Mitsubishi Colt ist der Name einer Reihe von Personenkraftwagen des japanischen Automobilherstellers Mitsubishi Motors. Von Herbst 1962 bis Herbst 1969 hießen alle Pkw von Mitsubishi, außer dem kleinen Minica und dem großen Debonair, „Colt“, ergänzt um eine Zahl für den Hubraum, die von 600 bis 1500 reichte.

Seit Ende 1978 ist Colt eine Modellbezeichnung. Die ersten vier Modellgenerationen werden der Kompaktklasse zugeordnet; die fünfte und sechste Generation waren kleiner und gelten daher nach heutigen Maßstäben als Kleinwagen. Der ab 2004 zeitweise in Born von NedCar gebaute Colt war von 2006 bis 2009 auch als Cabriolet erhältlich. Zwischen 2023 und 2026 wurde in Europa die siebte Generation des Colt verkauft, die auf dem Renault Clio V aufbaut.

In einigen Ländern wurde der Colt unter der Bezeichnung Mirage verkauft.siehe hierzu den Artikel zu Mitsubishi Mirage im englischen Wikipedia.

Namensursprung Colt heißt „männliches Fohlen“ bzw. „junges Pferd“. Möglicherweise sollte mit der Namenswahl signalisiert werden, dass der Colt das kleinste Fahrzeug der Mitsubishi-Produktpalette ist. Unabhängig davon ist 'Colt' ein US-amerikanischer Waffenhersteller, besonders bekannt für Revolver.

Geschichte Im Herbst 1962 kam der Colt 600 als Nachfolger des Mitsubishi 500 auf den Markt. Bei gleicher Technik mit Zweizylinder-Heckmotor und gleichem Radstand wurde die Karosserie überarbeitet und vergrößert. Einige Monate später wurde auch eine Stufenhecklimousine der unteren Mittelklasse angeboten. Der Designer Giovanni Michelotti zeichnete den Colt 1000 mit relativ großen Fensterflächen. Bald kam auch ein dreitüriger Lieferwagen (Mitsubishi Colt Van) auf den Markt. 1964 verkaufte Mitsubishi fast 30.000 der Lieferwagen-Version.

1965 belegte Mitsubishi mit 46.000 verkauften Exemplaren den vierten Platz unter allen japanischen Herstellern. Im gleichen Jahr erschien das Nachfolgemodell des Typs 600, der Colt 800 F, und nur einen Monat vor dessen Markteinführung der größere Colt 1500. Dank der erfolgreichen Colt-Modell-Familie erreichte die Produktion 1968 mit 130.253 Pkw einen neuen Höchststand.

In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren wurde der Colt mit Vorgelege-Getrieben mit zwei getrennten Schalthebeln geliefert. Durch die Kombination der vier Vorwärtsgänge mit zwei schaltbaren Untersetzungen am Achsantrieb waren acht Vorwärtsgänge möglich, von denen jedoch nur sechs sinnvoll zu nutzen waren.

Die Blütezeit des Colt waren die 1990er Jahre. Im Frühjahr 1992 erschien die vierte Generationsiehe hierzu den Artikel zu Mitsubishi Mirage im englischen Wikipedia. (CA0) und im Sommer 1996 die fünfte (CJ0). Die Stufenheckversion des Colt wurde in u. a. in Europa als Mitsubishi Lancer verkauft.

Mitte 2004 brachte Mitsubishi die sechste europäische Generation des Colt auf den Markt. Dieser hatte die gleiche Bodengruppe wie der Smart Forfour, und Daimler-Benz war mit technischem Know-how erheblich an der Entwicklung beteiligt. Er war als Dreitürer (CZ3), als Fünftürer und von 2006 bis 2009 auch als viersitziges Cabriolet (Colt CZC) erhältlich.

