Tschapajew (, ; bis 1992 Чапаево Tschapajewo) ist ein Ort in Kasachstan.
Geografie Tschapajew liegt im Westen Kasachstans rund 120 Kilometer südlich von Oral und etwa 350 Kilometer nördlich von Atyrau. Der Ort befindet sich am rechten Ufer des Ural und damit im europäischen Teil des Landes. Tschapajew ist Verwaltungszentrum des Audan Aqschajyq im Gebiet Westkasachstan.
Geschichte Der Ort wurde als Festung am Fluss Ural gegründet, um Kasachen an der Überquerung des Flusses und an Angriffen auf russisches Territorium zu hindern. Ursprünglich hieß das Dorf Lbischtschenski (Лбищенский). 1899 wurde Lbischtschenski zu einer Kreisstadt in der Oblast Ural des Russischen Kaiserreiches und in Lbischtschensk (Лбищенск) umbenannt. Damit einhergehend wurden zwei Schulen sowie zwei neue kleine Kirchen erbaut; bereits vorhanden waren ein Postamt und ein Telegraphenbüro. Die Bevölkerung beschäftigte sich mit Fischerei, Viehzucht, Jagd und dem Sammeln von Süßholzwurzeln.
Am 5. September 1919 fiel Wassili Tschapajew bei den Kämpfen um die Stadt gegen die Weiße Armee. Ihm zu Ehren wurde die Stadt 1939 in Tschapajewo (Чапаево) umbenannt. 1971 erhielt der Ort die Stadtrechte. Nach der Unabhängigkeit Kasachstans wurde der Name 1992 in Tschapajew geändert und der Status als Stadt 1996 zu einer Siedlung herabgestuft.
Bevölkerung Bei der Volkszählung 1999 hatte Tschapajew 8344 Einwohner. Die Volkszählung 2009 ergab für den Ort eine Einwohnerzahl von 8476. Bei der letzten Volkszählung 2021 lebten 9642 Menschen in Tschapajew. Die Fortschreibung der Bevölkerungszahl ergab zum eine Einwohnerzahl von .
EinwohnerentwicklungKazakhstan: Cities and towns. pop-stat.mashke.org, abgerufen am 15. August 2020 (englisch). 1939 1959 1970 1979 1989 1999 2009 2021 3.876 4.823 6.377 7.511 8.191 8.344 8.476 9.642 Anmerkung: Volkszählungsergebnisse
Verkehr Tschapajew ist an das kasachische Fernstraßennetz angeschlossen. Am westlichen Ortsrand verläuft die A28, die als Nord-Süd-Route im Westen des Landes die Städte Oral und Atyrau miteinander verbindet. Zudem beginnt hier die A31, die weiter über Kastalowka nach Schänibek und zur russischen Grenze führt.
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1971 Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1996