DOMO Chemicals ist ein sachsen-anhaltisches Chemieunternehmen mit Sitz in Leuna. Das Unternehmen ist eine Tochter der belgischen Investmentgruppe Dovesco (bis 2022 als DOMO Investment Group firmierend). DOMO Chemicals hat sich auf die Polyamid-Produktion spezialisiert.
Weiterhin vertreibt DOMO chemische Grundstoffe sowie Stickstoffdünger.
Geschichte Die DOMO-Gruppe produzierte seit 1991 Teppiche und Garne im belgischen Gent. Im Jahr 1994 wurde der Caprolactam-Bereich der Leunawerke durch DOMO übernommen, woraus sich DOMO Chemicals bildete. Am Standort Leuna werden weiterhin Polyamid-6-Granulat und -Harze hergestellt und zusammen mit verschiedenen Nebenprodukten wie Caprolactam, Ammoniumsulfat, Cumol, Aceton und Cyclohexanon vertrieben.domochemicals.com: , abgerufen am 28. Juli 2020 Im Jahr 2014 wurden rund 170.000 Tonnen Caprolactam in Leuna synthetisiert.bioeconomy.de: 20 Jahre Domo Chemicals am Standort Leuna, abgerufen am 28. Juli 2020 Der Geschäftsbereich Engineering Plastics ist für die Veredelung von Polyamid-6 zu verschiedenen technischen Kunststoffen verantwortlich. Die Sparte entstand 2002 und wurde durch die Übernahme des Teppich-Recyclingwerks Polyamid 2000 aus dem brandenburgischen Premnitz im Jahr 2004 ausgeweitet.welt.de: Investorengruppe kauft Teppich-Recyclingwerk Polyamid 2000 in Premnitz, abgerufen am 28. Juli 2020 Weiterhin erfolgte 2014 die Übernahme der italienischen CFP Flexible Packaging SpA, einem Produzenten von Polyamid-6-Folien für die Verpackungsindustrie. Im Januar 2020 schloss DOMO die Übernahme des europäischen Hochleistungs-Polyamid-Geschäfts von Solvay ab.chemie.de: DOMO Chemicals übernimmt europäisches Performance-Polyamid-Geschäft von Solvay, abgerufen am 29. Juli 2020domochemicals.com: Unsere Historie, abgerufen am 29. Juli 2020 Dieses Geschäft beinhaltete die Betriebe der technischen Kunststoffe in Frankreich und Polen, den Betrieb der Hochleistungsfasern in Frankreich und den Betrieb der Polyamid-6.6-Granulate und -Harze sowie der Zwischenprodukte Hexamethylendiamin und Adipinsäure in Frankreich, Spanien und Polen.
Im Dezember 2025 meldeten die deutschen Tochtergesellschaften DOMO Chemicals GmbH (35 Mitarbeiter), DOMO Caproleuna GmbH in Leuna (rund 480 Mitarbeiter) und DOMO Engineering Plastics GmbH in Premnitz (etwa 70 Mitarbeiter) mit insgesamt rund 580 Beschäftigten Insolvenz an. Der Betrieb an den Standorten wurde vorübergehend mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt fortgeführt, um Gefahren im Sinne der Anlagensicherheit bei einem abrupten Stillstand zu vermeiden und die Suche nach Investoren zu ermöglichen. Die Kosten für das Land Sachsen-Anhalt beliefen sich auf 79,5 Millionen Euro. Es ist somit die teuerste Rettung eines Industrieunternehmens des Landes, wobei ein Rückzahlung der Summe unwahrscheinlich ist.Steffen Höhne: Teure Rettung einer Chemiefabrik - Der staatliche Ersatzbetrieb des DOMO-Kunststoffwerks in Leuna und seine Folgen in CHEManager 6/2026, S. 5.
Am 1. April 2026 wurde der Standort Leuna an die neu gegründete Leuna Polyamid GmbH übertragen, eine Auffanggesellschaft, die je zur Hälfte von der Infraleuna GmbH und der Leuna-Harze GmbH gehalten wird. Über 400 der Beschäftigten in Leuna konnten übernommen werden, während 39 Mitarbeitende betriebsbedingt gekündigt wurden. Die neue Gesellschaft plante, den Standort wirtschaftlich zu stabilisieren und langfristig weiterzuentwickeln. Die Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz wurde im Mai 2026 durch Lone Star Funds übernommen und durch die Beteiligungsgesellschaft mit der RadiciGroup fusioniert.
Am 19. Juni 2026 wurde bekannt, dass die neu gegründete Auffanggesellschaft Leuna Polyamid GmbH, die den Betrieb des ehemaligen Domo-Werks im Industriepark Leuna übernommen hatte, einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt hat. Als Gründe wurden stark gestiegene Rohstoffpreise infolge internationaler Konflikte sowie dadurch resultierende Liquiditätsprobleme genannt. Der Geschäftsbetrieb wurde zunächst fortgeführt, während erneut ein Investor gesucht wurde. Wie zudem bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle mittlerweile gegen drei frühere Geschäftsführer der Domo Caproleuna GmbH wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung.
Ab September 2026 sollen die Produktionsanlagen in Leuna aufgrund der bis zuletzt erfolglosen Suche nach einem Investor endgültig heruntergefahren werden.
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Einzelnachweise
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