Colt 600 (1962–1965) mini|Colt 600 (1962–1965; im Hintergrund); vorne der Mitsubishi 500 Im Herbst 1962 präsentierte Mitsubishi den neuen Colt 600 als Nachfolger des ersten Nachkriegsfahrzeuges 500. Der 90 km/h schnelle Wagen ähnelte dem Goggomobil und dem Fiat 500. Der Hubraum des ersten Colt betrug 594 cm³ und seine Leistung 18 kW/25 PS. Die Karosserie war deutlich kantiger und moderner ausgeführt als beim Vorgänger.

Colt 800/1000F/1100F (1965–1969)

mini|links|Schrägheck Mitte 1965 ersetzte Mitsubishi den 600 durch den deutlich größeren Colt 800. Dieser war auch technisch völlig anders ausgelegt. Anstelle des Zweizylinder-Viertakt-Heckmotors im Colt 600 hatte er einen wassergekühlten Dreizylinder-Zweitakt-Frontmotor mit 843 cm³ Hubraum und einer Leistung von 33 kW/45 PS. Der Wagen war als dreitüriges Schrägheckcoupé erhältlich, später auch als viertürige Schräghecklimousine.

Mitsubishi führte den Dreizylinder-Zweitaktmotor zu einer Zeit ein, als DKW und Saab sich von dieser Bauart verabschiedeten. Aber auch in Japan traf der Zweitaktmotor nicht auf ungeteilte Zustimmung. Ab Herbst 1966 gab es deshalb zusätzlich den Colt 1000F mit dem Einliter-Viertakt-Vierzylindermotor des größeren Colt 1000 mit 40 kW (55 PS). 1968 erschien sogar der Colt 1100F mit dem Motor des Colt 1100. Gleichzeitig wurde der Colt 800, im Mai 1969 auch der Colt 1000F eingestellt. Übrig blieb allein der seit 1968 produzierte Colt 1100F (ab 1969 Bezeichnung Colt 11F) mit 1,1-Liter-Vierzylindermotor, den es auch als Super Sport-Version mit 74 SAE-PS (54 kW) gab.

Colt 1000/1100/1200/1500 (1963–1970)

Als erstes Modell der unteren Mittelklasse produzierte Mitsubishi ab Juni 1963 den Colt 1000 mit einem Einliter-Vierzylinder-Viertaktmotor, der später auch im 1000F verwendet wurde. Angeboten wurden eine viertürige Stufenhecklimousine und ein fünftüriger Kombi.

1965 kam der Colt 1500 mit einer 70 PS-Maschine hinzu, im September 1966 ersetzte der Colt 1100 den 1000, im Mai 1968 folgte der Colt 1200 mit 46 kW (62 PS) auf den 1100; gleichzeitig wurde auch der Colt 1500 modernisiert. Im August 1968 erschien der 1500 Super Sport mit einer Zweivergaseranlage und 62,5 kW (85 PS) und einer Spitzengeschwindigkeit von 155 km/h.

Mitte 1970 endete die Produktion von 1200/1500. In der Folge trugen in Japan die frühen Galant-Modelle offiziell die Bezeichnung Colt Galant; im Export wurde der Name erst Anfang 1978 mit der Baureihe A150 wiederbelebt, der in Japan Mitsubishi Mirage hieß.

Colt (A150, 1978–1984)

Nachdem der Colt seine Europa-Premiere auf dem Genfer Salon im Februar 1978 feierte, wurde er im Dezember des Jahres auch in Deutschland eingeführt und etablierte sich schnell als das dort meistverkaufte Mitsubishi-Modell. Ab Mai 1979 war neben dem Dreitürer eine fünftürige Variante mit längerem Radstand lieferbar.

In Japan wurde dieses Modell als Mirage verkauft. In den USA war dieses Modell als Dodge Colt und Plymouth Champ (später ebenfalls Colt) erhältlich.

Technische Besonderheit des Colt war sein sogenanntes 4×2-Getriebe, ein Vierganggetriebe mit Vorgelege, das in der Economy-Stufe eine sparsame längere und in der Sport-Stufe eine kürzere, für die Beschleunigung vorteilhafte Übersetzung bot.

