Juergen Staack (* 1978 in Doberlug-Kirchhain) ist ein deutscher Minimal-Art- und Konzeptkünstler aus Düsseldorf.

Werdegang Juergen Staack machte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Fotografen. Im Anschluss studierte er von 2002 bis 2008 an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler bei Thomas Ruff, den Akademiebrief machte er bei Christopher Williams. Noch während des Studiums gründete er 2003 mit anderen Absolventen der Klasse die lose Künstlergruppe FEHLSTELLE.

Werk

Staack entwickelte früh eigene Ausdrucksformen in der konzeptuellen Fotografie, die sowohl die Übersetzbarkeit der Fotografie in Sprache als auch „die materielle Fragilität des analogen und in seiner Flüchtigkeit auch digitalen fotografischen Bildes“ in den Vordergrund stellt. Er greift dafür auf unterschiedliche Medien wie beispielsweise Performance, Sound, Video, Skulpturen oder Fotografien zurück und lässt nicht selten die Betrachter zu einem konstitutiven Bestandteil eines künstlerischen Werkes werden. Wiederkehrende Themen stellen in Staacks Arbeiten die Beziehung zwischen Bild und Abbild sowie deren Authentizität und Herkunft dar, die er immer wieder infrage stellt. „Seine Zeichnungen, Sound-Installationen, sprechenden Bilder und poetischen Performances“, schreibt die Journalistin Helga Meister lakonisch, „demonstrieren die Grenzen bildhafter Repräsentation“. Peter Friese, ehemaliger Direktor des Museums Weserburg Bremen, konstatiert unterdessen: „Staack geht es in seiner künstlerischen Arbeit aber nicht nur um die Fragen: Was ist ein Bild? Was macht ein Bild aus? Wie, wann und wo entsteht es? Sondern auch: Welchen Stellenwert bekommt ein Bild in einer Welt, die geprägt ist von visuellen Reizen? Und gerade im kontrovers diskutierten Wahrheitsanspruch des Bildes und der inzwischen massenhaften Durchdringung unserer Welt mit immer avancierteren Kommunikationsmedien findet er als Konzeptkünstler sein Terrain. Resultate dieser Recherchen sind seine zum Teil überraschenden bild- und medienkritischen Untersuchungen. Staack bewegt sich dabei im Grenzbereich der Fotografie und schaut mit seinem Zusammenhänge hinterfragenden Blick auch auf den gesellschaftlich verankerten Umgang mit Bildern, mit medienübergreifenden Informationen, mit Sprache und Text.“ Unerwartete Transformations- und Übersetzungsprozesse spielen dabei für Staack im wörtlichen wie im übertragenen Sinn oft eine besondere Rolle: Durch unlesbare Codes oder sich auflösende Nachrichten stören seine Arbeiten immer wieder klassische Kommunikationsstrukturen, führen diese mitunter ad absurdum. Dadurch wiederum führen sie „nicht nur die gravierenden Fehlstellen zwischen Wahrnehmung und Kommunikation vor, sondern auch die Grenzen bildhafter Repräsentation. Im Zeitalter einer alles beherrschenden globalen Bildkultur“, so die Kunsthistorikerin Sabine Maria Schmidt, „stellt Juergen Staack die Frage nach den bilderzeugenden Grundlagen und Elementen gänzlich neu.“

Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 2006: Left Behind, … Missing Pictures, Gallery Space Other, Boston 2010: Transformation, Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf 2013: SAKHA, Galerie Konrad Fischer, Berlin 2013: Script, artothek – Raum für Junge Kunst, Köln 2014: Zwei, Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf 2016: Reduktion der Wirklichkeit, Kunstverein Oldenburg, Oldenburg 2016: DISPUT, Kunstverein Ruhr, Essen 2020: Hans-Peter Feldmann, Thomas Ruff, Juergen Staack, Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf 2023: Eilike Schlenkhoff, Juergen Staack, Marburger Kunstverein, Marburg 2023: Time, Da in die Front, Düsseldorf 2023: ABERRATION - EROSION - V1S10N, LOHAUS SOMINSKY Galerie, München 2024: UNSERDEUTSCH, Galerie Konrad Fischer, Berlin 2024: The Order of Time, Hong Soun & Juergen Staack, SEOJUNG ART Gallery, Seoul

