Annelotte Spieß (geb. Findeisen; * 31. August 1912 in Magdeburg; † 2013 in Berlin) war eine in Druxberge (Börde) tätige deutsche Malerin und Pädagogin.

Leben Annelotte Findeisen entstammte einer gutbürgerlichen Familie. Nach dem Abitur studierte sie von 1931 bis 1935 an der Staatlichen Kunstschule in Berlin-Schöneberg für das „künstlerische Lehramt an höheren Lehranstalten“. Bis zu dessen Absetzung 1933 als „entartet“ war ihr Lehrer Curt Lahs. 1933 wurde sie (zeitweise) vom Studium ausgeschlossen, nachdem sie zusammen mit Kommilitonen eine Hakenkreuz-Fahne entfernt hatte.Opfer von Diskriminierung und Unrecht in der NS-Zeit (abgerufen am 18. August 2020) Beteiligt waren außer ihr Heinz Dose, Arno Schüle, Hans-Joachim Haase und Marianne Matthiae (Ehefrau von Lahs).Christine Fischer-Defoy (1988): Kunst, Macht, Politik. Die Nazifizierung der Kunst- und Musikhochschulen in Berlin (Elefanten Press), S. 62. Nach dem Examen heiratete sie 1937 den Künstler Hans-Arthur Spieß, mit dem sie zwei Söhne bekam. 1945 zog sie mit der Familie nach Druxberge, wo sie als Künstlerin und Lehrerin lebte und arbeitete. Sie war von 1952 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

Das Künstlerehepaar verband eine enge Freundschaft mit dem Magdeburger Künstler Walter Bischof. 1980 rief sie die Kleine Galerie des Kulturbunds in Druxberge ins Leben, die sie leitete. Als nach der Wende ein neues Konzept für die Trägerschaft der Galerie gefunden werden musste, war sie Mitbegründerin des Kunst- und Kulturverein e. V. Druxberge. Annelotte Spieß’ bevorzugtes Motiv war die Natur. Ihr Garten mit seinen Blumen und Landschaften, die sie auf ihren zahlreichen Reisen malte, ist eines der häufigsten Motive in ihren Werken. Annelotte Spieß starb 2013 in einem Berliner Pflegeheim.

Werke (Auswahl)

Pflanzen am Harzrand (Öl, 1952) Hügel im Harzvorland (Öl, 1952)

Ausstellungen

Ausstellungsbeteiligungen

1948: Halle/Saale, Museum in der Moritzburg, Große Kunstausstellung Sachsen-Anhalt 1974, 1979 und 1984; Magdeburg, Bezirkskunstausstellungen 1981: Magdeburg, Kulturhistorisches Museum („Maler stellen aus“) 1987: Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen („Handzeichnung und Plastik“)

Postume Ausstellung

2014: Druxberge, Kleine Galerie Druxberge 2026: Berlin, Galerie Kuchling (""Dit is ja eigentlich och janz schön". Die Malerin AnnelotteSpieß –ein Jahrhundert der Farbe und Poesie.")

Literatur

Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 913

Einzelnachweise

Literatur Elke Beneke: Über die Malerin Annelotte Spieß. In: Börde, Bode und Lappwald. Heimatschrift 1999, Oschersleben 1998. Hanns H. F. Schmidt, Gerald Grosse: Von Magdeburg bis zum Harz. Literarische und fotografische Streifzüge. Greifenverlag, 1984, S. 86ff. Henning Schlüter: Ladies, Lords und Liederjane. Eulenspiegel-Verlag, 1991, S. 246ff. Andreas Johannes Wiesand, Annette Brinkmann, Susanne Keuchel: Handbuch der Kulturpreise, Bd. 4. ARCult, 2001, S. 110. Christine Fischer-Defoy: Kunst, Macht, Politik. Die Nazifizierung der Kunst- und Musikhochschulen in Berlin. Elefanten Press, 1988, S. 12, 62, 286. Gerd Gerdes: Chronik der Stadt Wanzleben. 889–2008, Bd. 1. Ziethen-Verlag, 2008, S. 189. Spieß, Annelotte. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 913

Weblinks Website zu Annelotte Spieß Sie sieht im Alltäglichen das Besondere. Volksstimme vom 30. August 2012 (abgerufen am 17. August 2020) Aus für „Kleine Galerie“ in Druxberge. Volksstimme vom 13. August 2019 (abgerufen am 17. August 2020)

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