Herbert Edmund Lemmel (* 29. Mai 1911 in Pleißa; † 1990) war ein deutscher Jurist und Genealoge.
Leben Nach einer kaufmännischen Lehre und zweijähriger Arbeitslosigkeit legte Lemmel 1932 die Sonderreifeprüfung an der Oberrealschule Chemnitz ab. Danach studierte er Jura in Leipzig und Königsberg (Preußen). Nachdem er bereits am 1. Mai 1930 der NSDAP beigetreten war (Mitglieds-Nr.: 237.070),Bundesarchiv Berlin, R 4901/13270. trat er am 27. November 1935 auch der SS bei (SS-Nummer 276.576).Bundesarchiv Berlin, R 9361-III/540093. In Berlin promovierte er im April 1938 mit einer Dissertation über den rassistischen Rechtshistoriker Ludwig Kuhlenbeck (mit einer Einleitung von Falk Ruttke) und habilitierte sich im Juni 1939 bei Reinhard Höhn mit der Schrift „Die Volksgemeinschaft, ihre Erfassung im werdenden Recht“. Im Februar 1940 wurde er an der Universität Berlin zum Dozenten neuer Ordnung ernannt und lehrte dort „Rassische Grundlegung des Rechts“.Jens Thiel: Der Lehrkörper der Friedrich-Wilhelms-Universität im Nationalsozialismus, in: Michael Grüttner, Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.): Die Berliner Universität zwischen den Weltkriegen 1918–1945 (= Geschichte der Universität Unter den Linden. Band 2). Akademie, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-004667-9, S. 465–538, hier: S. 488–489. Zum 9. November 1942 erreichte er seinen höchsten Rang in der SS als SS-Obersturmführer.Lemmel, Herbert. In: Erich Stockhorst: Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. VMA-Verlag, Wiesbaden 1967.
Im Zweiten Weltkrieg war er Hauptmann und kam in russische Gefangenschaft. Nach 1950 war er Handelsrichter in Frankfurt am Main, dann Kaufmann und Fabrikant in Bad Homburg. Später lebte er in Fürth und beschäftigte sich mit Familien- und mittelalterlicher Adelsforschung.Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 38 (online).
Schriften (Auswahl) Ludwig Kuhlenbeck (weiland Professor für deutsches Recht in Lausanne). Ein Beitrag im Kampf um ein lebensgesetzliches Recht. München 1938, . Die Volksgemeinschaft, ihre Erfassung im werdenden Recht. Stuttgart 1941, . Lampertiner in Ostfranken. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte Ostfrankens und zur Strukturanalyse seines Uradels. Fulda 1972, ISBN 3-7900-0011-6. Die genetische Kontinuität des mittelalterlichen Adels. Dargestellt am Beispiel des mainfränkischen Uradelsgeschlechts des Lampert von Gerolzhofen. Neustadt an der Aisch 1980, ISBN 3-7686-5044-8.
Weblinks geneal.lemmel.at opac.regesta-imperii.de
Einzelnachweise
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