mini|Radrennbahn in Gera-Debschwitz (2020)Die Radrennbahn Gera befindet sich im Stadtteil Debschwitz, Haeckelstraße 39, der thüringischen Stadt Gera.

Details Die Bahn ist 250 m lang, 7 m breit und hat eine Kurvenhöhe von 4,60 m (38,5 Grad). Die gesamte Fahrtfläche umfasst 1.900 m².

Geschichte mini|Eingangsbereich der Radsportanlage. 2020 Offiziell eröffnet wurde die Radrennbahn am 26. Mai 1957. Es ist die dritte Radrennbahn an diesem Standort seit 1934. Auf dem Areal, welches damals noch ein Schützenplatz war, entstand eine 400 Meter lange Erdbahn. Um die Jahrhundertwende war Gera eine der vermögendsten Städte Deutschlands, der die Textilindustrie großen Wohlstand gebracht hatte, der bis zum Krieg anhielt. Der Radsport wurde zunehmend beliebt, und es wurde ein Rekord von rund 22.000 Zuschauern gezählt. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Bahn von der Wehrmacht zerstört, indem sie sechs Bunker in die Kurven trieb.

Mit dem zweiten Aufbau nach dem Krieg, ab 1946/47 in der Sowjetischen Besatzungszone, begannen die Arbeiten dank der Initiative der Bürger, finanziert durch Aufbaugutscheine von Geraer Betrieben und einer Aufbaulotterie. Sodann begann der Bau einer 250 Meter langen Radrennbahn mit sechs Metern Breite auf einem Schlackebelag. Nach großen Anstrengungen wurde die Aschenbahn am 1. Oktober 1950 eingeweiht. Auf den erhofften Betonbelag, ein knapper Rohstoffs, mussten die Radsportler knapp sieben Jahre warten, bis sich die dritte und jetzige Form der Radsportbahn zeigte. Erste Sieger am 26. Mai 1957 waren die Radrennfahrer Röhrig und Frank Nicklitzsch, die ein Zweier-Mannschaftsfahren gewannen.

Die Investition hatte sich für Gera gelohnt, denn mit der Planung zum Spitzensport in der DDR wurde die Bezirkshauptstadt, die als solche nun wieder aufblühte, offiziell Leistungssportzentrum im Rad- und Boxsport mit der Gründung der SG Wismut Gera.

links|mini|Ostkurve. Im Hintergrund die Funktionsgebäude. 2019 In den Jahren 1978/79 wurden umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten ausgeführt, wie eine Entwässerung der Traversen, Verbreitung des Bahninnenrandes. Hohlräume unter der Bahn wurden aufgefüllt und der Betonbelag abschließend sandgestrahlt und ein Epoxidharzbelag aufgetragen. Es folgten Neben- und Funktionsgebäude mit Innentrainingsräumen und einem Eingangsportal.

So hielt sich die Radrennbahn bis über die Wende 1990. Aus der SG Wismut Gera trat für den Bereich Radsport der Stadtsportverein Gera 1990 e.V. hervor. Er hat seinen Sitz auf dieser traditionellen Sportanlage.

Das neue Jahrtausend beflügelte die Stadt Gera, die Radsportanlage, an welcher der Zahn der Zeit sichtlich nagte, zu einem Konzept, um die vierte Version einer Radrennbahn entstehen zu lassen, ein Oval mit Überdachung.Fördermittelanträge rechtzeitig gestellt - Visionen der Planer zur Neugestaltung der Geraer Radrennbahn, auf ssv-gera.de Mangels Fördermittel wurde daraus nichts. An das alte Funktionsgebäude wurde aber inzwischen ein moderner Neubau angesetzt, welcher den Kraft- und Athletikbereich beinhaltet. Dieser Komplex war bis dahin auswärts in der Vollersdorfer Straße untergebracht, aber dort im Hochwasser im Juni 2013 untergegangen.

2026 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags, die Sanierung der Radrennbahn mit 4,1 Millionen Euro zu unterstützen. Geplant sind unter anderem eine neue Fahrbahn aus Stahlbeton mit spezieller Beschichtung, neue Innen- und Außenbänder, moderne Beleuchtung, eine neue Beschallungsanlage sowie neue Aufenthaltsflächen im Innenraum. Zudem soll die Sitztribüne modernisiert und auf rund 1.400 Plätze erweitert werden.

Erfolge In nun mehr vier Generationen von Radsportlern hat die Radrennanlage viele nationale und international erfolgreiche Radsportler hervorgebracht, die in diesem Oval in die Pedale traten. Sportler wie Lothar Meister II, Jürgen Simon, Erhard Hancke, Volker Schönfeld über Gerald Mortag, Lutz Haueisen, Olaf Ludwig, Thomas Barth, Jörg Köhler bis hin zu Sebastian Siedler, Michael Seidenbecher, Marcel Barth, René Enders und Robert Förstemann.

mini|Blick aus der Kommentatorenkabine. 2019Die Blütezeit der Radrennbahn war die der DDR mit zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen, der Große Preis der DDR, mehrere Deutsche Meisterschaften und Ländervergleiche. 1956 stellte Omar Pchakadse aus der Sowjetunion mit 12,0 Sekunden den Bahnrekord über 200 m auf. 1958 erlebten ca. 15.000 Zuschauer den Ländervergleichswettkampf der DDR und Ungarn. Es war der 25. Juni 1968 als Klaus Großmann beim Großen Preis der DDR im Steherrennen nach 120 Runden im Oval den Bahnrekord bei 30:23,8 Minuten markierte. Vom 17. bis zum 20. Juli 2003 fanden die Deutschen Jugendmeisterschaften statt, und die Internationalen Steher- und Sprinterpreise der Stadt Gera in den Jahren 2012Sieg für Domenik Wolf. Gut 1.500 Zuschauern bejubelten jüngsten Geraer SSV-Nachwuchs., auf ssv-gera.de und 2013.Ostthüringen-Tour und Geraer Steher- und Sprinterpreis. SSV Gera sorgt auch 2013 für reichlich Radsportkost., auf ssv-gera.de

Solche Zuschauerzahlen wie zur Zeit des DDR-Leistungssport konnten nicht mehr erreicht werden. Aber der Radsport ist den Menschen im ehemaligen Bezirk Gera im Herzen geblieben. Heute dient das Betonoval am Stadtwald überwiegend dem Radsportnachwuchs mit der Wettkampfserie Geraer Nachwuchs-BahnCup sowie der bundesweit einmaligen Sichtungsveranstaltung beim Geraer Tag des Radsports um den Olaf-Ludwig-Pokal und dient als Ausgangspunkt der Ostthüringen-Tour.Heute vor 60 Jahren ertönte in Gera die Startglocke. Was aus dem einstigen Schmuckkästchen bis heute geworden ist., auf ssv-gera.de

Weblinks

https://www.ssv-gera.de/ https://www.ostthueringentour.de/

Einzelnachweise

Kategorie:Sport (Gera) Gera Kategorie:Sportstätte in Thüringen Kategorie:Sportstätte in der DDR