mini|300px|Logo der Stadt Jena mini|300px|Jenaer Innenstadt mit dem Jentower und den Hochhäusern Bau 59, Bau 15 und Bau 36 mini|300px|Weihnachtsmarkt auf dem Jenaer Marktplatz mini|300px|Lange Nacht der Wissenschaften – Lasershow über Jena

Jena ist eine deutsche Universitätsstadt und kreisfreie Großstadt in Thüringen in der Metropolregion Mitteldeutschland. Sie liegt an der Saale zwischen Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte und ist mit  Einwohnern (Stand: ) nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens und eines der Oberzentren des Freistaats. Zudem ist Jena auf Platz 74 der größten Städte Deutschlands.

In Jena befindet sich die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die 1558 gegründet wurde und mit 17.015 Studenten die größte Universität Thüringens ist.Studierende insgesamt im Wintersemester nach Hochschularten, Hochschulen und Fächergruppen in Thüringen. In: thueringen.de, abgerufen am 31. Januar 2024.Laut Eigenauskunft der Friedrich-Schiller-Universität Jena für das Wintersemester 2022/23: 17.539 Studierende, siehe Jena begann sich ab dem Bau der Saalbahn 1874 zu einer Industriestadt zu entwickeln. Sie ist ein Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie rund um das Unternehmen Carl Zeiss. Das Kombinat Carl Zeiss mit etwa 60.000 Mitarbeitern war seinerzeit auch das größte Kombinat der DDR. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wandelte sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum. In Jena haben zahlreiche Forschungslabore und Institute ihren Sitz.

Zwei der frühesten deutschen Hochhäuser wurden in der Stadt errichtet, der Zeiss Bau 15 und Bau 36. Das 144,5 m (mit Antenne 159,60 m) hohe Bürohochhaus Jentower war bei seiner Vollendung 1972 das höchste Hochhaus Deutschlands.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verlieh Jena 2008 den Titel Stadt der Wissenschaft. Die Stadt Jena wirbt für sich auch mit dem Namen Lichtstadt Jena. 2016 wurde Jena der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.reformation-cities.org, abgerufen am 30. September 2016. Zur Bedeutung Jenas in der Reformationsgeschichte siehe das Stadtporträt des Projekts Reformationsstädte Europas: Reformationsstadt Jena. Deutschland. Im Kernland der Reformation. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 30. September 2016, sowie die Abschnitte Frühe Neuzeit und Religionen.

Geografie Lage Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von Mischwäldern bedeckten Muschelkalk- und Buntsandsteinhängen (geologische Phänomene sind unter anderem die Teufelslöcher und die Studentenrutsche). Auf ihnen, z. B. im Leutratal, kommen zahlreiche, zum Teil seltene Orchideenarten vor.

Die größte Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7 und von Ost nach West 12,2 Kilometer.

Städte in der Umgebung Folgende größere Städte liegen in der Nähe von Jena: Weimar (ca. 19 km westlich), Apolda (ca. 12 km nördlich), Rudolstadt (ca. 30 km südlich), Naumburg (Saale) (ca. 29 km nordöstlich), Gera (ca. 35 km östlich), Erfurt (ca. 40 km westlich), Halle (Saale) (ca. 67 km nordöstlich), Leipzig (ca. 72 km nordöstlich), Chemnitz (ca. 96 km östlich) und Dresden (ca. 152 km östlich).

Nachbargemeinden Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Jena. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden aufgeführt:

im Saale-Holzland-Kreis: Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg mit Lehesten (mit Altengönna), Neuengönna (mit Porstendorf), Golmsdorf (mit Beutnitz), Jenalöbnitz und Großlöbichau Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal mit Rabis, Fraitsch, Gröben (gehören zu Schlöben, erfüllende Gemeinde ist Bad Klosterlausnitz), Laasdorf, Zöllnitz, Rutha, Rothenstein, Milda (mit Dürrengleina und Zimmritz) und Bucha (mit Pösen, Oßmaritz, Nennsdorf und Coppanz) im Landkreis Weimarer Land: Verwaltungsgemeinschaft Mellingen mit Döbritschen und Großschwabhausen Stadt und Landgemeinde Bad Sulza (mit Großromstedt, Kleinromstedt und Hermstedt)

