mini|Blick auf Königheim Der Weinort Königheim (, mundartlich Kenche) ist eine Gemeinde in Tauberfranken, gelegen im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
Geographie mini|Gemarkung des Hauptortes Königheim, 1932 mini|Gemarkung und Lage der Gemeinde Königheim
Geographische Lage Die Gemeinde liegt circa sechs Kilometer westlich von Tauberbischofsheim im Einzugsgebiet des circa 18 Kilometer langen Brehmbachs. Vor dessen Hochwasser wird Königheim seit 2020 vom Hochwasserrückhaltebecken Königheim geschützt.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Königheim gehören neben dem Hauptort Königheim die ehemals selbstständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile Brehmen, Gissigheim und Pülfringen.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 351–354.
Zur ehemaligen Gemeinde Brehmen gehört das Dorf Brehmen () sowie die abgegangene Ortschaft Bürgel. Zur ehemaligen Gemeinde Gissigheim gehören das Dorf Gissigheim (), der Weiler Hof Esselbrunn (), die Badholz-Siedlung (), die Ried-Siedlung (), die Schwarzfeld-Siedlung () und die Wohnplätze Kettenmühle (), Öl- und Sägmühle (), Schneidmühle () und Untere Mühle (). Zur Gemeinde Königheim in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 gehören das Dorf Königheim () und der Weiler Weikerstetten () sowie die abgegangene Ortschaft Langenfeld. Zur ehemaligen Gemeinde Pülfringen gehören das Dorf Pülfringen (), die Haid-Siedlung () und die Weiler Hof Birkenfeld () und Hoffeld ().
Schutzgebiete In Königheim gibt es ein Europäisches Vogelschutzgebiet, ein Landschafts-, vier Naturschutz- und ein Wasserschutzgebiet:Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007. Europäisches Vogelschutzgebiet Heiden und Wälder Tauberland (Schutzgebietskennung DE-6323-441); seit 2007.Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) vom 5. Februar 2010. Landschaftsschutzgebiet Königheim: 773,0 ha; Gemarkung Königheim; seit 1981. Naturschutzgebiet Adell: 18,2 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkung Königheim Naturschutzgebiet Dörre Wieslein: 2,5 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkungen Pülfringen und Brehmen Naturschutzgebiet Haigergrund: 59,4 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkung Königheim Naturschutzgebiet Langenfeld: 36,2 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkung Königheim Wasserschutzgebiet Dittwar/Königheim/Gissigheim/Heckfeld/Oberlauda (WSG-Nr. 128208); 5986,90 ha; seit dem 22. Juli 1994.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 19. November 2016. Es ist damit eines der größten Wasserschutzgebiete im Main-Tauber-Kreis.
Die FFH-Gebiete Nordwestliches Tauberland und Brehmbach und Westlicher Taubergrund liegen teilweise auf der Gemarkung von Königheim. Daneben gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Königheim insgesamt 14 als Naturdenkmal geschützte Objekte.
Daneben liegt noch ein Teil des Wasserschutzgebiets Dittwar/Königheim/Gissigheim/Heckfeld/Oberlauda mit der WSG-Nr. 128208 und einer Gesamtfläche von 5.992,32 Hektar in den Gemarkungen des Hauptortes Königheim sowie des Ortsteils Gissigheim.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Königheim.
Geschichte Geschichte der Gemeinde Königheim Mittelalter Königheim wurde 1149 erstmals bei einem Gütertausch zwischen König Heinrich VI. und dessen Bruder Friedrich mit Markward von Grumbach urkundlich erwähnt. Während der Ära der Stammesherzogtümer gehörte der Ort zum Herzogtum Franken. 1422 erhielt die Gemeinde das Marktrecht.
