Niederndobrach (oberfränkisch: NidderndohbrichE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „nideʳndōbrich“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Niederdobrach liegt in der Gemarkung Höferänger.

Geografie Das Dorf liegt an der Dobrach. Die Gegend ist weitestgehend flachhügelig, im Osten befindet sich die bewaldete Anhöhe Martersberg (), im Südwesten der Heidelberg (). Unmittelbar östlich tangiert die Bundesstraße 85 den Ort. Die Kreisstraße KU 3 führt nach Höferänger zur B 85 (0,6 km nordöstlich) bzw. nach Höfstätten (1,4 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die B 85 kreuzend nach Ziegelhütten (1,5 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde 1361 als „Dabrach“ erstmals urkundlich erwähnt.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 22. Dem Ortsnamen liegt ein gleichlautender Gewässername zugrunde. Das Bestimmungswort ist dǫbru (slaw. für Eichenwald), das Grundwort aha (ahd. für Bach, Wasser).E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 21. 1398 wurde der Ort „Munchdabrach“ genannt zur Unterscheidung von dem 4 Kilometer nordwärts gelegenen „Dabrach“, dem heutigen Grafendobrach. Den Zusatz Munch- erhielt der Ort, weil das Kloster Langheim dort begütert war. 1740 wurde der Ort erstmals „Niederndobrach“ genannt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Niederndobrach 10 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte der bambergische Langheimer Amtshof. Grundherren waren der Langheimer Amtshof (1 Mahlmühle, 7 Güter), das Amt I des Rittergutes Kirchleus (1 Gut) und das Rittergut Wernstein (1 Hof).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 624.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Niederndobrach dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Oberdornlach und der 1812 gebildeten Ruralgemeinde Oberdornlach zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) wurde der Ort in die neu gebildete Ruralgemeinde Unterdornlach umgemeindet, die 1955 in Höferänger umbenannt wurde.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 755. Am 1. Januar 1974 wurde Niederndobrach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Kulmbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 86 71 92 103 110 114 127 207 190 162 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 13 12 16 20 24 30 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Peter in Kulmbach gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1361 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft