La Partenope ist ein vielfach vertontes Libretto zu einer Opera seria in drei Akten von Silvio Stampiglia. Erstmals aufgeführt wurde das Werk in der Vertonung von Luigi Mancia in der Karnevalsaison 1699 im Teatro San Bartolomeo in Neapel. Spätere Fassungen stammen unter anderem von Leonardo Vinci, Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi.

Handlung

Die folgende Inhaltsangabe bezieht sich auf die von Luigi Mancia vertonte Erstfassung des Librettos (Neapel 1699).

„Argomento“

Kurzfassung

Erster Akt. Mehrere Prinzen werben um die Hand der Königin Partenope. Ihr Favorit ist Arsace aus Korinth. Sie weiß jedoch nicht, dass er ihretwegen seine einstige Verlobte Rosmira verlassen hat. Armindo aus Rhodos hingegen wagt es kaum, Partenope seine Liebe zu gestehen. Außerdem trifft der Armenier Eurimene ein – in Wirklichkeit die verkleidete Rosmira, die sich an Arsace rächen will und ihn schwören lässt, ihre Identität nicht zu verraten. Auch Eurimene/Rosmira gibt vor, Partenope zu lieben. Emilio aus Cumae droht mit Krieg, sollte Partenope seine Werbung nicht annehmen. Da sie ablehnt, ist eine Schlacht unvermeidlich. Partenope selbst übernimmt das Kommando über ihre Truppen.

Zweiter Akt. Während des Kampfes rettet Armindo sie vor den Feinden. Arsace wiederum rettet Eurimene und nimmt Emilio gefangen. Bei der Siegesfeier reklamiert Eurimene/Rosmira den Sieg für sich selbst und diffamiert Arsace, der sich wegen seines Schwurs nicht zu verteidigen vermag. Die erboste Partenope lässt Eurimene verhaften. Arsace setzt sich für ihn ein und erreicht seine Freilassung. Seine Versuche, Rosmira zu versöhnen, bleiben dennoch erfolglos. Die anderen sind verwirrt über das merkwürdige Verhältnis von Arsace und Eurimene.

Dritter Akt. Eurimene enthüllt der Königin und den anderen Arsaces Vergangenheit und erklärt, dass er selbst von Rosmira gesandt wurde, um Arsace zum Duell herauszufordern. Partenope ist damit einverstanden. Eurimene erhält Unterstützung von Armindo, während Emilio auf Seiten Arsaces steht. Vor dem Kampf besteht Arsace darauf, dass beide Parteien mit nacktem Oberkörper kämpfen. So zwingt er Rosmira, ihre Identität zu offenbaren, ohne seinen Schwur zu brechen. Damit ist die Bahn frei für ein glückliches Ende: Partenope nimmt die Werbung Armindos an, Rosmira und Arsace versöhnen sich, und Emilio erhält die Freiheit.

Erster Akt

Feierlich ausgestatteter Stadtteil am Meer mit zwölf Statuen der Sternbilder; in der Mitte ein Apollon-Altar mit dessen Statue

Szene 1. In einer öffentlichen Zeremonie bittet Königin Partenope den Gott Apollon um Schutz für die von ihr gegründete nach ihr benannte Stadt (heute Neapel). Das Volk jubelt ihr zu (Chor: „Viva viva Partenope viva“).

Szene 2. Partenope hat zwei Verehrer, die Prinzen Arsace von Korinth und Armindo von Rhodos. Arsace hat ihretwegen seine Verlobte Rosmira, die Prinzessin von Zypern, verlassen. Er ist überrascht, als ein fremder Armenier auftaucht, der dieser erstaunlich ähnlich sieht. Der Armenier behauptet, er heiße Eurimene und habe in einem Sturm Schiffbruch erlitten. Er bittet Partenope um Hilfe, da er bei dem Unglück seinen gesamten Besitz verloren habe.

Szene 3. Partenopes Hauptmann Ormonte berichtet, dass Teile des Landes von den Truppen des benachbarten Cumae besetzt worden seien. Deren Anführer Emilio habe einen Boten geschickt und wolle Partenope sprechen. Diese bittet Arsace, mitzukommen. Arsaces Gedanken gelten indessen noch der seltsamen Ähnlichkeit Eurimenes mit Rosmira (Arie Arsace: „O Eurimene ha l’idea di Rosmira“).

Szene 4. Eurimene/Rosmira horcht Armindo über die Verhältnisse an Partenopes Hof aus. Sie erfährt, dass Armindo die Königin liebt, diese ihm aber seinen Rivalen Arsace vorziehe. Sie fordert Armindo auf, Partenope seine Liebe zu offenbaren (Arie Rosmira: „Se non ti sai spiegar“). Armindo beschließt, Eurimenes Rat zu folgen (Arie Armindo: „Voglio dire al mio tesoro“).