Die in Kirchennähe gestandene Burg Königheim wird 1329 urkundlich erwähnt, als die Besitzer, die Grafen von Wertheim, die Burg dem böhmischen König Johann zu Lehen antrugen. Das huse zu Kennecken, Königheim hieß ursprünglich Kannenheim, existierte sicher schon seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts. 1209 ist erstmals Ortsadel als Herren zu Kennenkeym bekannt. 1453 ist die Burg im Lehensbuch der Grafschaft Wertheim noch erwähnt, 1486 wird der Turm der Kirche als burch thurn genannt. Burg und Kirche fielen 1540 einem Feuer zum Opfer. Vermutlich ist danach die Kirche als Wehrkirche mit Gaden wiederaufgebaut wurden, die 1635 in den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges abermals niedergebrannt wurde. Von der Burg finden sich danach keine Nachrichten mehr.
Neuzeit mini|Gedenktafel zur Zerstörung der Synagoge Bis 1585 gehörte Königheim zum Hochstift Würzburg, das es in diesem Jahr an Kurmainz übertrug. Im Dreißigjährigen Krieg errichtete die bayerische Reichsarmada im Jahr 1644 das Hauptquartier in der Stadt.Stadtarchiv Ulm A 1634 Nr. 325 (Bericht von Theodor Schad, Amtsverwalter und Pfleger in Geislingen an der Steige, Ulm, an die Herrschaftspfleger über seiner Verhandlungen mit Kommissar Johann Adolf von Starzhausen über die Austeilung der Winterquartiere in der Herrschaft Ulm, 14./24.12. 1644).
Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fiel der Ort zunächst 1803 an das Fürstentum Leiningen und dann durch die Rheinbundakte 1806 an das Großherzogtum Baden. Dort gehörte Königheim zunächst zum Bezirksamt Tauberbischofsheim, aus dem 1938 der gleichnamige Landkreis entstand. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, fiel Königheim an den neugebildeten Tauberkreis, der ein Jahr später in Main-Tauber-Kreis umbenannt wurde.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge der Jüdischen Gemeinde von SA-Männern geschändet; die Kultgegenstände wurden auf dem Sternplatz öffentlich verbrannt. Eine Gedenktafel am Postgebäude in der Münzgasse 2 erinnert an dieses Geschehen.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 52, ISBN 3-89331-208-0. mini|Hochwassermarken im Ortskern Fronleichnamsflut: Am 21. Juni 1984 wurde Königheim nach schweren Regenfällen, die die Brehmbach zum Überlaufen brachten, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Regen setzte gegen Nachmittag ein; bereits eine halbe Stunde später lief das Rückhaltebecken Gissigheim mit etwa 54 m³/s über. Das Hochwasser erreichte gegen 17 Uhr mit einem Durchfluss von etwa 100 bis 120 m³/s seinen Höchststand; daraufhin wurde vom Landratsamt Katastrophenalarm ausgelöst. Im Einsatz waren Bundeswehr, DLRG, Feuerwehren und Technisches Hilfswerk. Die Überschwemmung verursachte Schäden in Höhe von rund 39 Mio. Euro; es gab neun Verletzte, 30 zerstörte und 130 beschädigte Gebäude sowie 80 beschädigte Fahrzeuge. 55 Stück Großvieh sowie 700 Schweine verendeten.
Eingemeindungen 1. Januar 1972: Gissigheim, Brehmen 31. Dezember 1973: Pülfringen
Königheims Ortsteile und ihre Geschichte Brehmen 40px|links|Brehmen
Brehmen wurde erstmals 1239 urkundlich erwähnt. Es gehörte zunächst zu Boxberg. Über die Herren von Rosenberg und die Grafen von Hatzfeld kam der Ort 1730 zur Grafschaft Löwenstein-Wertheim, der es bis 1806 zugehörte. Die Bestimmungen der Rheinbundakte führten dann zur Zugehörigkeit zum Großherzogtum Baden.
