Struxdorf () ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.
Geographie Geographische Lage Das Gebiet der Gemeinde Struxdorf erstreckt sich ausgehend von der Wellspanger Au in nördlicher Richtung bis zur Ekeberger Au im Nordwesten. Es liegt im Bereich des Naturraums Angeln, dem nördlichsten Abschnitt des Schleswig-Holsteinisches Hügellandes zwischen der Flensburger Förde und der Schlei.Vgl. Eintrag in Naturräumliche Haupteinheiten Deutschlands.
Ortsteile Neben dem namengebenden Ort liegen ebenfalls Arup (), Bellig (Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, Seite 72), Boholz ( oder Boholt), Ekeberg (), Ekebergkrug (Zeitschrift Sydslesvig i dag 1955, Seite 237), Hollmühle (), Koltoft (Dänische Sprache auch Kåltoft), Rabenholz (), Scharrerie (Gerret Liebing Schlaber: Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen indtil 2007, Flensburg/Flensborg 2007, Seite 199 und 268) und Treholz (Jens Lampe: Tønder seminarie-stat, 1963, side 82) im Gemeindegebiet.
Geschichte Struxdorf wurde erstmals 1352 schriftlich erwähnt. Der Ortsname setzt sich zusammen aus dän. bøl (dt. büll) für eine Siedlung und dem Personennamen Struk, möglich ist auch eine Herleitung aus sønderjysk und niederdeutsch struk für Strauch.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 628Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland. Band 2, Kopenhagen 1867, S. 382 Das zur Gemeinde gehörende Dorf Hollmühle (dän. Holmølle, angeldän. Hålmøhl) wurde erstmals 1649 erwähnt. Der Ortsname setzt sich aus altnordisch hol(r) für Loch (im heutigen Dänisch hul) und dän. -mølle für Mühle zusammenWolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 343Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland. Band 2, Kopenhagen 1867, S. 187 und verweist auf eine frühere Wassermühle an der Ekeberger Au. Bellig (Balle) wurde erstmals 1457 erwähnt. Der Name geht auf altdän. balghe, bælgæ (neudän. balle) zurück und beschreibt eine Erhöhung.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 148Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland. Band 2, Kopenhagen 1867, S. 372
Die St.-Georgs-Kirche in Struxdorf ist ein spätromanischer Bau aus dem frühen 13. Jahrhundert und eines der ältesten Gotteshäuser im Amtsbereich. Als Namensgeber der Struxdorfharde gehört die Gemeinde zu den alten Urkirchspielen Angelns. Deshalb ist es denkbar, dass schon vor dieser eine Kirche dort gestanden hat, von der aber nichts überliefert ist.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges, im Mai 1945, ließ sich die letzte Reichsregierung unter Karl Dönitz im zwanzig Kilometer entfernten Sonderbereich Mürwik nieder. Der bekannte nationalsozialistische Karikaturist Hans Herbert Schweitzer, gehörte zu den verbliebenen NS-Größen, die in Folge in Richtung Flensburg flüchteten. Er ließ sich zum Kriegsende in der Gemeinde Struxdorf im Dorf Hollmühle nieder.Gerhard Paul: Zeitläufe: Flensburger Kameraden. In: Die Zeit, vom 8. September 2013, abgerufen am 23. Oktober 2019.
Politik Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt neun Sitze vergeben. Die Freie Wählergemeinschaft Struxdorf und die CDU erhielten je vier Sitze und die SPD einen Sitz.
Bürgermeister Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Dieter Thiesen (FWS) als Nachfolger von Georg Lass zum Bürgermeister gewählt. Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 wurde Dieter Thiesen (FWS) für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. 2023 wurde Dörte Truelsen (FWS) als Nachfolgerin von Dieter Thiesen zur Bürgermeisterin gewählt. Wappen Blasonierung: „In Silber eine grüne Eiche.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Wirtschaft Im Ortszentrum befinden sich mehrere kleine Gewerbebetriebe, ein Sägewerk sowie ein Dienstleister im Kinder- und Jugendhilfebereich und eine Psychologische Praxis für Kinder und Jugendliche. Die Außenbereiche sind eher landwirtschaftlich strukturiert.
Im Ortsteil Bellig befindet sich eine Schmiede aus dem Jahre 1850, in der heute noch gearbeitet wird.
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=1.35|St-Georgs-Kirche aus Feldsteinen mit westseitigem Natursteinquadermauerwerk und ostseitigem Backsteinanbau (Foto 2018) In der Liste der Kulturdenkmale in Struxdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Auf besagter Liste findet als einziges Kulturdenkmal von Struxdorf die St.-Georgs-Kirche. Die Struxdorfer Kirche findet in den Sagen der Kirchen von Esgrus und Uelsby Erwähnung.
Persönlichkeiten Claus Brix (1821–1890), Autor und Dichter Hans Christian Brix (1831–1907), dänischer Bildhauer Julius Petersen (1883–1969), Architekt und Hochschullehrer Johannes Trahn (1930–2015), Ehrenbürgermeister
Literatur
Weblinks
Gemeinde Struxdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig