La Rosmira fedele (im Partitur-Manuskript Partenope, bei neueren Aufführungen La Partenope) ist eine Opera seria (Originalbezeichnung: „Dramma per musica“) in drei Akten von Leonardo Vinci (Musik) mit einem Libretto von Silvio Stampiglia, die am 31. Januar 1725 im Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig uraufgeführt wurde.

Handlung

Kurzfassung

Erster Akt. Mehrere Prinzen werben um die Hand der Königin Partenope. Ihr Favorit ist Arsace aus Korinth. Sie weiß nicht, dass er ihretwegen seine einstige Verlobte Rosmira verlassen hat. Armindo aus Rhodos hingegen wagt es kaum, Partenope seine Liebe zu gestehen. Außerdem trifft der Armenier Eurimene ein – in Wirklichkeit die verkleidete Rosmira, die sich an Arsace rächen will und ihn schwören lässt, ihre Identität nicht zu verraten. Auch Eurimene/Rosmira gibt vor, Partenope zu lieben. Emilio aus Cumae droht mit Krieg, sollte Partenope seine Werbung nicht annehmen. Da sie ablehnt, ist eine Schlacht unvermeidlich. Partenope selbst übernimmt das Kommando über ihre Truppen. Während des Kampfes rettet Armindo sie vor den Feinden. Arsace wiederum rettet Eurimene und nimmt Emilio gefangen.

Zweiter Akt. Bei der Siegesfeier reklamiert Eurimene/Rosmira den Sieg für sich selbst und diffamiert Arsace, der sich wegen seines Schwurs nicht zu verteidigen vermag. Die erboste Partenope lässt Eurimene verhaften. Arsace setzt sich für ihn ein und erreicht seine Freilassung. Seine Versuche, Rosmira zu versöhnen, bleiben dennoch erfolglos. Die anderen sind verwirrt über das merkwürdige Verhältnis von Arsace und Eurimene.

Dritter Akt. Eurimene enthüllt der Königin und den anderen Arsaces Vergangenheit und erklärt, dass er selbst von Rosmira gesandt wurde, um Arsace zum Duell herauszufordern. Partenope ist damit einverstanden. Eurimene erhält Unterstützung von Armindo, während Emilio auf Seiten Arsaces steht. Vor dem Kampf besteht Arsace darauf, dass beide Parteien mit nacktem Oberkörper kämpfen. So zwingt er Rosmira, ihre Identität zu offenbaren, ohne seinen Schwur zu brechen. Damit ist die Bahn frei für ein glückliches Ende: Partenope nimmt die Werbung Armindos an, Rosmira und Arsace versöhnen sich, und Emilio erhält die Freiheit.

Erster Akt

Platz am Meer mit Partenopes Thron, einer Apollon-Statue und einem entzündeten Altar

Szene 1. In einer öffentlichen Zeremonie bittet Königin Partenope den Gott Apollon um Schutz für die von ihr gegründete und nach ihr benannte Stadt (heute Neapel). Das Volk jubelt ihr zu (Chor: „Viva viva Partenope viva“).

Szene 2. Partenope hat zwei Verehrer, die Prinzen Arsace von Korinth und Armindo von Rhodos. Arsace hat ihretwegen seine Verlobte Rosmira, die Prinzessin von Zypern, verlassen. Er ist überrascht, als ein fremder Armenier auftaucht, der dieser erstaunlich ähnlich sieht. Der Armenier behauptet, er heiße Eurimene und habe in einem Sturm Schiffbruch erlitten. Er bittet Partenope um Hilfe, da er bei dem Unglück seinen gesamten Besitz verloren habe.

Szene 3. Partenopes Hauptmann Ormonte berichtet, dass Teile des Landes von den Truppen des benachbarten Cumae besetzt worden seien. Deren Anführer Emilio habe einen Boten geschickt und wolle Partenope sprechen. Arsaces Gedanken gelten indessen der seltsamen Ähnlichkeit Eurimenes mit Rosmira (Arie Arsace: „O Eurimene ha l’idea di Rosmira“).

Szene 4. Eurimene/Rosmira horcht Armindo über die Verhältnisse an Partenopes Hof aus. Sie erfährt, dass Armindo die Königin liebt, diese ihm aber seinen Rivalen Arsace vorziehe. Sie empfiehlt Armindo, Partenope seine Liebe zu offenbaren (Arie Rosmira: „Spiegati, e di che l’ami“).

Szene 5. Armindo beschließt, Eurimenes Rat zu folgen (Arie Armindo: „Al mio tesoro“).

Garten von Partenopes Palast

Szene 6. Arsace kehrt zurück und stellt den vermeintlichen Eurimene zur Rede. Rosmira leugnet nicht, seine einstige Braut zu sein. Obwohl Arsace behauptet, dass er sie noch immer liebe, glaubt sie ihm nicht. Sie ist aber bereit, ihm seine Werbung um den Thron Neapels zu vergeben, sofern er schwört, ihre Identität unter allen Umständen geheim zu halten. Arsace leistet diesen Eid.