Gruppenausstellungen (Auswahl) 2004 realismus update, Jacobi Haus Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf 2005: Rencontre des Arles, Arles 2009: FEHLSTELLE – LA ZONA, Public Space, Mailand 2010: Aber Schwarz ist keine Farbe, Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf 2011: ars viva – 2011/12, Museum Folkwang, Essen; Riga Art Space, Riga (Litauen); Museum Weserburg, Bremen 2011: Hantmann Staack, Kunstraum, Düsseldorf 2012: Renania Libre, Gallery Helga de Alvear, Madrid 2013: Transfer, MMCA, National Museum for Contemporary Art, Seoul; Museum Osthaus, Hagen 2015: AAA – Art and the City, Zürich 2015: More Konzeption – Conception now, Museum Morsbroich, Leverkusen 2015: daily sounds around, Weltkunstzimmer, Düsseldorf 2016: Offenes Depot, Kunsthaus NRW Kornelimünster, Aachen 2017: Duett mit KünstlerIn, Museum Morsbroich, Leverkusen 2017: Luther und die Avantgarde, Altes Gefängnis, Wittenberg 2017: asphalt – Kunststörer, Alte Kämmerei, Düsseldorf 2017: Mit den Händen zu greifen und doch nicht zu fassen, Kunsthalle Mainz, Mainz 2017: Stress Field, Fine Arts Literature Art Center, Wuhan 2017: Duett mit KünstlerIn, Belvedere 21, Wien 2018: Deutschland ist keine Insel, Bundeskunsthalle, Bonn 2018: büro komplex, Kunsthaus NRW, Aachen 2019: Listen to the image, look at the sound, Kai10 – Arthena Foundation, Düsseldorf 2021: Sound and Silence, Kunstmuseum Bonn, Bonn 2022: Channel: Wave-Particle-Duality, Changwon Skulpturen Biennale, Changwon, Südkorea 2022: Die Wirklichkeit ist sowieso schon da, Weltkunstzimmer, Düsseldorf 2023: Bis die Bude brummt - 30-jähriges Jubiläum des Fördervereins Museum für Neue Kunst, Museum für Neue Kunst, Freiburg 2024: Liminal Stages: Explorations on Perception, Existence and Techno-consciousness, Wind H Art Center, Peking, China 2024: Welt anschauen - Positionen der aktuellen Postfotografie und digitalen Bildkultur, Kunstsammlungen Chemnitz, Chemnitz 2024: Untimely Resonance - Betwixt & Between Waves, Alternativ Space LOOP, Seoul, Südkorea 2025: VERBAL NON VERBAL, LOHAUS SOMINSKY Galerie, München

Werke in Sammlungen Bundeskunstsammlung (Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland) Sammlung Museum Folkwang Fördersammlung NRW Sammlung des Kunstpalastes Sammlung Wemhöhner Sammlung Philara

Preise und Förderungen Preise 2011: Förderpreis der Stadt Düsseldorf für Bildende KunstFörderpreis der Stadt Düsseldorf für Bildende Kunst Website der Stadt Düsseldorf 2011: ars viva-Preis für Bildende Kunst 2012: NEW POSITIONS (Art Cologne)NEW POSITIONS (Art Cologne)

Förderungen 2009: Artist in Residence, Tokyo Wonder Site 2009: Kunststiftung NRW, Projektförderung für Transcription-Image (die Sprache der Ainu) 2012: Kunststiftung NRW, Projektförderung für Eisflüstern 2012: Artist in Residence, Changdong Seoul (TRANSFER NRW–Korea), Südkorea 2013: Artist in Residence, Art Space Estemp, Sao Paulo 2015: Stiftung Kunstfonds (Arbeitsstipendium) 2015: Artist in Residence, Hongcheon (Pink Factory), Südkorea 2020: Stiftung Kunstfonds, Projektförderung 7 Rooms of Life 2020: Stiftung Kunstfonds, Projektförderung Unserdeutsch auf Papua-Neuguinea

Literatur „Deutschland ist keine Insel“. Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Ankäufe von 2012 bis 2016. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und Wienand Verlag, Köln 2018. Reduktion der Wirklichkeit. Juergen Staack. Katalog zur Ausstellung. Hrsg. v. Oldenburger Kunstverein. Oldenburg 2017. 4th Documentary Exhibition of Fine Arts: Stress Field. Hrsg. Hubei Museum of Art & Fine Arts Literature Art Center. Wuhan 2017. ars viva 2011/2012 – Sprache/Language: Erik Bünger, Philipp Goldbach, Juergen Staack. Hrsg. v. Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7757-3269-7. Estemp(orary). Fünf Ausstellungen im „Off-Raum“. Düsseldorf 2010, ISBN 978-3-00-032381-2.

Weblinks Website von Juergen Staack Literatur von und über Juergen Staack im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Juergen Staack im Portrait des NRW Landesbüros auf Vimeo Düsseldorfer Künstler im Portrait. Ein Projekt von Lars Klostermann und Emmanuel Mir. Künstlergruppe FEHLSTELLE im modo Verlag

Einzelnachweise

Kategorie:Konzeptkünstler (Deutschland) Kategorie:Minimalismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Mann