Lösau (oberfränkisch: LiasaE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „līɘsa“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Lösau hat eine Fläche von 5,086 km². Sie ist in 410 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 12403,77 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Einsiedel, Esbach, Holzmühle und Wehrhaus.

Geografie Das Dorf liegt an der Lösau, einem rechten Zufluss der Dobrach. Im Norden befindet sich die bewaldete Anhöhe Lösauer Berg, im Süden der Ziegelhüttener Forst mit dem Ebenberg (). Die Bundesstraße 85 führt über die Holzmühle nach Höferänger (3,4 km südlich) bzw. nach Kirchleus (2,3 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Esbach (1,6 km nördlich).

Geschichte Der Ort wurde 1361 als „Lesen“ erstmals urkundlich erwähnt.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 102. Der Ortsname leitet sich von dem slawischen Substantiv Leština (Haselnussgebüsch) ab.E. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 94. Laut dem Landbuch der Herrschaft Plassenberg von 1398 unterstand „Lesein“ der Burggrafschaft Nürnberg. Deren Rechtsnachfolger war das Markgraftum Brandenburg-Kulmbach. 1495 gab es in „Lesaw“ 9 Haushalte.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lösau weiterhin 9 Anwesen (8 Höfe, 1 Sölde). Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Kulmbach.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 617.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Lösau dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kirchleus und der 1812 gebildeten Ruralgemeinde Kirchleus zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Lösau, zu der Einsiedel, Esbach, Holzmühle und Wehrhaus gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). Ab 1862 gehörte Lösau zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 763. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,123 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Lösau am 1. Januar 1976 nach Kulmbach eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 1: Wohnstallhaus Haus Nr. 3a: Wohnstallhaus Haus Nr. 9: Gasthof Heller

Einwohnerentwicklung Gemeinde Lösau Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 159 150 160 167 170 172 164 163 166 167 159 132 136 144 146 143 137 138 117 170 157 159 123 112HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 20 22 23 25 23 22 22 24 Quelle

Ort Lösau Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 126 106 72 88 88 76 75 91 71 75 94Häuser 10 12 12 12 12 15 24 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Der Ort ist seit der Reformation protestantisch und nach St. Maria Magdalena (Kirchleus) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1361 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach