Die Saison 2005/06 war – wenn die ausgefallene Vorsaison mitgerechnet wird – die 89. Spielzeit der National Hockey League. Die reguläre Saison dauerte vom 5. Oktober 2005 bis 18. April 2006. Aufgrund des Lockouts in der Saison 2004/05 war ein Start lange Zeit ungewiss. Mitte Juli 2005 kam es zu einer Einigung nach über 300 Tagen Lockout, so dass die Saison 2005/06 komplett stattfinden konnte. Während der Olympischen Winterspiele in Turin pausierte die NHL, um den Spielern die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen. Dafür wurde das NHL All-Star Game gestrichen. In den vom 21. April bis 19. Juni 2006 ausgetragenen Playoffs gewannen die Carolina Hurricanes ihren ersten Stanley Cup.

Collective Bargaining Agreement Das neue Collective Bargaining Agreement (CBA) sah eine Gehaltsobergrenze von 39 Millionen US-Dollar pro NHL-Club vor. Ein einzelner Spieler durfte maximal 20 Prozent des Budgets verdienen (7,8 Millionen Dollar). Gleichzeitig wurde der Mindestlohn von 185.000 auf 450.000 US-Dollar angehoben.

Die prominentesten Spieler, die die neue Gehaltsobergrenze betraf, waren Dave Andreychuk, bis dahin Kapitän des amtierenden Stanley-Cup-Champions Tampa Bay Lightning und Alexander Mogilny von den New Jersey Devils, die beide während der Saison aus dem jeweiligen Kader gestrichen wurden und den Gang in die American Hockey League antreten mussten.

Regeländerungen Für die Saison wurden einige Regeländerungen vorgenommen, um das Spiel schneller und vor allem torreicher zu machen: Der 2-Linienpass wurde abgeschafft. Bei einem Unentschieden nach Verlängerung kommt es im Grunddurchgang zu einem Penaltyschießen. In Playoff-Spielen wird nach wie vor so lange weitergespielt, bis ein Tor fällt. Die Fläche der Torwartausrüstung wurde verkleinert. Die Neutrale Zone wurde um etwa 120 Zentimeter (4 Fuß) verkleinert, wobei die Torlinie 60 Zentimeter (2 Fuß) näher an die Bande gerückt wurde. Spieler, die in den letzten 5 Spielminuten eine Rauferei anzetteln, bekommen eine Spieldauerdisziplinarstrafe, werden für das nächste Spiel gesperrt und die Mannschaft erhält eine Geldstrafe. Die Schiedsrichter sind mit einem Headset ausgerüstet, um Strafen etc. über das Lautsprechersystem im Stadion durchzugeben. Vergehen wie Haken, Crosscheck und Behinderung werden strikter geahndet. Eine Mannschaft, die einen unerlaubten Befreiungsschlag (Icing) verursacht, darf in der daraus resultierenden Spielunterbrechung keinen Spielerwechsel vornehmen. So soll verhindert werden, dass eine Mannschaft ein Icing provoziert, um eine Gelegenheit für einen Spielerwechsel zu bekommen. Jeder Spieler, der den Puck aus der eigenen Verteidigungszone, ohne das dieser abgefälscht wird, über die Plexiglas-Umrandung schießt, wird mit einer Spielverzögerungsstrafe belegt.

Entry Draft Hauptartikel: NHL Entry Draft 2005

Der 43. NHL Entry Draft wurde vom 25. und 26. Juni auf den 30. Juli 2005 verschoben und fand in der kanadischen Hauptstadt Ottawa statt. Die Reihenfolge wurde ausgelost, da aufgrund der ausgefallenen Vorsaison keine Reihung möglich war. Als erste Mannschaft durften die Pittsburgh Penguins wählen, die den von den Beobachtern favorisierten kanadischen Center Sidney Crosby wählten.

Der erste nicht aus Nordamerika stammende Spieler war der Slowene Anže Kopitar als Elfter, der einzige deutsche Spieler war der Flügelstürmer Philip Gogulla von den Kölner Haien, der an Position 48 von den Buffalo Sabres gezogen wurde.

Reguläre Saison Abschlusstabellen Abkürzungen: GP = Spiele, W = Siege, L = Niederlagen, OTL = Niederlage nach Overtime bzw. Shootout, GF = Erzielte Tore, GA = Gegentore, Pts = Punkte Erläuterungen: In Klammern befindet sich die Platzierung innerhalb der Conference;     = Playoff-Qualifikation,     = Divisions-Sieger,     = Conference-Sieger,     = Presidents’-Trophy-Gewinner

Eastern Conference Atlantic Division GP W L OTL GF GA Pts New Jersey Devils (4) 82 46 27 9 242 229 101 Philadelphia Flyers (5) 82 45 26 11 267 259 101 New York Rangers (6) 82 44 26 12 257 215 100 New York Islanders (12) 82 36 40 6 230 278 78 Pittsburgh Penguins (15) 82 22 46 14 244 316 58

Northeast Division GP W L OTL GF GA Pts Ottawa Senators (1) 82 52 21 9 214 211 113 Buffalo Sabres (3) 82 52 24 6 281 239 110 Montréal Canadiens (7) 82 42 31 9 243 247 93 Toronto Maple Leafs (10) 82 41 33 8 257 270 90 Boston Bruins (13) 82 29 37 16 230 266 74

Southeast Division GP W L OTL GF GA Pts Carolina Hurricanes (2) 82 52 22 8 294 260 112 Tampa Bay Lightning (8) 82 43 33 6 252 260 92 Atlanta Thrashers (9) 82 41 33 8 281 275 90 Florida Panthers (11) 82 37 34 11 240 257 85 Washington Capitals (14) 82 29 41 12 237 306 70

Western Conference Central Division GP W L OTL GF GA Pts Detroit Red Wings (1) 82 58 16 8 305 209 124 Nashville Predators (4) 82 49 25 8 259 227 106 Columbus Blue Jackets (13) 82 35 43 4 223 279 74 Chicago Blackhawks (14) 82 26 43 13 211 285 65 St. Louis Blues (15) 82 21 46 15 197 292 57

Northwest Division GP W L OTL GF GA Pts Calgary Flames (3) 82 46 25 11 218 200 103 Colorado Avalanche (7) 82 43 30 9 283 257 95 Edmonton Oilers (8) 82 41 28 13 256 251 95 Vancouver Canucks (9) 82 42 32 8 256 255 92 Minnesota Wild (11) 82 38 36 8 231 215 84

Pacific Division GP W L OTL GF GA Pts Dallas Stars (2) 82 53 23 6 265 218 112 San Jose Sharks (5) 82 44 27 11 266 242 99 Mighty Ducks of Anaheim (6) 82 43 27 12 254 229 98 Los Angeles Kings (10) 82 42 35 5 249 270 89 Phoenix Coyotes (12) 82 38 39 5 246 271 81

Beste Scorer Mit seinen 96 Vorlagen legte Joe Thornton den Grundstein für die Bestmarke von 125 Punkten. Bester Torjäger war Jonathan Cheechoo mit 56 Treffern. Kein anderer Spieler schoss öfter als Alexander Owetschkin mit 425 Schüssen aufs Tor. Ilja Kowaltschuk traf 27 Mal in Überzahl, während Marián Hossa mit sieben Treffern in Unterzahl eine Bestleistung aufstellte. 23,4 Prozent der Schüsse von Alex Tanguay gingen ins Tor. Nachdem er in der letzten Saison als Rookie Strafbankkönig der Liga war, führte Sean Avery mit 257 Strafminuten erneut die gesamte NHL an. Kein Verteidiger übertraf Nicklas Lidström mit seinen 64 Vorlagen und 80 Punkten. Sein Teamkamerad Mathieu Schneider war mit 21 Treffern der torgefährlichste Abwehrspieler.

Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte; Fett: Saisonbestwert mini|180px|Daniel Alfredsson war einer von sieben Spielern mit 100 oder mehr Punkten Spieler Team GP G A Pts +/- PIM Joe Thornton Boston/San Jose 81 29 96 125 +31 55 Jaromír Jágr NY Rangers 82 54 69 123 +34 72 Alexander Owetschkin Washington 81 52 54 106 +2 106 Dany Heatley Ottawa 82 50 53 103 +29 86 Daniel Alfredsson Ottawa 77 43 60 103 +29 50 Sidney Crosby Pittsburgh 81 39 63 102 −1 110 Eric Staal Carolina 82 45 55 100 −8 81 Ilja Kowaltschuk Atlanta 78 52 46 98 −6 68 Marc Savard Atlanta 82 28 69 97 +7 100 Jonathan Cheechoo San Jose 82 56 37 93 +23 58

Beste Torhüter

Mindestens 1.000 gespielte Minuten. Abkürzungen: GP = Spiele, TOI = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, OTL = Overtime/Shootout-Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Saisonbestwert Spieler Team GP TOI W L OTL GA SO Sv% GAA Miikka Kiprusoff Calgary 74 4379:40 42 20 11 151 10 0,923 2,07 Dominik Hašek Ottawa 43 2583:58 28 10 4 90 5 0,925 2,09 Manny Legace Detroit 51 2905:09 37 8 3 106 7 0,915 2,19 Cristobal Huet Montreal 36 2102:59 18 11 4 77 7 0,929 2,20 Henrik Lundqvist NY Rangers 53 3111:53 30 12 9 116 2 0,922 2,24

Beste Rookiescorer Eine hervorragende Rookiesaison spielte Alexander Owetschkin. Seine 52 Tore und 106 Punkte waren jeweils die drittbeste Rookie-Leistung aller Zeiten. Ebenfalls nur zweimal erreichte ein Rookie mehr als die 63 Vorlagen von Sidney Crosby. Die Plus/Minus-Wertung führte Andrej Meszároš mit +34 an. Kein anderer Rookie saß öfter als Derek Boogaard mit seinen 158 Strafminuten in der Penaltybox.

Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/- = Plus/Minus, PIM = Strafminuten mini|180px|Sidney Crosby bereitete 63 Tore vor. Der beste Wert seit 1993 Spieler Team GP G A Pts +/- PIM Alexander Owetschkin Washington 81 52 54 106 +2 52 Sidney Crosby Pittsburgh 81 39 63 102 −1 110 Brad Boyes Boston 82 26 43 69 +11 30 Jussi Jokinen Dallas 81 17 38 55 +2 30 Marek Svatoš Colorado 61 32 18 50 0 60

Stanley-Cup-Playoffs

NHL Awards und vergebene Trophäen Hauptartikel: NHL Awards 2006 Die NHL Awards wurden nach der Saison am 22. Juni in Vancouver verliehen. mini|180px|Wade Redden, einer der beiden Gewinner des NHL Plus/Minus Award mini|180px|Michal Rozsíval war der andere Auszeichnung Spieler Team Art Ross Trophy Joe Thornton San Jose Sharks Bill Masterton Memorial Trophy Teemu Selänne Mighty Ducks of Anaheim Calder Memorial Trophy Alexander Owetschkin Washington Capitals Conn Smythe Trophy Cam Ward Carolina Hurricanes Frank J. Selke Trophy Rod Brind’Amour Carolina Hurricanes Hart Memorial Trophy Joe Thornton San Jose Sharks Jack Adams Award Lindy Ruff Buffalo Sabres James Norris Trophy Nicklas Lidström Detroit Red Wings King Clancy Memorial Trophy Olaf Kölzig Washington Capitals Lady Byng Memorial Trophy Pawel Dazjuk Detroit Red Wings Lester B. Pearson Award Jaromír Jágr New York Rangers Lester Patrick Trophy Red BerensonMarcel DionneReed LarsonGlen SonmorSteve Yzerman Maurice 'Rocket' Richard Trophy Jonathan Cheechoo San Jose Sharks NHL Plus/Minus Award Wade ReddenMichal Rozsíval Ottawa SenatorsNew York Rangers Roger Crozier Saving Grace Award Cristobal Huet Montréal Canadiens Vezina Trophy Miikka Kiprusoff Calgary Flames William M. Jennings Trophy Miikka Kiprusoff Calgary Flames Presidents’ Trophy Detroit Red Wings Prince of Wales Trophy Carolina Hurricanes Clarence S. Campbell Bowl Edmonton Oilers Stanley Cup Carolina Hurricanes NHL All-Star Teams NHL First All-Star Team Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, W = Siege, SO = Shutouts, GAA = Gegentorschnitt mini|150px|Joe Thornton war sowohl bei den Bruins als auch bei den Sharks erfolgreich. Spieler Position Team GP G A Pts Joe Thornton Center Boston Bruins / San Jose Sharks 81 29 96 125 Alexander Owetschkin Flügelstürmer Washington Capitals 81 52 54 106 Jaromír Jágr Flügelstürmer New York Rangers 82 54 69 123 Nicklas Lidström Verteidiger Detroit Red Wings 80 16 64 80 Scott Niedermayer Verteidiger Mighty Ducks of Anaheim 82 13 50 63 Spieler Position Team GP W SO GAA Miikka Kiprusoff Torhüter Calgary Flames 74 42 10 2,07

NHL Second All-Star Team Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, W = Siege, SO = Shutouts, GAA = Gegentorschnitt mini|150px|Daniel Alfredsson einer von drei Spielern aus Ottawa in Second All-Star Team. Spieler Position Team GP G A Pts Eric Staal Center Carolina Hurricanes 82 45 55 100 Dany Heatley Flügelstürmer Ottawa Senators 82 50 53 103 Daniel Alfredsson Flügelstürmer Ottawa Senators 77 43 60 103 Zdeno Chára Verteidiger Ottawa Senators 71 16 27 43 Sergei Subow Verteidiger Dallas Stars 78 13 58 71 Spieler Position Team GP W SO GAA Martin Brodeur Torhüter New Jersey Devils 73 43 5 2,57

NHL All-Rookie Team Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, W = Siege, SO = Shutouts, GAA = Gegentorschnitt mini|150px|Henrik Lundqvist, stand bei 53 Spielen im Tor der Rangers Spieler Position Team GP G A Pts Alexander Owetschkin Stürmer Washington Capitals 81 52 54 106 Sidney Crosby Stürmer Pittsburgh Penguins 81 39 63 102 Brad Boyes Stürmer Boston Bruins 82 25 43 69 Dion Phaneuf Verteidiger Calgary Flames 82 20 29 49 Andrej Meszároš Verteidiger Philadelphia Flyers 82 10 29 39 Spieler Position Team GP W SO GAA Henrik Lundqvist Torhüter New York Rangers 53 30 2 2,24

Siehe auch NHL Entry Draft 2005 NHL Awards 2006 NHL-Spieler des Monats

Weblinks

Die NHL-Saison 2005/06 auf hockeydb.com (englisch)

#2005/06 Kategorie:Eishockeysaison 2005/06