dass dies seine Chance sei. Die beiden sprechen darüber, dass Harpax, der mazedonische Soldat, von seinem Vorgesetzten Polymachaeroplagides den Befehl erhalten habe, Ballio das Geld zu geben. Pseudolus täuscht Harpax vor, er sei Syrus, ein Sklave von Ballio, und versucht, die 500 Drachmen von Harpax zu bekommen, indem er ihm sagt, dass sein Herr Ballio an einem Gerichtsverfahren arbeite und sich zu diesem Zeitpunkt nicht mit ihm treffen könne. Pseudolus sagt, er könne das Geld in seinem Namen entgegennehmen. Harpax weigert sich jedoch, das Geld jemand anderem als Ballio zu geben. Harpax sagt, er werde mit dem Geld wieder gehen und zu einem anderen Zeitpunkt zurückkommen. Er lässt Pseudolus aber einen versiegelten Brief von seinem Vorgesetzten da. Harpax teilt Pseudolus mit, dass er sich in der Stadt in einer alten Taverne aufhält, und bittet Pseudolus, nach ihm zu schicken, wenn Ballio zum Treffen bereit ist. Harpax geht ab, während Calidorus mit seinem Freund Charinus ankommt.

Pseudolus und Charinus beginnen ein Gespräch. Pseudolus beschreibt, wie er dem mazedonischen Soldaten das Fell über die Ohren gezogen hat, und prahlt damit, dass das Mädchen, das Calidorus liebt, noch heute in seinen Armen liegen werde. Das einzige Problem ist, dass Pseudolus ein paar Dinge braucht: einen klugen jungen Mann, einen Soldatenmantel, Schwert und Hut und 500 Drachmen. Charinus bietet ihm die 500 Drachmen an. Charinus und Calidorus sagen, dass sie solch einen klugen Sklaven kennen, der ihnen helfen kann. Dann brechen sie auf, um die Dinge zu holen, die Pseudolus benötigt.

Als sie weggehen, schleicht ein Sklavenjunge aus Ballios Haus und spricht zu den Zuhörern. Er sagt, er müsse Geld auftreiben, um Ballio, seinem Chef, ein Geschenk zu machen, bevor der Tag zu Ende geht, sonst werde er gefoltert. Da er arm ist und kein Geld hat, weiß er nicht, was er tun soll. Währenddessen kehrt Ballio mit einem Koch in sein Haus zurück. Die beiden streiten sich darüber, wie viel der Koch den Leuten für seine Dienste berechnet. Ballio ist ungehalten, dass er zwei Drachmen statt einer bezahlen muss, um einen Koch für seine Geburtstagsfeier zu haben. Der Koch ist beleidigt und fragt, warum er ihn dann eingestellt habe. Ballio antwortet, dass er das tun musste, weil er als einziger Koch übrig geblieben sei. Der Koch erklärt sehr detailliert, warum er der beste Koch sei und dass er für weniger als zwei Drachmen nicht einmal aufstehen werde. Ballio ist nach wie vor nicht überzeugt und wartet darauf, selbst zu sehen, was der Koch wirklich kann, wenn die Zeit für das Abendessen gekommen ist.

Charinus und Calidorus haben den klugen Jungen gefunden, den Pseudolus braucht: Simia, einen weiteren klugen Sklaven. Pseudolus und Simia besprechen verschiedene Pläne, um Phoenicium von Ballio zu bekommen. Pseudolus ist etwas besorgt darüber, ob es Simia gelingen werde, Ballio zu überlisten. Simia ist selbstbewusst bis zur Arroganz und ärgert sich über die Ängste von Pseudolus. Pseudolus nimmt Simia mit zu einem Treffen mit Ballio, und die Szene wechselt zwischen ihrer Interaktion und Pseudolus' Kommentaren dazu, während er den Ablauf der Ereignisse ständig beobachtet. Der Plan droht aufzufliegen, als Ballio Simia nach dem Namen seines Herrn fragt (den Simia nicht kennt). Simia dreht die Frage um, indem er von Ballio verlangt, das Siegel des Briefes zu inspizieren und ihm den Namen des Absenders zu nennen, damit er weiß, dass Ballio der ist, für den er sich ausgibt. Ballio willigt ein und nennt den Namen Polymachaeroplagides. Ballio bricht das Siegel auf und liest den Brief. Simia übergibt ihm das Geld, das Pseudolus von Charinus erhalten hat. Ballio und Simia gehen hinein, um Phoenicium zu holen. Pseudolus grämt sich, während er darauf wartet, dass sie herauskommen. Irgendwann kommen sie heraus. Als sie das Haus verlassen, tröstet Simia Phoenicium, die glaubt, dass sie nun zum mazedonischen General Polymachaeroplagides geführt wird, indem er ihr sagt, dass er sie in Wirklichkeit zu ihrem Freund Calidorus bringt. Pseudolus triumphiert.