mini|Martinskirche Zoppoten mini|Blick zum Altar mini|hochkant|Blick zur Orgel Die evangelisch-lutherische denkmalgeschützte Kirche St. Martin steht in Zoppoten, einem Ortsteil der Stadt Saalburg-Ebersdorf, im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Die Kirchengemeinde Zoppoten gehört zum Pfarrbereich Zoppoten im Kirchenkreis Schleiz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.St. Martin auf EKMD
Geschichte Die Entstehung der Kirche fällt in die Zeit kurz nach 1200. Später hat der Deutsche Orden für eine Erweiterung der Kirche gesorgt, indem er die kleine, aus Apsis und Chor bestehende Kapelle um das Langhaus zu einer rechteckigen Saalkirche erweiterte. Die Mauern des östlichen Gebäudeteils sind erhalten geblieben. Die ehemalige halbrunde Apsis wurde abgetragen.
Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut. 1791 wurde sie mit den heutigen Fenster und dem südlich auf das Zwerchhaus gesetzten Dachreiter mit Laterne versehen. Bis dahin hingen die drei Kirchenglocken in einem freistehenden Glockenstuhl vor der Kirche.
Die heutige Gestaltung des Innenraums, er ist mit einem hölzernen Kreuzgewölbe überspannt, ist das Ergebnis der Renovierung von 1910. Unter dem Anstrich des Innenraums der Kirche im Bereich des Altarraums wurden Wandmalereien aus der Zeit der Romanik entdeckt, sie sind damals bei einer erneuerten Ausmalung der Kirche wieder abgedeckt worden.
Die Emporen und die Patronatsloge stehen auf geschnitzten Säulen aus dem 17. Jahrhundert. Die Brüstung der Loge ist mit Porträts von Martin Luther, Philipp Melanchthon, Friedrich des Weisen und König Gustav Adolf von Schweden und dem Wappen der Familie von Reitzenstein verziert.
Orgel mini|Poppe-Orgel aus dem Jahr 1910 Die Orgel mit 17 Registern, verteilt auf zwei Manuale (C–f³) und das Pedal (C–d'), wurde 1910 von Ernst Poppe & Sohn gebaut und 2006 vom Vogtländischen Orgelbau überholt.
Disposition I. Manual: Bordun 16', Principal 8', Liebl. Gedackt 8', Gambe 8', Dolce 8', Principal 4', Traversflöte 4', Principal 2', Mixtur 2 2/3' II. Manual: Geigenprincipal 8', Salicional 8', Aeoline 8', Voix céleste 8', Gemshorn 4' Pedal: Subbass 16', Principalbass 8', Cello 8' Spielhilfen, Koppeln: Manualcoppel (II/I), Superoctavcoppel I. Man., Pedalcoppel I. Man., Pedalcoppel II. Man.; feste Kombinationen P, MF, F, T, Auslöser, Calcant
Jüngere Vergangenheit Das Gotteshaus wurde im Jahr 1964 von Malermeister Treuhard Grimm aus Zoppoten im damals modernen Stil umgestaltet. Ab 2003 gab es umfangreiche Renovierungs- und Restaurationsarbeiten in der Kirche. Das Altarfenster wurde von der Fachhochschule Erfurt restauriert und mit Schutzverglasung versehen sowie die Elektrik von Elektromeister Erich Kuhn aus Pöritzsch komplett erneuert. Die Restaurierungswerkstatt Müller aus Plauen übernahm die malermäßigen Aufgaben.
2006 erhielt die Fürstenloge von Beate Demold aus Sömmerda eine aufwändige Restauration mit Herstellung des Originalzustandes aus dem 17. Jahrhundert.https://www.saalburg-ebersdorf.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=236422
Der Radiosender MDR Kultur übertrug am 19. Juli 2026 den evangelischen Gottesdienst aus dieser Kirche und schuf damit überregionale Aufmerksamkeit für dieses Gotteshaus.https://www.mdr.de/religion/radio-gottesdienste-sachsen-anhalt-thueringen-juli-2026-100.html#19-Juli--Evangelischer-Gottesdienst-aus-der-Martinskirche-in-Zoppoten--Saalburg-Ebersdorf auf mdr.de, Juli 2026, abgerufen am 21. Juli 2026
Literatur Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6, S. 1424.
Weblinks
Website des Kirchspiels Die Kirche Zoppoten auf kirchenkreis-schleiz.de, abgerufen am 21. Juli 2026
Einzelnachweise
Zoppoten Zoppoten Zoppoten Kategorie:Bauwerk aus Stein Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert Kategorie:Kulturdenkmal in Saalburg-Ebersdorf Zoppoten Zoppoten Kategorie:Disposition einer Orgel