Platz

Szene 5. Rosmiras Diener Beltramme trifft auf Partenopes Amme Anfrisa (Beltramme: „E pur gusto a l’altrui spese“). Nach einigen Missverständnissen (Anfrisa: „Nò, fatti avanti“) kommen sie sich näher und schwärmen über die Schönheit der Augen des jeweils anderen (Beltramme/Anfrisa: „Alma – Core – Gioja – Vita“).

Szene 6. Arsace kehrt zurück und stellt den vermeintlichen Eurimene zur Rede. Rosmira leugnet nicht, seine einstige Braut zu sein. Obwohl Arsace behauptet, dass er sie noch immer liebe, glaubt sie ihm nicht (Rosmira: „Un’altra volta ancor“). Sie ist sogar bereit, ihm seine Werbung um den Thron Neapels zu vergeben, doch er muss schwören, ihre Identität unter allen Umständen geheim zu halten (Rosmira: „Chi tanto t’ama“). Arsace stellt fest, dass er noch immer Gefühle für Rosmira hat (Arsace: „Sempre il più dolce strale“).

Loggien, die zu den königlichen Gemächern führen

Szene 7. Partenope vergewissert sich bei Ormonte, dass ihre Truppen kampfbereit sind (Ormonte: „Se nemico à tè sen viene“).

Szene 8. Zögernd erklärt Armindo Partenope seine Liebe (Armindo: „Sono amante, mà chi sia“). Sie weist ihn ab, da ihr Herz bereits Arsace gehört, zeigt aber Mitgefühl (Partenope: „Amar io ti vorrei“).

Szene 9. Partenope erzählt Arsace von den Gefühlen Armindos, dessen Treue sie viel verdanke.

Szene 10. Als Eurimene/Rosmira hinzukommt, teilt Partenope ihm mit, dass Arsace ihr Favorit sei. Eurimene gibt vor, darüber erschüttert zu sein, da er sich selbst in Partenope verliebt habe. Partenope kann ihm keine Hoffnung machen, sondern erklärt stattdessen Arsace ihre Liebe (Arie Partenope: „Solo per tè ben mio“). Rosmira wirft Arsace seine Treulosigkeit vor und schwört Rache (Arie Rosmira: „Impara infido impara“). Arsace kann sich nicht zwischen den beiden Frauen entscheiden (Arie Arsace: „Dimmi pietoso Ciel“).

Szene 11. Beltramme und Anfrisa plänkeln erneut miteinander (Anfrisa: „Per mantenervi bello“ – Beltramme: „Se tu vuoi, che la femina goda“).

Königliches Gemach

Szene 12. Ormonte führt Emilio zur Audienz mit Partenope, an der auch Eurimene, Arsace und Armindo teilnehmen. Emilio versichert Partenope, dass er nicht als Feind gekommen sei, sondern um ihre Hand anhalten wolle, da er sie liebe. Falls sie ablehne, werde er aber zu Waffengewalt greifen. Da ihn Partenope voller Abscheu zurückweist, bereitet sich Emilio siegessicher auf den Krieg vor (Arie Emilio: „Anch’io pugnar saprò“).

Szene 13. Da sich Arsace, Armindo und Eurimene nicht einigen können, wer von ihnen die neapolitanischen Truppen führen darf, beschließt Partenope, selbst als Amazone das Oberkommando zu übernehmen (Arie Partenope: „Io ti levo l’Impero de l’armi“).

Szene 14. Auch Eurimene/Rosmira will am Kampf teilnehmen. Arsace versucht, ihr das auszureden, da er sich um ihre Sicherheit sorgt (Arie Arsace: „E figlio il mio timore“).

Szene 15. Armindo fühlt sich von Eurimene verraten, dem er seine Gefühle anvertraut habe und der dann selbst um seine Geliebte werbe (Rosmira: „Di me ti fida“ – Armindo: „Cieco amore“).

Zweiter Akt

Mit Zelten bedecktes Feld, auf dem Emilios Armee stationiert ist

Szene 1. Die Schlacht beginnt. Armindo rettet Partenope vor einem Angriff feindlicher Soldaten. Emilio überwältigt Eurimene/Rosmira im Zweikampf, doch Arsace kann sie befreien und im Gegenzug Emilio gefangen nehmen. Damit steht der Sieg fest. Ormonte bringt weitere Gefangene und Kriegsbeute, und alle preisen die siegreiche Königin Partenope (Chor: „Ti circondi la gloria di allori“).

Straße der Stadt, die zu einem Tor derselben führt

Szene 2. Beltramme und Anfrisa unterhalten sich über die gewonnenen Schlacht. Beltramme erklärt Anfrisa seine Liebe. Er hat zwar kein Geld, will ihr aber dienen (Beltramme: „Amore à tempo antico“ – Anfrisa: „Con la Donna haver conviene“ – Duett: „Io son discreta“).

