Rizia Rahman (; 28. Dezember 1939 in Bhabanipur – 16. August 2019 in Dhaka) war eine bengalische Autorin, die vor allem für ihre Romane bekannt wurde. Ihr Roman Rokter Okkhor wurde unter dem Titel Letters of Blood ins Englische übersetzt, ebenso mehrere ihrer Kurzgeschichten. Sie erhielt zahlreiche Preise, unter anderem wurde sie 2019 mit dem Ekushey Padak ausgezeichnet.

Leben und Werk Rizia Rahman verfasste über 50 Romanen und zahlreichen Kurzgeschichten, ebenso Kinderbücher und Essays. Sie verwob dabei immer wieder historische Ereignisse wie die Unruhen nach der Teilung Indiens, den Befreiungskampf Bangladeschs oder Naturkatastrophen mit ihren Geschichten, häufig waren die Figuren ihrer Romane durch Erlebnisse der Zeitgeschichte in ihrem eigenen Leben beeinträchtigt. So sind einige der Hauptfiguren ihres Romans Rokter Okkhor Frauen, deren Lebensweg nach solchen Erlebnissen in ein Bordell führte. Generell thematisierte Rizia Rahman häufig die ungerechte Verteilung von Besitz, sie ergriff in ihren Texten Partei für unterdrückte und vernachlässigte Bevölkerungsgruppen und zeigte auf, wie sie Teil von geschichtlichen Ereignissen sind. Ihr Schreiben wurde von russischen und französischen literarischen Vorbildern beeinflusst.

Rizia Rahman wurde in Bhabanipur im heutigen Westbengalen geboren. Ihre Familie zog 1947 nach der Teilung Indiens nach Bangladesch, in das damalige Ostbengalen. Bereits mit acht Jahren begann sie Geschichten zu schreiben, die erste davon wurde veröffentlicht, als sie zwölf war. Ihre Schullaufbahn verlief unregelmäßig aufgrund häufiger Umzüge der Familie. Rizia Rahman schloss ein Wirtschaftsstudium an der Universität von Dhaka ab. Nach ihrer Heirat lebte Rizia Rahman zeitweise in Belutschistan. 1967 erschien ihr erstes Buch, eine Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel Ogniswakkhora. Neben ihrem eigenen literarischen Schaffen war Rizia Rahman Herausgeberin des literarischen Magazins Tribhuj, Treuhänderin des Nationalmuseums von Bangladesch und Mitglied des Vorstands der Bangla Academy. Rizia Rahman erlag am 16. August 2019 im Apollo Krankenhaus in Dhaka den Folgen einer Krebserkrankung.

Publikationen (Auswahl) Romane 1977: Uttar Purush 1978: Rokter Okkhor (Letters of Blood), Bong Theke Bangla 1980: Alikhito Upakhyan, Surja Sabuj Rakta, Shhilay Shilay Agun, Aranyer Kache, Dhabal Jyotsna 1984: Ghar-Bhanga-Ghar, Ekal Chirokal 1985: Prem Amar Prem 1986: Jharer Mukhomukhi, Ekti Phuler Janya 1988: Shudhu Tomader Janya 1989: He manab Manabi 1994: Harun Phereni 2011: Nodi Nirobodhi

Romane in Englischer Übersetzung 2016: Letters of Blood

Kurzgeschichtensammlungen 1967: Ogniswakkhora 2004: Dura Kothao 2010: Caged in Paradise and Other Stories

Kinderbücher 2011: Ajab Ghorir Deshe

Auszeichnungen 1978: Bangla Academy Literary Award 1984: Jessore Sahitya Parishad Puraskar 1985: Bangladesh Lekhak Sangha Sahitya Padak 1990: Kamar Mushtari Sahitya Padak 1995: Anannya Literature Award 2019: Ekushey Padak

Einzelnachweise

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