Gissigheim 40px|links|Gissigheim
Die erste urkundliche Erwähnung fand Gissigheim 1013 in einer Urkunde des Klosters Amorbach. Eine Keltenschanze im Grenzbereich der Ortsteile Brehmen und Gissigheim weist jedoch auf eine Besiedelung bereits in vorchristlicher Zeit hin. Nach verschiedenen anderen Grundherren gehörte der Ort im 18. Jahrhundert den Reichsfreiherren von Bettendorff, bevor er 1806 an das Großherzogtum Baden fiel.
Pülfringen 40px|links|Pülfringen
Bereits 788 wurde Pülfringen im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt. Es ist damit der älteste der heutigen Teilorte. Ab etwa 1050 unterstand es dem Ortsadel der Ritter von Bilversheim bzw. Pülfringen,Geschichte von Pülfringen auf www.koenigheim.de. über die es an das Hochstift Würzburg kam. Eine bemerkenswerte Karriere für dieses Ministerialengeschlecht gelang Heinrich I. von Bilversheim durch die Wahl zum Bischof von Bamberg (1242–1257). Von 1287 bis 1597 unterstand Pülfringen den Grafen von Wertheim und fiel danach an Würzburg zurück. Im Rahmen der Säkularisation kam der Ort 1803 an das Fürstentum Leiningen und schließlich 1806 an das Großherzogtum Baden.
Weikerstetten
Die zu Königheim gehörende Kleinsiedlung Weikerstetten, an der B 27 gelegen, hat etwa 50 Einwohner, von denen ein Großteil Landwirtschaft betreibt. In der Mitte der Wohnsiedlung befindet sich eine kleine Kapelle, in der regelmäßig Gottesdienste abgehalten werden.
Einwohnerentwicklung mini|Blick vom Ritterberg auf Königheim Jahr Gesamt 1961 3586 1970 3043 1991 3438 1995 3466 2000 3362 2005 3290 2010 3153 2015 3035 2020 2977
Religion Christentum Die Einwohner des Ortsteils Königheim sind überwiegend, die der Ortsteile Gissigheim und Pülfringen fast ausschließlich römisch-katholisch, während die Brehmer überwiegend evangelisch sind. Die katholischen Kirchen der Gemeinde gehören zur Seelsorgeeinheit Königheim im Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg.
Da es in der Gemeinde Königheim keine evangelische Kirche gibt, besuchen die evangelischen Gottesdienstteilnehmer die evangelische Christuskirche in Tauberbischofsheim.
Judentum mini|Pläne der ehemaligen Synagoge Königheim (Außenansicht) Jüdische Gemeinde Gissigheim In Gissigheim bestand eine jüdische Gemeinde vom 16./17. Jahrhundert bis 1894.Alemannia Judaica: Gissigheim (Stadt Königheim, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 27. Mai 2015.
Jüdische Gemeinde Königheim Die jüdische Gemeinde Königheim bestand ab dem Mittelalter bis 1940.Alemannia Judaica: Königheim (Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 27. Mai 2015.
Politik Bürgermeister
Bis 1806 standen an der Spitze der Gemeinde Königheim jeweils ein Rats- und ein gemeiner Bürgermeister (im 15. Jahrhundert auch als Heimburgen bezeichnet) sowie ein Schultheiß. Im Großherzogtum Baden führten die Gemeindeoberhäupter zunächst den Titel Vogt und ab 1831 Bürgermeister.
Seit 2024 ist Ralf Dörr Bürgermeister. Er wurde am 22. September 2024 mit 50,9 Prozent der Stimmen gewählt; Amtsinhaber Krug erhielt 48,9 Prozent der Stimmen.
Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Gemeinde Königheim
Gemeinderat In Königsheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate (Ausgleichssitze) verändern. Der Gemeinderat in Königsheim hat seit der letzten Wahl 12 Mitglieder, bis 2019 waren es 16 Gemeinderäte. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 BL Bürgerliste 59,62 7 67,1 11 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 40,38 5 32,9 6gesamt100,012100,017Wahlbeteiligung73,31 %75,8 %
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