Szene 3. Partenope erscheint in einer großen Kutsche zur Siegesfeier (Arie Partenope: „Care mura in sì bel giorno“). Bacchanten tanzen, und die Gefangenen und die Beute werden dem Volk präsentiert. Großzügig lässt Partenope Emilio die Fesseln lösen. Dieser weist sie auf die Heldenhaftigkeit Armindos hin. Eurimene/Rosmira stimmt zu und ergänzt, dass sich andererseits Arsace keineswegs ausgezeichnet hätte, nachdem er selbst Emilio überwältigt habe. Obwohl Emilio dieser Lüge widerspricht, zeigt sich Arsace nicht beleidigt, sondern überlässt Eurimene sogar einen Teil des Ruhms. Die anderen verstehen sein Verhalten nicht. Partenope lässt Eurimene wegen seiner fortgesetzten Provokationen gegen ihren Geliebten verhaften (Arie Partenope: „Voglio amare in fin“).

Szene 4. Arsace versucht vergeblich, Rosmira zur Versöhnung zu bewegen. Armindo und Emilio wundern sich über dessen vermeintliche Feigheit und die Aggressivität, mit der Eurimene auf ihn reagiert.

Szene 5. Als Armindo und Emilio Eurimene/Rosmira darauf ansprechen, verteidigt er zu deren Verblüffung den Angegriffenen und vergleicht seinen Mut mit dem eines Löwen (Duett Armindo/Emilio: „Sai qual lampo“).

Szene 6. Beltramme versteht nicht, warum Rosmira den noch immer geliebten Arsace so behandelt. Rosmira entgegnet, dass ihr Herz zwei Feinde habe: die Liebe und die Eifersucht (Arie Rosmira: „Due nemici del mio core“). Beltramme findet das Verhalten der Frauen widersprüchlich (Arie Beltramme: „Se volesse il mio destino“).

Königlicher Saal

Szene 7. Arsace bittet Partenope, Eurimene zu vergeben. Obwohl er dafür außer einem „unerklärlichen Impuls“ keine Gründe nennt, zeigt sich die Königin ihm zuliebe gnädig. Eurimene wird zwar vom Hof verbannt, doch freigelassen. Ormonte soll ihm ausdrücklich auf Arsaces Fürsprache hinweisen. Arsace ist dennoch unglücklich (Arie Arsace: „Dir l’affanno il cor non vuole“).

Szene 8. Armindo versichert Partenope noch einmal seiner Liebe (Arie Armindo: „Non chiedo ò luci vaghe“). Sie erkennt seine Treue an, bevorzugt aber immer noch Arsace (Arie Partenope: „Il genio con amare“ – Arie Armindo: „Quante volte il matrimonio“).

Szene 9. Als Ormonte Eurimene/Rosmira freilässt und auf die Verbannung hinweist, erklärt dieser, dass er Arsace niemals allein lassen werde. Ormonte rät ihm, seine Gefühle zu unterdrücken (Arie Ormonte: „La pena tua qual sia“).

Szene 10. Eurimene/Rosmira verspricht Armindo seine Hilfe. Er solle der Königin mitteilen, dass er ihr ein Geheimnis offenbaren wolle. Dieses werde Partenopes Herz von Arsace ab- und ihm zuwenden. Armindo beginnt zu hoffen (Arie Armindo: „La speranza lusinghiera“).

Szene 11. Obwohl Arsace Rosmira erneut seine Liebe erklärt, findet sie, dass ihre Rache noch nicht vollendet ist (Rosmira: „Torni à giurarmi fè“). Arsace sieht seine Schuld ein (Arie Arsace: „Amanti voi, che andate“).

Dritter Akt

Große Galerie

Szene 1. Arsace grübelt noch über die Grausamkeit Rosmiras nach (Arie Arsace: „Non è satio, e non si stanca“), als Partenope, Armindo und Emilio eintreffen. Armindo bittet Partenope, Eurimene noch einmal zu empfangen, um dessen Geheimnis zu erfahren. Die Königin stimmt zu. Armindo und Emilio beneiden Arsace trotz seiner gegenwärtigen Niedergeschlagenheit (Quartett Armindo/Emilio/Arsace/Partenope: „Non è incauto il mio consiglio“).

Szene 2. In Gegenwart der anderen Prinzen enthüllt Eurimene/Rosmira daraufhin, dass Arsace einst der zyprischen Prinzessin Rosmira die Ehe versprochen und diese dann zugunsten Partenopes verlassen habe (Rosmira: „Arsace, oh Dio, così“). Sie habe ihn (Eurimene) nach Neapel gesandt, um Arsace zum Zweikampf herauszufordern. Die vom Verhalten ihres Geliebten zutiefst enttäuschte Partenope erklärt nun Armindo ihre Liebe (Arie Partenope: „Non sempre porta amor“).

Szene 3. Eurimene/Rosmira bittet Armindo, ihm im Duell zu sekundieren. Emilio hingegen spricht Arsace Mut zu (Arie Armindo: „Mi dispiaccion le tue pene“).

Szene 4. Rosmira weist einen weiteren Versöhnungsversuch Arsaces zurück (Arie Rosmira: „Dimmi, ingrato mi credi infedele?“ – Arie Arsace: „Mi schernisci, e questa è fede?“).

Garten