Stadtgliederung Die Verwaltung der Stadt Jena ist nach § 45 der Thüringer Kommunalordnung in 30 Ortsteile unterteilt. Diese Ortsteile wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Jena festgelegt. Dabei handelt es sich meist um räumlich getrennte Gebiete bzw. Dörfer, die ehemals selbstständige Gemeinden waren. Für jede Ortschaft gibt es einen in direkter Wahl bei einer Bürgerversammlung gewählten Ortsteilrat. Vorsitzender ist der ebenfalls direkt gewählte Ortsteilbürgermeister. Die 30 Ortsteile der Stadt sind in der Liste der Ortsteile Jenas aufgelistet.

Zusätzlich ist das Stadtgebiet Jenas in 41 statistische Bezirke eingeteilt. Diese sind: Ammerbach Ort, Beutenberg/Winzerlaer Straße, Burgau Ort, Closewitz, Cospeda, Drackendorf, Drackendorf/Lobeda-Ost, Göschwitz, Ilmnitz, Isserstedt, Jena-Nord, Jena-Süd, Jena-West, Jena-Zentrum, Jenaprießnitz, Krippendorf, Kunitz, Laasan, Lichtenhain Ort, Leutra, Lobeda-Altstadt, Lobeda-Ost, Lobeda-West, Löbstedt Ort, Lützeroda, Maua, Mühlenstraße, Münchenroda, Nord II, Remderoda, Ringwiese Flur Burgau, Vierzehnheiligen, Wenigenjena/Kernberge, Wenigenjena Ort, Wenigenjena/Schlegelsberg, Winzerla, Wogau, Wöllnitz, Ziegenhain Ort, Ziegenhainer Tal und Zwätzen.

Berge und Höhen Durch die Lage Jenas in den Tälern der Saale und ihrer Zuflüsse, die sich in die umgebende Hochfläche eingeschnitten haben, entstanden zahlreiche markante Kuppen und Bergausformungen, deren Höhen meist über liegen. Einst unbewaldet und kahl, wurden diese Höhen und Hänge im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte aufgeforstet. Markante Berge und Höhen westlich der Saale von Nord nach Süd Name Höhe ü. NNzwischen Rautal und MühltalLandgrafen 297,9 m Sonnenberge 323 mzwischen Mühltal und Ammerbachtal Tatzend bzw. Schweizerhöhe mit Bismarckturm Stern: 330 m Johannisberg bei Lichtenhain 333,7 m Lichtenhainer Höhe 321,1 m Coppanzer Berg 397,6 mzwischen Ammerbachtal und Leutratal Lämmerberg Holzberg: 346,1 m Vogelberg 353,1 m Teufelskrippe oder Mönchsberg 291 mJagdberg 288,4 m Berge und Höhen östlich der Saale Name Höhe ü. NNzwischen Kunitz und Ziegenhainer Tal Jenzig 385,3 m Hausberg Wilhelmshöhe: 349,6 m Kernberge Sophienhöhe 366,5 m Rabensberge Hummelsberg: 375,2 m zwischen Pennickental und Rodatal Johannisberg 366 m Schlossberg mit Lobdeburg Einsiedlerberg 389,2 m mini|275px|Kernberg und Johannisberg bei Lobeda von Winzerla aus gesehen

Weitere Berge in der Umgebung sind westlich der Saale – von Nord nach Süd – der Plattenberg (345 m) auf der Gemarkung Neuengönna, der Jägerberg und der Windknollen (mit Napoleonstein, 363 m, beide innerhalb der Jenaer Stadtgrenze), der Cospoth (397 m) auf den Gemarkungen Jena und Bucha, der Spitzenberg (374 m) bei Maua auf der Gemarkung Rothenstein und die Kuppe (438 m, Dürrengleina). Östlich der Saale liegen zum Beispiel der (Große) Gleißberg (365 m, seltener Gleisberg) in Golmsdorf, auf dem die Ruine Kunitzburg steht, und der Eichberg südlich der Rodamündung in die Saale auf der Gemarkung Sulza. Es gibt im Tal der Gleise noch einen weiteren Schlossberg.