Szene 7. Arsace stellt fest, dass er noch immer Gefühle für Rosmira hat (Arie Arsace: „La Rondinella, che a noi sen riede“).

Szene 8. Zögernd erklärt Armindo Partenope seine Liebe. Sie weist ihn ab, da ihr Herz bereits Arsace gehört, zeigt aber Mitgefühl.

Szene 9. Partenope erzählt Arsace von den Gefühlen Armindos, dessen Treue sie viel verdanke. Als Eurimene/Rosmira hinzukommt, teilt Partenope ihm mit, dass Arsace ihr Favorit sei. Eurimene gibt vor, darüber erschüttert zu sein, da er sich selbst in Partenope verliebt habe. Partenope kann ihm keine Hoffnung machen (Arie Partenope: „Non posso amarti, o Dio“).

Szene 10. Rosmira wirft Arsace seine Treulosigkeit vor und schwört Rache (Arie Rosmira: „Tortora, che il suo bene“).

Szene 11. Arsace kann sich nicht zwischen den beiden Frauen entscheiden (Arie Arsace: „Dimmi pietoso Ciel“).

Audienzzimmer

Szene 12. Ormonte führt Emilio zur Audienz mit Partenope, an der auch Eurimene, Arsace und Armindo teilnehmen. Emilio versichert Partenope, dass er nicht als Feind gekommen sei, sondern um ihre Hand anhalten wolle, da er sie liebe. Falls sie ablehne, werde er aber zu Waffengewalt greifen. Da ihn Partenope voller Abscheu zurückweist, bereitet sich Emilio siegessicher auf den Krieg vor (Arie Emilio: „Quest’ anima accesa“).

Szene 13.Die Szene I:13 („XIII“) ist im Libretto von 1725 fälschlich als Nummer 8 („VIII“) bezeichnet. Arsace, Armindo und Eurimene werden sich nicht einig, wer von ihnen die neapolitanischen Truppen führen darf. Partenope beschließt daher, als Amazone selbst das Oberkommando zu übernehmen (Arie Partenope: „A far straggi a far vendetta“).

Szene 14. Auch Eurimene/Rosmira will am Kampf teilnehmen. Arsace versucht, ihr das auszureden, da er sich um ihre Sicherheit sorgt.

Szene 15. Armindo fühlt sich von Eurimene verraten, der um seine Geliebte wirbt, obwohl er ihm seine Gefühle anvertraut hat.

Szene 16. Rosmira reflektiert ihre Gefühle gegenüber Arsace (Arie Rosmira: „Sò che il riso, e sò che il vezzo“).

Mit Zelten bedecktes Feld, auf dem Emilios Armee stationiert ist

Szene 17. Die Schlacht beginnt (Arie Emilio: „Forti schiere“). Armindo rettet Partenope vor einem Angriff feindlicher Soldaten. Emilio überwältigt Eurimene/Rosmira im Zweikampf, doch Arsace kann sie befreien und im Gegenzug Emilio gefangen nehmen. Damit steht der Sieg fest. Ormonte bringt weitere Gefangene und Kriegsbeute, und alle preisen die siegreiche Königin Partenope (Chor: „Ti circondi la gloria di allori“).

Zweiter Akt

Eine festlich geschmückte Straße außerhalb der Stadt mit einem Triumphbogen aus Zweigen und Blumen

Szene 1. Partenope erscheint in einer großen Kutsche zur Siegesfeier (Arie Partenope: „Care mura in sì bel giorno“). Bacchanten tanzen, und die Gefangenen und die Beute werden dem Volk präsentiert. Großzügig lässt Partenope Emilio die Fesseln lösen. Dieser weist sie auf die Heldenhaftigkeit Armindos hin. Eurimene/Rosmira stimmt zu und ergänzt, dass sich andererseits Arsace keineswegs ausgezeichnet hätte, nachdem er selbst Emilio überwältigt habe. Obwohl Emilio dieser Lüge widerspricht, zeigt sich Arsace nicht beleidigt, sondern überlässt Eurimene sogar einen Teil des Ruhms. Die anderen verstehen sein Verhalten nicht. Partenope lässt Eurimene wegen seiner fortgesetzten Provokationen verhaften.

Szene 2. Arsace versucht vergeblich, Rosmira zur Versöhnung zu bewegen. Armindo und Emilio wundern sich über dessen vermeintliche Feigheit und die Aggressivität, mit der Eurimene auf ihn reagiert.

Szene 3. Als Armindo und Emilio Eurimene/Rosmira darauf ansprechen, verteidigt er zu deren Verblüffung den Angegriffenen und vergleicht seinen Mut mit dem eines Löwen. Rosmira leidet zunehmend unter Eifersucht (Arie Rosmira: „Tormentosa crudel gelosia“).

Galerie

Szene 4. Arsace bittet Partenope, Eurimene zu vergeben. Obwohl er dafür außer einem „unerklärlichen Impuls“ keine Gründe nennt, zeigt sich die Königin ihm zuliebe gnädig. Eurimene wird zwar vom Hof verbannt, doch freigelassen. Ormonte soll ihn ausdrücklich auf Arsaces Fürsprache hinweisen. Arsace ist dennoch unglücklich (Arie Arsace: „Sento che và coprendo“).