Im Januar 1980 folgte der Colt GT mit sportlicher Ausstattung, im September 1981 der Colt Turbo mit 77 kW (105 PS) starkem 1,4-Liter-Motor.

Im Juli 1982 erfuhr der Colt ein kleines Facelift mit einer geänderten Front und einem neuen Armaturenbrett. Zusätzlich gab es bis Sommer 1983 noch einen Lancer F (oder Fiore). Dieser stellte die Stufenheckversion des Colt A150 dar. Der Lancer F verfügte im Gegensatz zum üblichen Lancer über Frontantrieb.

Die Kunden schätzten den Colt vor allem wegen seiner Geräumigkeit, seiner Wirtschaftlichkeit, seiner extrem hohen Zuverlässigkeit und einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mitsubishi Colt12001400 Motor 4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt), vorne quer Hubraum 1244 cm³ 1411 cm³ Bohrung × Hub 69,5 × 82 mm 74 × 82 mm Leistung bei 1/min 40,5 kW(55 PS)bei 5500 51,5 kW(70 PS)bei 5000 Max. Drehmoment bei 1/min 90 Nm bei 3500 106 Nm bei 3500 Verdichtung 9,0 : 1 Gemischaufbereitung 1 Fallstrom-Doppelvergaser Ventilsteuerung Hängende Ventile (obenliegende Nockenwelle, Kette), Leichtmetall-Zylinderkopf Kühlung Wasserkühlung Getriebe 4-Gang-Getriebea.W. mit Vorgelegegetriebe mit „Power“- und „Economy“-StellungFrontantrieb Radaufhängung vorn Federbeinachse, untere Querlenker mit Zugstreben, Schraubenfedern, Stabilisator Radaufhängung hinten Einzelradaufhängung, Längsschwingen, Schraubenfedern Karosserie Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten 1370/1340 mm Radstand Dreitürer: 2300 mmFünftürer: 2380 mm Abmessungen Dreitürer: 3790 × 1585 × 1350 mmFünftürer: 3895 × 1585 × 1350 mm Leergewicht 760–805 kg 770–815 kg Höchstgeschwindigkeit ca. 145 km/h ca. 155 km/h 0–100 km/h n. a. Verbrauch (Liter/100 km) ca. 9–11 ca. 8–12 Preis DM 10.490 (12/78) DM 11.490 (12/78)

Colt (C10, 1984–1988)

Im Februar 1984 stellte Mitsubishi Motors die zweite europäische Generation des Colt vor. Die Schräghecklimousine war in vier Motorvarianten erhältlich, erstmals auch mit einem Dieselmotor. Den 1,5-Liter-Ottomotor gab es in einer Schalt- und einer Automatikausführung.

Auf dem japanischen Markt wurde das Modell wieder als Mirage verkauft. In den USA wurde dieses Modell ebenfalls als Mirage angeboten sowie zusammen mit dem Lancer auch als Dodge bzw. Plymouth Colt. Auch gab es hier eine Hochleistungsversion mit dem Namen Mirage Turbo bzw. Dodge Colt Turbo. In Kanada wurde das Modell auch als Eagle Vista verkauft.

Dieses Modell bildete außerdem die Basis für den Hyundai Excel.

Motoren Ottomotor: 1,2 l, 40–44 kW (55–60 PS), 02.1984–03.1988 1,5 l, 51–55 kW (70–75 PS), 08.1985–03.1988 1,6 l Turbo, 92 kW (125 PS), 02.1984–03.1988 1,6 l Turbo, 77 kW (105 PS), 07.1986–03.1988

Dieselmotor: 1,8 l, 43 kW (58 PS), 02.1984–09.1986 1,8 l, 44 kW (60 PS), 09.1986–03.1988

Colt (C50, 1988–1992)

mini|links|Heckansicht Im April 1988 erschien die dritte Generation. Es gab ihn nur noch als Dreitürer, da der bisherige Fünftürer durch den Lancer mit Fließheck ersetzt wurde.

