Unterdornlach (oberfränkisch: UndedoanichE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „undedoʳnich“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Unterdornlach liegt in der Gemarkung Oberdornlach.

Geografie Das Dorf liegt im tief eingeschnittenen Tal der Dornlach, einem rechten Zufluss der Dobrach, und am Kleebach, der dort als linker Zufluss mündet. Im Norden grenzt der Ziegelhüttener Forst an, eine bewaldete Anhöhe (), und im Süden der Ameisenknock (). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt am Wehrhaus vorbei zur Bundesstraße 85 (1,7 km östlich) bzw. am Bärnhof vorbei nach Oberdornlach (0,9 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt zur B 85 bei Kirchleus (2,4 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1290 als „inferiori Dornloch“ erstmals urkundlich erwähnt.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 25.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Unterdornlach weiterhin 11 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Kulmbach. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (1 Mahlmühle, 1 Hof, 3 Sölden, 1 Wohnhaus, 1 Tropfhäuslein), der bambergische Langheimer Amtshof (2 Güter, 1 Sölde) und das Amt I des Rittergutes Kirchleus (1 Hof).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 645f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Unterdornlach dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Oberdornlach und der 1812 gebildeten Ruralgemeinde Oberdornlach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Unterdornlach, zu dem Altenreuth, Bärnhof, Biegersgut, Höfstätten, Niederndobrach und Sackenreuth gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). Ab 1862 gehörte Unterdornlach zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 769. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 8,442 km². 1955 wurde die Gemeinde aufgelöst. Unterdornlach kam mit Bärnhof an die Gemeinde Oberdornlach.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Unterdornlach am 1. Januar 1974 nach Kulmbach eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 1: Wohnstallhaus Haus Nr. 5: Ehemaliges Weberhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Unterdornlach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952Einwohner 302 318 348 347 365 350 339 357 375 381 356 367 354 365 361 342 347 375 369 535 526 455HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 54 55 51 54 56 57 62 Quelle

Ort Unterdornlach Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 78 74 93 68 71 66 59 73 45 42 32Häuser 13 11 11 11 10 10 10Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Maria Magdalena (Kirchleus) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1290 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1955