Szene 5. Emilio erklärt Partenope ein weiteres Mal seine Liebe, wird aber erneut abgewiesen (Arie Partenope: „In vano s’affanna“).

Szene 6. Emilio ist enttäuscht über ihre Antwort (Arie Emilio: „Agitata in mezzo all’onde“).

Szene 7. Als Ormonte Eurimene/Rosmira freilässt und auf die Verbannung hinweist, erklärt dieser, dass er Arsace niemals allein lassen werde. Ormonte rät ihm, seine Gefühle zu unterdrücken (Arie Ormonte: „Celar la gelosia“).

Szene 8. Eurimene/Rosmira verspricht Armindo seine Hilfe. Er solle der Königin mitteilen, dass er ihr ein Geheimnis offenbaren wolle. Dieses werde Partenopes Herz von Arsace ab- und ihm zuwenden. Armindo beginnt zu hoffen (Arie Armindo: „Vanne, e spera“).

Szene 9. Emilio stellt Eurimene/Rosmira wegen ihres Verhaltens Arsace gegenüber zur Rede.

Szene 10. Obwohl Arsace Rosmira erneut seine Liebe erklärt, findet sie, dass ihre Rache noch nicht vollendet ist (Rosmira: „Veggo dimesso il mare“).

Szene 11. Arsace sieht seine Schuld ein (Arie Arsace: „Amante, che incostante“).

Dritter Akt

Saal

Szene 1. Armindo bittet Partenope, Eurimene noch einmal zu empfangen, um dessen Geheimnis zu erfahren. Die Königin stimmt zu. In Gegenwart der anderen Prinzen enthüllt Eurimene/Rosmira daraufhin, dass Arsace einst der zyprischen Prinzessin Rosmira die Ehe versprochen und diese dann zugunsten Partenopes verlassen habe (Rosmira: „Arsace, oh Dio, così“). Sie habe ihn (Eurimene) nach Neapel gesandt, um Arsace zum Zweikampf herauszufordern. Die vom Verhalten ihres Geliebten zutiefst enttäuschte Partenope erklärt nun Armindo ihre Liebe (Arie Partenope: „Godi, e spera, e fai perchè?“).

Szene 2. Eurimene/Rosmira bittet Armindo, ihm im Duell zu sekundieren. Emilio hingegen spricht Arsace Mut zu (Arie Emilio: „Men superba andrà la sorte“).

Szene 3. Rosmira weist einen weiteren Versöhnungsversuch Arsaces zurück (Arie Arsace: „Barbara mi schernisci, e questa e fede?“).

Szene 4. Insgeheim weiß Rosmira bereits, dass sie Arsaces hartnäckigem Flehen letztlich nachgeben wird (Arie Rosmira: „Vuol tornare alla sua sponda“).

Szene 5. Partenope ernennt Ormonte zum Schiedsrichter des Zweikampfs. Armindo ist zuversichtlich, endlich seine Wünsche erfüllt zu sehen (Arie Armindo: „Dal chiaro splendore“).

Hängende Loggien, die vom Palastgarten zum Wald führen

Szene 6 .Die Szene III:6 („VI“) ist im Libretto von 1725 fälschlich als Nummer 4 („IV“) bezeichnet. Arsace schläft übermüdet ein. Rosmira traut ihm immer noch nicht. Falls es ihm aber gelingen sollte, ihr Geheimnis zu wahren, wäre dies ein gutes Zeichen. Sie gönnt ihm seine Ruhe, sofern sein Herz wach bleibt (Arie Rosmira: „Begli occhi del mio?“).

Szene 7. Partenope beobachtet, wie Eurimene ihren hilflosen Feind nicht heimtückisch ersticht, sondern aufweckt. Als Arsace dabei versehentlich Rosmiras Namen nennt, verstärkt dies Partenopes Zorn auf ihn (Terzett Partenope/Arsace/Rosmira: „Un core infedele“).

Der für das Duell vorgesehene umzäunte Platz mit einem Thron für Partenope

Szene 8 (ultima). Nachdem Ormonte Eurimenes Herausforderung vorgelesen hat, gibt Partenope ihr Einverständnis zum Kampf. Arsace zögert jedoch, mit Rosmira zu kämpfen. Als ihm die anderen Feigheit vorwerfen, erklärt er, dass auf einem Kampf mit nacktem Oberkörper bestehe. Das kann Rosmira nicht zulassen. Sie gibt sich öffentlich als Rosmira zu erkennen. Damit löst sich der Konflikt. Partenope verkündet, dass sie Armindo heiraten wolle, und auch Rosmira und Arsace finden wieder zusammen. Emilio wird freigelassen. Er wird zwar nicht Partenope Gatte, erhält aber ihre Freundschaft. Alle bejubeln die Königin (Chor: „Viva viva Partenope bella“).

Gestaltung

mini|Seite aus dem Manuskript