Alle Modelle besaßen ein Fünfganggetriebe, die Ottomotoren einen geregelten Katalysator. Die leistungsstarken Versionen hatten keinen Turbomotor mehr, sondern einen Hochleistungs-Saugmotor mit vier Ventilen je Zylinder. Als Topmodell fungierte der Colt 1800 GTI-16V mit 100 kW (136 PS), ABS, einer strafferen Federung und Servolenkung.

Im Sommer 1990 wurden die Motoren von 8 Ventilen auf 12 bzw. 16 Ventile umgestellt.

In Japan und den USA wurde dieses Modell wieder als Mirage verkauft. Eine Hochleistungsversion Mirage Turbo war ebenso erhältlich. Zusätzlich gab es in den USA wieder Versionen von Dodge und Plymouth als Dodge bzw. Plymouth Colt.

Motoren Ottomotor: 1.3 8V, OHC (4G13), 44 kW (60 PS), Drehmoment 96 Nm bei 3000/min, (04.1988–06.1990) 1.3 12V, OHC (4G13), 55 kW (75 PS), Drehmoment 102 Nm bei 4000/min, (07.90–03.1992) 1.5 8V, OHC (4G15), 62 kW (84 PS), Drehmoment 122 Nm bei 3000/min, (04.1988–06.1990) 1.5 12V, OHC (4G15), 66 kW (90 PS), Drehmoment 126 Nm bei 3000/min, (07.1990–03.1992) 1.6 GTi 16V, DOHC (4G61), 91 kW (124 PS), Drehmoment 142 Nm bei 5000/min, (04.1988–02.1990) 1.8 GTi 16V, DOHC (4G67), 100 kW (136 PS), Drehmoment 162 Nm bei 5000/min, (03.1990–03.1992)

Dieselmotor: 1.8 8V OHC (4D65), 44 kW (60 PS), Drehmoment 113 Nm bei 3000/min, (04.1988–03.1992) Zum Stichtag 1. Januar 2022 waren in Deutschland laut KBA noch 8 Mitsubishi Colt GTi (1.6) und 16 GTi (1.8) zugelassen.

Colt (CA0, 1992–1996)

Die vierte Generation des Colt wurde im März 1992 auf dem Auto-Salon Paris vorgestellt. Auch diese Baureihe war nur dreitürig lieferbar. In Japan (dort Mirage genannt) gab es diese Version auch mit einem 1,6 Liter großen V6-Ottomotor, der als kleinster in Großserie gebauter V6 gilt. Der Motor wurde auch im Lancer verbaut. Die stärkste, ebenfalls nur in Japan erhältliche Version trug den Namen Mirage Cyborg R und hatte eine maximale Leistung von 175 PS (129 kW).

Diese Version war in den USA nicht mehr erhältlich. Stattdessen wurden weiterhin das Coupé und das Stufenheck des Lancer als Mirage verkauft sowie unter den Namen Dodge Colt und Plymouth Colt.

Motoren 1.3 ELi\GLi 12V (4G13), 55 kW (75 PS); 03.1992–05.1996 1.5 ELi\GLi 12V (4G15), 66 kW (90 PS), 03.1992–12.1993 1.6 GLi\GLXi 16V (4G92 MVV), 66 kW (90 PS), 01.1994–05.1996 1.6 GLXi 16V (4G92), 83 kW (113 PS), 04.1992–05.1996 1.6 16V (4G92 MIVEC), Mirage Cyborg R, 129 kW (175 PS), 04.1992–05.1996 (Japan) 1.6 V6 24V (6A10), 103 kW (140 PS), 1992–1994 (Japan) 1.8 GTi 16V (4G93), 103 kW (140 PS), 04.1992–05.1996 Zum Stichtag 1. Januar 2022 waren in Deutschland laut KBA noch 15 Mitsubishi Colt GTi dieser Generation zugelassen.

Lizenzbauten