Die Ausbildung des Oberflächenreliefs im Stadtgebiet, besonders der Talhänge, ist durch eine differenzierte geologische Situation entstanden, die auf den geologischen Verhältnissen im mittleren Saaletal beruht.

Klima mini|Klimadiagramm von Jena, Basis: Temperatur- und Niederschlagswerte im Zeitraum 1961–1990 mini|hochkant|Auf den Höhen der Jenaer Scholle ist es im Mittel 1 bis 1,5 °C kälter als in der Stadt.

Jena gehört zu den klimatisch besonders begünstigten Gebieten Deutschlands.zur Klimageschichte siehe Heinrich Grebe: Die Temperaturverhältnisse in Jena von 1770 bis 1935, ein Beitrag zur Witterungsgeschichte von Mitteldeutschland. Durch diese Lage ist Jena jedoch von den Auswirkungen der Überhitzung des Klimasystems der Erde im Rahmen des Klimawandels besonders betroffen, wodurch Anpassungsmaßnahmen erforderlich werden.Thomas Stridde: Jena benötigt für Klima noch viel mehr Bäume. In: Ostthüringer Zeitung. 3. August 2019 (otz.de [abgerufen am 13. September 2019]). Die starke Reflexion der Sonnenstrahlen an den steilen Talhängen und insbesondere die Wärmespeicherung des Muschelkalks erzeugen einen zeitigen und milden Frühling, heißen Sommer, langen und warmen Herbst und milden Winter. Mit einer mittleren Jahrestemperatur von 10,3 °C (1981–2010) gehört Jena zu den wärmsten Orten Mitteldeutschlands. Auf den 200 bis 250 m höher liegenden Hochflächen und den im Osten und Süden angrenzenden Gebieten ist die Temperatur im Jahresmittel bereits um 1 bis 1,5 °C niedriger. Hinzu kommt die windgeschützte Lage, denn durch den Talverlauf werden die Winde zumeist in Nord-Süd-Richtung eingelenkt und abgeschwächt. Die das Thüringer Becken umgebenden Mittelgebirge schirmen den Niederschlag ab. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt nur 570 bis 680 Liter pro Quadratmeter; der größte Teil fällt in den Sommermonaten. Wegen des warmen Mikroklimas wird die Region um Jena auch Thüringer Toskana oder Toskana des Ostens genannt.

Herkunft des Stadtnamens Der Ursprung des Namens Jena war seit jeher Streitpunkt und ist auch heute noch nicht vollständig geklärt. Bereits 1858 lehnt Johann Karl Schauer einige Herleitungen ab, darunter von und für Wein, den Namen Johannes in Bezug auch auf die Johanneskirche, den römischen Gott Janus, das slawische jiny (dt. anders, verschieden) für markierten Terrainwechsel und brüchiges Land, sowie einige deutsche Erklärungsversuche wie das Wort gähnen mit Verweis auf den Schnapphans, der beim Stundenschlag den Mund aufmacht (und dabei gähnt).Norbert Nail, Joachim Göschel: Über Jena. Das Rätsel eines Ortsnamens. In: Über Jena. Das Rätsel eines Ortsnamens. Alte und neue Beiträge (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beihefte, Nr. 104). Hrsg. und kommentiert von Norbert Nail und Joachim Göschel. Neuauflage. Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07504-6, S. 11 (). Schauer selbst (und später auch der Stadthistoriker Herbert KochHerbert Koch: Der Ortsname Jena. Berichtigungen und Ergänzungen. In: Über Jena. Das Rätsel eines Ortsnamens. Alte und neue Beiträge (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beihefte, Nr. 104). Hrsg. und kommentiert von Norbert Nail und Joachim Göschel. Neuauflage. Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07504-6, S. 111–113 ().) sieht die Lösung im Keltischen, insbesondere im Wort gen, das für Mund und im übertragenen Sinne für Mündung steht, wobei auf die mundförmige Gestalt Jenas durch den Talkessel bzw. im Falle Kochs auf einen Zusammenfluss zweier Gewässer, dem Leutra-Bach zusammen mit der Saale, verwiesen wird. Hiergegen wird vor allem eingewandt, dass die Kelten nie im Ostthüringer Raum gelebt haben.

mini|Draufsicht auf den Markt, 2022